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Kann Versicherung auch voll digital sein?

Kann Versicherung Auch Voll Digital Sein?

„Wenn ich an meine Krankenversicherung denke, denke ich an eine alte, verstaubte Welt“, sagte Frank Thelen, bekannt aus der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“, kürzlich in einem Interview. Vielleicht denken Sie ja ebenfalls so? Dass es auch anders geht und wie digitale Versicherungen aussehen, lesen Sie in diesem Beitrag. Dabei sind es vor allem junge Unternehmen, welche die Versicherung ins 21. Jahrhundert zu bringen scheinen. Verschlafen etablierte Versicherer die Digitalisierung?

3 (+1) digitale Versicherungen, die Sie kennen sollten

1

Ottonova

Dieses Startup, in das unter anderem Frank Thelen investiert, ist eine volldigitale private Krankenversicherung, die besondere Nähe zum Kunden verspricht. Dabei bezieht sich der Name Ottonova (neuer Otto) auf den Ideengeber unserer modernen Krankenversicherung, Otto von Bismarck. Mediziner Roman Rittweger, Informatiker Frank Birzle und Designer Sebastian Scheerer sind 2017 an den Markt gegangen. Neben dem papierlosen Handling bietet der digitale Versicherer einen Concierge-Service per Chat über die Ottonova-App und auch ein Arztgespräch per Video an.

Ende 2019 hat das Unternehmen eine weitere Finanzierung von 60 Millionen erhalten.

2

FRIDAY

Dieser KFZ-Versicherer bietet ein Pay as you drive Konzept an, bei dem pro gefahrene Kilometer abgerechnet wird. Besonders für Wenigfahrer und saisonale Fahrzeuge wie Cabriolets oder Wohnmobile ist dieses digitale Versicherungsangebot von großem Interesse. Wie bei einem Stromanbieter wird zunächst der jährliche Kilometerstand geschätzt und am Ende des Jahres wird der tatsächliche Betrag per Handyfoto übertragen, sodass eine Nachzahlung oder Rückerstattung erfolgt. Klassisch versichern – ohne tatsächliche Kilometerzahl – gibt es natürlich auch. Außerdem plant das Berliner Startup einen Eco-Tarif, bei dem pro gefahrener Kilometer eine Pauschale an eine gemeinnützige Organisation gezahlt wird.

Auch dieses Unternehmen hat 2019 eine große Finanzierungsspritze erhalten.

3

ONE

Dieses Startup ist laut eigener Aussage der erste digitale Sachversicherer Europas. Das 2016 gestartete Startup bietet zunächst nur eine Hausrat- und Haftpflichtversicherung an, wobei das Angebot ausgebaut werden soll. Schäden werden per App gemeldet und zu 60 Prozent noch am selben Tag beglichen. Wenn es sich um einen komplizierten Schaden handelt, werden acht Tage für die Bearbeitung benötigt. Durch die digitale Abwicklung kann das Unternehmen Personalkosten sparen, nach eigenen Angaben werden die 200.000 Verträge von weniger als 50 Mitarbeitenden betreut.

Ende 2019 ist das InsurTech den nächsten Schritt gegangen und bietet nun auch KfZ-Versicherungen an.

4

Klaus versichert

Keine digitale Versicherung, aber ein Makler ist Klaus versichert. Dieser Dienst möchte die Kommunikation für Endkunden mit den Versicherern einfach und unkompliziert machen. Wenn ein Kunde eine Frage zu einer Versicherung hat oder einen Schaden melden muss, kann er seinem Berater bei Klaus versichert eine Whatsapp-Nachricht schreiben. Warum das Unternehmen auf den Messenger Whatsapp als Kommunikations-Kanal setzt, darüber haben wir mit Thorsten Braun, Leiter der Unternehmenskommunikation, gesprochen: Whatsapp in der Versicherungsbranche: Prozessbeschleuniger und Vertrauenskatalysator

Verschlafen etablierte Versicherungen die Digitalisierung?

Das sind nur vier Beispiele von zahleichen innovativen Ansätzen im Versicherungsbereich. Auf den ersten Blick scheint es, dass nur Startups die digitale Versicherung auf dem Schirm haben und etablierte Versicherer die Digitalisierung verschlafen. Doch wenn man genauer hinsieht, wird deutlich, dass die Etablierten zwar die innovativen Ansätze nicht unbedingt selbst entwickeln, jedoch stark daran beteiligt sind. So ist der Krankenversicherer Debeka mit 10 Prozent an Ottonova beteiligt, die Schweizer Baloise-Gruppe rief FRIDAY ins Leben und Rückversicherer Munich RE ist der starke Partner von ONE. So ganz ohne die etablierte Assekuranz scheint es also doch nicht zu gehen.

Was wünschen Sie sich von einer digitalen Versicherung? Schreiben Sie es uns in die Kommentare!

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Silke Ritter

Wie werden wir künftig leben und arbeiten? Dieser Frage gehe ich hier im Blog nach. Seit 2012 gehöre ich zum Management Circle-Team, zuvor habe ich nach meinem Germanistik-Studium in der PR-Branche gearbeitet. Als Teil der #GenerationY weiß ich nicht nur um die Wichtigkeit von Hashtags und gutem Content, sondern wünsche mir mehr Mut in Unternehmen für die Digitalisierung. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Themenvorschläge!

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