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Köln, die übersehene Metropole?

Köln, Die übersehene Metropole?

Wenn deutsche Städte international verglichen werden, dann fallen sehr oft die Namen Berlin, München und Hamburg. Köln wird gerade bei internationalen Umfragen kaum beachtet. Doch ist Köln, die übersehene Metropole Deutschlands, die in Zukunft zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten werden kann?

Perfekte Anbindung durch Bahnhöfe, Flughafen und Autobahnring

Die Rheinmetropole gehört seit Jahren zu den bedeutendsten Eisenbahnknotenpunkten Europas. Täglich fahren über 1300 Züge durch den Kölner Hauptbahnhof in alle Himmelsrichtungen. Durch Hochgeschwindigkeitszüge wird Köln mit Frankfurt, London, Paris, Amsterdam und Brüssel verbunden.

Metropole

Die Domstadt ist außerdem von einem Autobahnring umgeben. Hier treffen sich zehn verschiedene Autobahnen aus allen Richtungen. Auch der Rhein spielt eine wichtige Rolle im Kölner Verkehrssystem. Aufgrund von ökologischen Gesichtspunkten gewinnt der Schiffsverkehr immer mehr an Bedeutung. Schon jetzt zählt der Kölner Hafen zu dem zweitgrößten Binnenhaften Deutschlands, da fast 13 Tonnen Fracht auf dem Fluss transportiert werden.

Eine weitere Besonderheit am Standort Köln sind die drei Flughäfen (Köln/Bonn, Düsseldorf und Dortmund), die lediglich 15 bis maximal 120 Kilometer entfernt sind und zusätzliche weltweite Verbindungen ermöglichen. Erst letztes Jahr hat der Flughafen Köln/Bonn seine Fluglinien ausgeweitet: Seit November werden Langstreckenflüge unter anderem nach Kuba, Dubai und Jamaika angeboten.

2015 sind über 10 Millionen Passagiere von oder nach Köln/Bonn geflogen. Bereits zum dritten Mal wurde diese Marke schon überschritten. Damit ist die Zahl der Passagiere Im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent gestiegen. Das ist ein überdurchschnittliches Wachstum im nationalen Vergleich. Düsseldorf verzeichnete lediglich ein drei-prozentiges Wachstum.

Auch die Luftfracht am Kölner Flughafen verzeichnete ein Wachstum, 765.000 Tonnen wurden 2015 befördert. Köln ist also gerade verkehrstechnisch und logistisch gesehen eine wertvolle Bereicherung für Deutschland und damit auch international gesehen durchaus ein ernstzunehmender Player im Städtevergleich.

Medien- und Chemiestandort Köln

Warum Köln, die übersehene Metropole darstellt und international bisher kaum Beachtung findet, ist auf den ersten Blick nicht zu erklären. Denn aufgrund der genannten, sehr guten Verkehrsstruktur sind viele Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen in der Domstadt ansässig.

So bilden zum Beispiel Köln und benachbarte Bereiche den sogenannten Kölner Chemiegürtel. Hier befinden sich zahlreiche Chemieparks, die unter anderem Kraftstoff für moderne Motoren und hochkomplexe Wirkstoffmoleküle für Life-Science-Anwendungen erforschen und entwickeln. Allgemein zählt das Rheinland mit seinen 240 Chemieunternehmen zu den führenden Chemie-Regionen Europas. 2014 erwirtschaftete die ChemCologne-Region 32 Milliarden Euro.

Außerdem zählt Köln zu den führendsten Bio-Regionen Deutschlands. Es gibt sogar einen Verein, die BioCologne e.V., der die Ansiedlungen von Firmen aus dem Life-Science-Bereich fördert und diese mit kompetenter Beratung unterstützt.

Auch Unternehmen aus der Automobilbranche, der Nahrungsmittelindustrie und der Energiewirtschaft haben ihren Hauptsitz in Köln. Die Ford Werke sind zum Beispiel der einzige Produktionsstandort des beliebten Fiestas – und das europaweit! Im Bereich Motorenfertigung und –entwicklung wird der Kölner Standort sogar weiter ausgebaut. Ein weiterer Pluspunkt also im internationalen Vergleich.

Die Domstadt ist außerdem ein wichtiger Standort der Verlags- und Medienwirtschaft. Im Areal Butzweiler-Ossendorf haben Fernsehsender wie VOX, Super RTL und n-tv ihren Sitz. Auch die Filmstudios von MMC, Magic Media Company, locken nationale und internationale Produktionen in die Domstadt. In diesem Filmstudio entstanden unter anderem „Die fabelhafte Welt der Amelié“ und „Das Wunder von Bern“ – international beliebte und angesehene Produktionen!

Eine weitere Besonderheit Kölns ist ohne Zweifel die KoelnMesse, das fünftgrößte Messegelände der Welt. Seit 90 Jahren finden hier Messen und Veranstaltungen statt, die jährlich 2,7 Millionen Besucher und 49.000 Aussteller aus aller Welt anlocken.

Dass es Köln wirtschaftlich gut geht, beweist auch die Zahl der Arbeitslosen: 2015 ist die Zahl das erste Mal seit 2012 unter 50.000 gefallen. Bis 2015 stieg auch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze auf 520 000. 2013 hatte die Zahl der Gesamterwerbstätigen bereits die 700.000 Marke überschritten – ein guter Erfolg. Doch das ist noch nicht alles, was Köln im internationalen Vergleich gut dastehen lässt. Es stellt sich die Frage, ob in den nächsten Jahren Köln, die übersehene Metropole Deutschlands bleibt.

Die Immobilienwirtschaft in Köln floriert

Eine besonders gute wirtschaftliche Situation melden laut Jones Lang LaSalle (JLL) die Immobilienwirtschaft, das Hotel- und Gaststättengewerbe, das Baugewerbe und die Gesundheits- und Informationswirtschaft in Köln. So bleibe die Investitionsbereitschaft stabil und auch die Einstellungsneigung der Unternehmen ist unverändert hoch.

Die Schwerpunkte der Bautätigkeit liegen vor allem in den gehobenen Wohnlagen der Domstadt. In Lindenthal entstanden in den letzten fünf Jahren nahezu 3.500 neue Wohnungen, wohingegen in der Innenstadt lediglich rund 680 Wohnungen fertiggestellt wurden.

Immobilienforum Köln

Überraschend ist jedoch das Transaktionsvolumen Kölns. Dieses hat sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr auf fast 160 Millionen Euro verdoppelt. Dabei ist der Transaktionsmarkt der Domstadt eher kleinteilig geprägt: 20 Millionen Euro und weniger als 100 Wohnungen pro Transaktion bilden die Regel auf dem Kölner Transaktionsmarkt.

Köln bietet außerdem auf dem Büromarkt einen großen Vorteil gegenüber anderen deutschen Metropolen wie München und Hamburg. Zwar vermuten Experten, dass die Durchschnittsmiete für Gewerbeimmobilien 2016 wegen der Angebotsverknappung steigen wird, dennoch liegen die Preise weit unterhalb der gängigen Preise in München, Hamburg und Frankfurt. Diese weisen Spitzenmieten zwischen 22,00 und 38,00 Euro pro Quadratmeter auf. Damit hat Köln mit 21,00 bis 25,00 Euro pro Quadratmeter ein überdurchschnittlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Trotz der Angebotsverknappung für Neubauprojekte – gerade im Bereich Gewerbeimmobilien – punkten die Stadtteile Mülheim, Deutz und Kalk mit ihren verlassenen Industrie-Arealen. Diese können als neue Bürolagen zu neuem Glanz gelangen. Insgesamt also ein weiterer Pluspunkt für Köln im Metropolenvergleich.

Die Startup Szene Kölns

Auch in der Kölner Wirtschaft spielt die Digitalisierung eine immer größer werdende Rolle. Viele bekannte Internet Unternehmen sind bereits in Köln ansässig, zum Bespiel Microsoft Deutschland, HRS und Kalaydo. Und es werden immer mehr. Das liegt unter anderem an dem GIZ- Gründer- und Innovationszentrum. Hier werden Startups kostenlos zu dem Thema Finanzierung, Vermarktung und Produktchancen beraten. Die Begleitung erfolgt auch über die eigentliche Startphase hinaus.

Über 200 Startups haben ihren Sitz bereits in Köln. Laut PricewaterhouseCoopers (PwC) Ranking ist Köln sogar die digitalste Stadt Deutschlands – in der heutigen Zeit, in der Prozesse, Unternehmen und unser gesamtes Leben von der Digitalisierung geprägt sind, ein wichtiger Vorteil für die Domstadt!

Dazu kommt, dass gerade die Internationalität und die Toleranz Kölns Unternehmen und Investoren gleichermaßen begeistern. Menschen aus 184 unterschiedlichen Ländern zählen mittlerweile die Domstadt als ihr Zuhause. Zudem haben 30 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund und bereichern dadurch das Kultur- und Restaurantangebot.

Alles in allem, hat Köln also einige gute Argumente vorzubringen, um im Metropolenvergleich beachtet zu werden. Doch reichen diese Vorteile gepaart mit Kölns Weltoffenheit und Toleranz aus, um mithalten zu können und nicht weiter als „Köln, die übersehene Metropole“ zu gelten?

Immobilienforum Köln

Sie wollen noch mehr darüber erfahren, warum Köln als übersehene Metropole verstanden wird? Dann besuchen sie das Immobilienforum in Köln! Erfahren Sie außerdem, welche Experten vor Ort sein werden, um über die aktuelle Lage der Immobilienwirtschaft Kölns zu diskutieren.

Bildnachweis: Fotolia/Marco2811

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Hallo Frau Vogt,

    danke für Ihren Bericht. Sehr lesenswert für jemanden, der mehr über Köln erfahren möchte. Nur wie kommen Sie darauf, dass Köln international kaum Beachtung findet?

    Viele Grüße
    Christian Esch

    1. Hallo Herr Esch,

      ich freue mich, dass Ihnen mein Artikel gefällt.
      Ich behaupte nicht, dass Köln keine internationale Beachtung findet. Jedoch ist mir häufig bei Recherchen zu Deutschlands Metropolen aufgefallen, dass Köln im internationalen Vergleich kaum oder nur ganz zum Schluss auftaucht. Selbst bei Google gibt es wenige Ergebnisse, wenn man „Köln im internationalen Vergleich“ eingibt – zumindest im Vergleich zu anderen Metropolen wie München, Frankfurt und Hamburg.
      Wenn Sie das Thema interessiert und Sie mehr Infos dazu haben möchten, dann besuchen Sie doch einfach unser Immobilienforum Köln und hören Sie, was Thomas Sevcik von der arthesia AG zu diesem Thema zu sagen hat ;)

      Viele Grüße aus Eschborn
      Marina Vogt

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