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Kontaktloses Bezahlen in Deutschland: Düstere Aussichten oder Licht am Ende des Tunnels?

Kontaktloses Bezahlen In Deutschland: Düstere Aussichten Oder Licht Am Ende Des Tunnels?

Schon letztes Jahr veröffentlichte einer veröffentlichte die GFT eine Studie, nach der weltweit mobile Bezahlverfahren auf dem Vormarsch sind. Und der Trend hat sich gewiss nicht umgekehrt! Doch konnte kontaktloses Bezahlen in Deutschland bisher noch nicht so richtig Fuß fassen. Nur woran liegt das? An den Menschen oder an der Technik? Und sehen wir schon bald ein Licht am Ende des Tunnels?

Technologie-Skeptizismus, Handtaschen und die Kanzlerin

Während in Ländern wie den USA, Großbritannien oder Japan die Leute komfortabel mit Smartphone, Smartwatch oder Kreditkarte an der Kasse am Kartenleser vorbeispazieren, kramen in Deutschland immer noch alle in ihren Geldbörsen, Hand- oder Hosentaschen, bis die nächste Person in der Schlange ihre Bahn verpasst. Die Deutschen scheinen Bargeld zu lieben – und nach einer Allensbach-Umfrage geben zwei Drittel an, Münzen und Scheine seien ihr liebstes Zahlungsmittel.

Das Internet ist für uns alle Neuland und es ermöglicht Feinden und Gegnern unserer demokratischen Grundordnung mit völlig neuen Möglichkeiten und Herangehensweisen unsere Art zu leben in Gefahr zu bringen.

Angela Merkel, 19. Juni 2013

Diese berühmten Worte sprach unsere Kanzlerin vor wenigen Jahren beim Staatsbesuch Barack Obamas. Und sie illustrieren hervorragend etwas, wofür Deutschland berühmt-berüchtigt ist: Einen tief in der Gesellschaft verankerten Technologie-Skeptizismus. Neue Dienste und Geräte werden immer kritisch beäugt und hinterfragt auf die Lücken, die sie in Datenschutz und Privatsphäre reißen. Das tun selbst aufgeklärte Nutzer – vielleicht sogar gerade die. Erinnern Sie sich nur an die Debatte um Google Street View! Gleichzeitig wird diesen Themen auch politisch kaum Bedeutung beigemessen, so dass der Breitbandausbau lahmt und sowohl mobil als auch teilweise bei DSL-Anschlüssen Drosselverträge vergeben werden dürfen.

Wollen die Deutschen nicht bargeldlos zahlen?

Die Frage wollte schon Traxpays Jochen Siegert beantworten, der unsere nächste Smart Payment Konferenz moderieren wird. Er sieht ebenfalls ein Problem im Kundenverhalten. Die fiktive Oma Müller, die schon ihr Leben lang mit Münzen zahlt, werde nicht plötzlich anfangen, Apple Pay zu nutzen.

Auch in einer neuen Deloitte-Untersuchung zeigt sich, dass in Deutschland beispielsweise 96 Prozent der Befragten (altersübergreifend!) noch nie in einem Ladenlokal per Smartphone bezahlten. Hauptgründe seien Sicherheitsbedenken, kein erkennbarer Mehrwert und die Unübersichtlichkeit der Angebote. Und da nähern wir uns einem interessanten Punkt.

Das gesamte Interview mit Jochen Siegert können Sie hier nachlesen:

Eine unübersichtliche Payment-Landschaft

Mobiles, bargeld- oder kontaktloses Bezahlen sei nicht nur eine Frage der Mentalität, schreibt der Bank-Blog dazu. In Ländern, in denen das mobile Bezahlen funktioniere, sei vielmehr die Nutzung besonders einfach und es gebe weit verbreitete Apps, deren Anbieter gut mit den Banken zusammenarbeiten. Die Bezahl-App der Danske Bank sei beispielsweise in Dänemark faktisch sogar ein mobiler Bezahlstandard. Währenddessen gleicht die Landschaft der Mobile Payment Angebote in Deutschland bisher eher einem Flickenteppich.

Ehemals bekannte Anbieter wie Yapital oder Mpass sind nicht mehr auf dem Markt, währenddessen kommen aber immer wieder neue dazu. Da geht es um kontaktloses Bezahlen Bild: Shopperin auf der Straße mit Einkaufstaschen und Smartphonevia NFC mit Abbuchung von Konto, Kreditkarte oder einer Wallet-App, um Bezahl-Apps nach dem Prepaid-Prinzip, teilweise auch ganz ohne NFC, und auch die Bezahllösungen der Smartphone-Hersteller wie Apple Pay, die es bisher noch nicht in Deutschland gibt.  Insgesamt ist diese Landschaft sehr unübersichtlich – und damit für den sprichwörtlichen Otto-Normal-Verbraucher nur schwer zugänglich.

Die Zukunft des Bezahlens

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In verschiedenen Ländern wird überlegt, das Bargeld abzuschaffen. Deutschland scheint hingegen noch zu sehr daran zu hängen. Wir haben verschiedene Bezahlverfahren für Sie unter die Lupe genommen, die zeigen, was jetzt schon möglich ist.
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Wird mit PSD2 kontaktloses Bezahlen in Deutschland endlich einfacher?

Nun soll aber alles anders werden. Laut Prognosen soll das Transaktionsvolumen insbesondere im Segment Mobile Payments in den kommenden fünf Jahren jährlich um 85,1 Prozent wachsen. Denn zum einen gibt es am Point of Sale in Supermärkten oder in der Gastronomie immer mehr Terminals, die diese Bezahlvarianten unterstützen.

Außerdem wird aber auch von Seiten der Bankenaufsicht nachgelegt: Mit der neuen Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 soll auf dem gesamten EU-Markt Transaktionen vereinfachen. Sie öffnet den Markt für sogenannte „Third Party Payment Providers“ und zwingt Banken, die Zahlungsdienste dieser Drittparteien zu unterstützen.

PwC kommt in einer Untersuchung zu dem Schluss, dass auch in Deutschland die Akzeptanz für mobile Bezahlverfahren durchaus da wäre. 55 Prozent gaben dort an, bereits mit dem Smartphone zu zahlen oder zumindest mobil zahlen würden. Im Weg stünden nur Bedenken wegen der Sicherheit und des Datenschutzes; auch der fragmentierte Markt spielt eine Rolle. Das sind alles Themen, die durch PSD2 angegangen werden sollen. Das heißt, es könnte durchaus passieren, dass sich diese Bezahlverfahren in Deutschland doch noch durchsetzen. Mit PayPal bezahlen schließlich auch schon viele Menschen hierzulande…

Stellt sich nun die Frage: Belebt die mögliche entstehende Konkurrenz dann das Geschäft? Oder wird sie den Markt noch unübersichtlicher machen – und alle Deutschen bleiben beim Bargeld? Was muss eine Payment-Lösung können, um akzeptiert zu werden? All diese Fragen (und mehr!) diskutieren wir im Herbst auf unserer Smart Payment Konferenz in Frankfurt am Main.

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Wie geht’s weiter mit dem Smart Payment in Deutschland? Wie entwickeln Sie die besten Lösungen für die Kunden? Wir besprechen das mit Vertretern aus Handel, Bankenbranche, von FinTechs und der Aufsicht auf unserer Smart Payment Konferenz 2017 am 25. und 26. September in Frankfurt am Main.Informieren Sie sich zu den Highlights schon jetzt auf unserer Webseite!

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Das Hauptproblem wird im ganzen Artikel nicht erwähnt—die Privatsphäre. Barzahlung ist anonym. Bei jeder elektronischen Zahlung hingegen erfährt jeder in der Bezahlkette Informationen zur Identität des Zahlers.

    Die Frage ist, wollen wir den gläsernen Bürger?

    Die Tatsache, dass er Artikel das Hauptproblem nicht einmal ansatzweise erwähnt, lässt tief blicken. Statt dessen wird man mit dümmlichen Phrasen wie „Technologie-Skeptizismus“ abgefüttert. Im Falle der bargeldlosen Zahlungsmethoden ist ein solcher Skeptizismus sehr angebracht.

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