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Jetzt die richtigen Azubis finden: Mit den Tipps der Expertin

Jetzt Die Richtigen Azubis Finden: Mit Den Tipps Der Expertin
Beitragsserien: Azubi-Marketing und Recruiting

Die neue Generation der Azubis hat andere Bedürfnisse und andere Ansprüche, was ihren Start in die Arbeitswelt angeht. Woran das liegt, hat Felicia Ullrich uns im ersten Teil ihres Gastbeitrags bereits erläutert. Das Standard-Interview und die 08/15-Stellenanzeige haben in Sachen Recruiting ausgedient: Lernen Sie von ihr, wie modernes Azubi-Recruiting gelingt und warum Sie nicht auf Teufel komm raus Social-Media-Anzeigen brauchen, um die richtigen Nachwuchskräfte zu finden.

Felicia Ullrich ist zertifizierte Trainerin und Geschäftsführerin von u-form Testsysteme. Seit 15 Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit den Themen Azubi-Marketing und Azubi-Recruiting und verlegt zusammen mit Professor Christoph Beck die größte doppelperspektivische Studie „Azubi-Recruiting Trends“.

Welche Bewerbungskanäle sollte man nutzen und wie stehen Sie zu Social Media als Recruiting-Quelle?

103401208_700x425Ganz ehrlich – das Thema „Social Media als Recruiting-Quelle“ kann ich langsam nicht mehr hören. Kaum gibt es einen neuen Social Media Kanal, der bei den Jugendlichen „in“ ist, schon erscheinen die ersten Blog-Artikel darüber, warum Unternehmen das jetzt unbedingt zur Bewerberansprache nutzen sollten. Schon in der ersten Studie 2013 haben uns die Bewerber und Azubis sehr deutlich klar gemacht, dass ihnen Social Media zu privat und zu unseriös ist, um es bei der Bewerberansprache zu nutzen. Mal ehrlich, hätten wir uns früher nicht auch gewundert, wenn jemand mit einem Ausbildungsflyer in der Disco geworben hätte?

Wichtiger denn je: Ein moderner, zielgruppengerechter Auftritt

Social Media ist privat! Das trennt die junge Zielgruppe sehr gut – etwas das vielen HR-Gurus offensichtlich nicht gelingt? Aus der 2018er Studie wissen wir, dass WhatsApp und Snapchat im Bewerbungsprozess vom Großteil der jungen Menschen als unseriös wahrgenommen werden. Eins können wir von Social Media allerdings lernen: Wie man Inhalte spannend und zielgruppenorientiert präsentiert. Ansprechende Bilder und kurze, sympathische Texte statt trockener faktenbasierter Stellenanzeigen. Denn guter Inhalt funktioniert in vielen Medien – schlechter Inhalt funktioniert auch im besten Medium nicht. Die Glaserei Sterz, deren Azubi-Suche bei Facebook es bis in die Bildzeitung gebracht hat, sie hat deshalb viele Bewerbungen bekommen, weil den Bewerbern ein tolles Angebot gemacht wurde und der Chef das super sympathisch rüber gebracht hat – und nicht, weil er es bei Facebook gepostet hat.

ProfilingDie Jobbörse der Arbeitsagentur hat bei den Jugendlichen durchaus einen hohen Stellenwert. Einfach um zu schauen, wer überhaupt den gewünschten Ausbildungsberuf in der Region anbietet. Hier können Unternehmen mit nett gemachten Stellenanzeigen punkten, weil die meisten Anzeigen eher lieblos dahingehauen sind. Diese Anzeigen kann man zum Beispiel zielgruppengerecht gestalten, indem man auf Bewertungsportale wie kununu verlinkt (wenn man dort gut bewertet ist) oder auf Azubi-Filme bei Youtube.

Empfehlungsmarketing und Web-Auftritt

Eine gut gemachte Karriereseite ist ebenfalls sehr wichtig. Hier können Unternehmen punkten, wenn sie die Interessen der Jugendlichen ansprechen und Orientierung bieten. Denn woher soll ich als 16jähriger Schüler wissen, was ein Verfahrensmechaniker für Kautschuk und Kunststofftechnik so macht, wenn wir es ihm nicht erklären.

Was bisher noch viel zu wenig genutzt wird, ist gutes Empfehlungsmarketing. Wir wissen, dass Familie und Freunde bei der Entscheidung für den Ausbildungsplatz eine sehr große Rolle spielen. Obwohl Empfehlungsmarketing für alle drei Beteiligten – Empfehlender, Empfohlener und Unternehmen – nur positive Aspekte hat und meist auch nichts kostet, außer vielleicht einem netten Goody für den Empfehlenden, wird es kaum genutzt. Nur 6 Prozent der Unternehmen haben ein durchgängiges Empfehlungsmarketing. Und das heißt nicht, einfach nur die Stellenanzeige ans blaue Brett zu hängen, sondern aktiv Mitarbeiter, Azubis und durchaus auch Kunden um Unterstützung zu bitten.

Spannendes erfahren Sie nicht über Standard-Fragen

Gibt es neue Interview-Methoden, die Sie uns kurz vorstellen könnten? Was ist der Vorteil dabei?

Studenten im Bereich Marketing AutomationEin Bewerber hat in der Studie in eins unserer Freitextfelder so nett geschrieben „Ich würde lieber Bewerbungsgespräche führen als ein sich nach Verhör anfühlendes Interview“. Ich finde, er bringt es gut auf den Punkt. Wir sollten weggehen von dem klassischen Frage-Antwort Spiel, hin zu einer Kommunikation auf Augenhöhe. Wir wissen aus der Studie, dass die Jugendlichen im Bewerbungsgespräch viel lieber mehr über die Unternehmen hören möchten, als dass sie von sich selber erzählen wollen. Da immer mehr Jugendliche wählen können, ist es sicher sinnvoll beides gut miteinander zu kombinieren. Fragen wie „Wo sehen Sie Ihre Stärken und Schwächen“ oder „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren“ kommen zwar in der Studie gar nicht so schlecht weg. Warum? Weil Sie bekannt sind und die Antworten von den Jugendlichen praktisch auswendig gelernt werden. Wirklich Spannendes erfahren Sie damit sicher nicht von Ihren Bewerbern.

Die Jugendlichen schauen alle gerne Youtube. Das heißt aber nicht, dass sie gerne Videointerviews führen möchten. In der Studie „Abenteuer Erstbewerbung“ der Agentur Jugendstil gibt nur ein Prozent der Bewerber an, dass sie sich gerne per Video bewerben würden. Platz 1 belegt da – wie auch in unserer Studie – die gute alte E-Mail.

Wie man das Interview lebendiger und aussagekräftiger gestalten kann? Nun, das wird ja Teil unseres Seminars werden, daher will ich das hier noch nicht verraten, weil es einfach auch einer gewissen Erklärung bedarf und im realen Erleben viel überzeugender wirkt, als würde ich es hier beschreiben.

Gelungenes Azubi-Marketing und -Recruiting

Nutzen Sie das Seminar Azubi-Marketing und Recruiting, um neue Methoden für die Kandidatensuche für sich zu entdecken. Felicia Ullrich berichtet im Detail, wie Sie Innovationen schaffen und wie Sie als Arbeitgeber für Auszubildende attraktiv werden.
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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Dass uns Arbeitgebern Social Media zu privat und zu unseriös ist, das wollte mir in meinem Freundeskreis eine Weile keiner abkaufen. Ich habe auch für einen Bekannten Mitarbeiter für eine Glaserei gesucht, da haben wir niemals zu persönliche oder anonyme Anzeigen durchforstet. Das macht einfach keinen Sinn.

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