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Kölner Wohnungsbau in Bewegung

Kölner Wohnungsbau In Bewegung

Die Situation auf dem Kölner Wohnungsmarkt ist regelmäßig Thema in den Nachrichten von Print-, Onlinemedien, Rundfunk und Fernsehen. Die Inhalte sind immer die gleichen: Dutzende mietwilliger Bürgerinnen und Bürger bewerben sich trotz eines um rund 30 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt liegenden Mietniveaus um eine Wohnung. Gerade auch junge Menschen vor dem Beginn ihres Studiums stehen vor einer schwierigen Aufgabe, wenn es um die Beschaffung von Wohnraum geht.

Olaf Geist ist seit 2006 Leiter der Region West der Aurelis Real Estate Service GmbH mit Sitz in Duisburg. Außerdem ist er mit Norbert Amand Geschäftsführer der Amelis Projektentwicklungs GmbH.

Der Name Aurelis steht in Köln unter anderem für den Neubau der Zentrale des Malteser Hilfsdienstes und den Neubau der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung auf dem Deutzer Feld sowie die Entwicklung des Gewerbegebietes Kontrastwerk an der Oskar-Jäger-Straße in Ehrenfeld.

Olaf Geist

Olaf Geist MRICS

Köln ist in Bewegung

Was jenseits eines vergleichsweise kurzen Zeitungsartikels und auch nicht in einem Zwei-Minuten-Beitrag in Fernsehen oder Radio zu sehen ist: Die Stadt ist in Bewegung. Die Verantwortlichen haben im ständigen Austausch mit Partnern aus der Immobilienwirtschaft die Zeichen der Zeit erkannt und im Jahr 2015 ein Stadtentwicklungskonzept Wohnen zu Papier gebracht, in dem die Leitlinien und Ziele der Kölner Wohnungsbaupolitik fixiert wurden.

Neben interpretierbaren Zielen wie nachhaltiger Entwicklung, dem kontinuierlichem Ausbau der energetischen Modernisierung und der Steigerung der Wohnzufriedenheit gibt es in dem Konzept Zahlen zur künftigen Bevölkerungsentwicklung. 2030 sollten in Köln – nach Prognose der Stadtentwickler bei der Konzepterstellung – über 1.031.000 Menschen wohnen. Diese Annahme erwies sich mit Blick auf die aktuelle Entwicklung als eher bescheiden: Am 31. Dezember 2017 lebten bereits exakt 1.084.795 Menschen in Köln.

Mehr Wohnungen für die Rheinmetropole

Schon auf Grundlage der geringeren Einwohnerzahl strebte die Kölner Wohnungspolitik bis 2030 den Bau von 52.000 neuen Wohnungen an, davon sollen bis 2020 jährlich 3.400 Wohneinheiten für den Geschosswoh­nungsbau realisiert werden. Außerdem fordern die Verantwortlichen den Bau von jährlich 1.000 öffentlich geförderten Woh­nungen für Haushalte, die auf mietpreisgünstige Wohnungen angewiesen sind.

Das Immobilienunternehmen Aurelis hat in den letzten Jahren verstärkt Ideen und Konzepte eingebracht, um Areale für wohnungswirtschaftliche Projekte zu nutzen. Dabei werden Brachflächen aus dem eigenen Bestand ebenso entwickelt wie ehemals landwirtschaftlich genutzte Flächen.

„Ehrenveedel“ in Ehrenfeld

In Köln-Ehrenfeld ist die Erschließung des „Ehrenveedel“ inzwischen abgeschlossen. Das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Ehrenfeld ist eine rund sieben Hektar große Fläche am westlichen Rand von Ehrenfeld zwischen Vogelsanger Straße, Bahntrasse der Deutschen Bahn AG und Maarweg. Das neue Wohnquartier wird nicht nur Platz für zahlreiche Menschen, sondern auch für eine viergruppige Kindertagesstätte und einen öffentlichen Spielplatz bieten. Außerdem werden unter anderem Dienstleistungs- und Nahversorgungsangebote sowie Kleingewerbe auf dem Areal entstehen.

Die konkreten Überlegungen für die Revitalisierung der Brachfläche begannen bereits vor rund vier Jahren: Vier Planungsteams mit Fachleuten aus Landschaftsarchitektur und Stadtplanung waren von März bis Mai 2014 aufgefordert, ein städtebauliches und freiraumplanerisches Konzept als Grundlage für die weitere Entwicklung des ehemaligen Güterbahnhofs Ehrenfeld zu erstellen. Das Konzept wurde verfeinert, auf Praxistauglichkeit geprüft und zur Grundlage für die Aufstellung des Bebauungsplans. Inzwischen sind bereits mehrere Wohnbaufelder verkauft.

Mit dem Erwerb der Baugrundstücke hat das Wohnungsbauunternehmen PANDION AG von Aurelis die Verpflichtung übernommen, eine kleinteilige Mischung mit sehr unterschiedlichen Eigentumsstrukturen zu realisieren. Das Angebot umfasst frei finanzierten Wohnungsbau mit Miet- oder Eigentumswohnungen und 20 Prozent geförderten Wohnungsbau. Voraussichtlich im nächsten Jahr können die ersten Hochbauarbeiten für Wohnungen beginnen.

Bauen

Köln wächst in Rondorf weiter

Engagiert ist Aurelis auch als Partner in einem seit zwei Jahren bestehenden Joint-Venture: Der Landentwickler Amelis wurde von der Amand Bauunternehmung und dem Immobilienunternehmen Aurelis gegründet. Nach Zustimmung der politischen Gremien der Stadt Köln wurde bereits Ende 2016 der Verkauf von städtischen Grundstücken und Grundstücksanteilen mit einer Gesamtfläche von rund 222.000 Quadratmetern an die Amelis Projektentwicklungs GmbH & Co. KG beurkundet. Nach dem Ankauf der städtischen Flächen steht Amelis aktuell im Dialog mit diversen weiteren Eigentümern, um zusätzliche Grundstücke für das neue Quartier anzukaufen. Dieser Prozess ist inzwischen fast abgeschlossen.

Amelis plant auf der Gesamtfläche von rund 350.000 Quadratmeter die Entwicklung des Bereichs „Rondorf Nord-West“. Hier sollten nach erster Planung 900 Wohneinheiten entstehen, inzwischen haben Politik und Verwaltung den Bau von rund 1.300 Wohneinheiten gefordert. Dort werden in den nächsten Jahren – mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur rund 30 Minuten vom Dom entfernt – ein Teil der Wohnbauflächen entstehen, die Köln braucht, um weiter zu wachsen.

Rund ein Drittel der Wohneinheiten in Rondorf sollen mit Mitteln für den sozialen Wohnungsbau gefördert werden. Hinzu kommen neue Schulen und Verkehrsanbindungen. Geht die Entwicklung wie geplant weiter, könnte die Erschließung in zwei Jahren, der Bau erster Häuser in rund vier Jahren beginnen.

Fazit: Der Kölner Wohnungsbau ist tatsächlich in Bewegung. Die Anforderungen der nahen Zukunft werden wir nur erfüllen können, wenn die Stadt Köln und die Immobilienwirtschaft den eingeschlagenen Weg partnerschaftlich und konsequent fortführen.

Das Ohr am Markt - Immobilienforum Köln

Köln ist nicht nur als besonders lebenswerte Stadt bekannt. Die hohe Nachfrage nach Wohn- und Büroräumen führt dazu, dass die Domstadt in ihren 86 Veedeln immer weiter wächst. Wo und wie das noch möglich ist? Darüber sprechen wir mit den wichtigsten Stadtvertretern und der Kölner Immobilienwelt auf dem Immobilienforum Köln.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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