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Ist die „Deutsche Cloud“ ein sicherer Hafen?

Ist Die „Deutsche Cloud“ Ein Sicherer Hafen?

Der Datenschutz wird in der Europäischen Union und vor allem in Deutschland sehr hochgeschrieben. Aus diesem Grund haben viele Unternehmen noch nicht in das Cloud Computing investiert. Das könnte sich spätestens in diesem Jahr ändern, da immer mehr Cloud-Anbieter ihr Rechenzentrum in Deutschland platzieren und sich somit an die strengen deutschen Datenschutzvorschriften halten. Neben Amazon und Salesforce steigt auch Microsoft 2016 in den deutschen Markt ein.

Schützen diese 9 Cloud-Anbieter mit Rechenzentren in Deutschland Ihre Daten?

Den Start zur Deutschen Cloud hat bereits im Oktober 2014 Amazon Web Services (AWS) gemacht. Damit war Amazon der erste internationale Cloud Computing-Anbieter, der sein Rechenzentrum in Deutschland eröffnete. Doch schon einen Monat vorher hatte das deutsche Unternehmen Profitbricks ein Rechenzentrum in Frankfurt am Main eröffnet. Im Dezember 2014 folgte IBM mit SoftLayer und im Februar 2015 auch Oracle. Im März 2015 ging VMware an den Start und im August schloss sich auch Salesforce dieser Entwicklung an. Dieses Jahr will auch Microsoft in den deutschen Markt einsteigen.

Wir stellen Ihnen 9 Cloud-Anbieter vor, deren Rechenzentrum sich auf deutschem Boden befindet. Eines haben die Cloud-Anbieter mit deutschen Rechenzentren gemeinsam: Sie achten sehr stark auf die deutschen Datenschutzvorschriften und geben dafür sogar Passwörter und andere Zugriffe aus der Hand – mit einer Ausnahme…

1

Amazon Web Services

Der Cloud Computing Service von Amazon umfasst eine breite Palette von unterschiedlichen globalen Angeboten. Angefangen bei Speicher- über Analyse- bis hin zu Bereitstellungsservices. Mittlerweile verfügt Amazon über zwei Rechenzentren in Deutschland. Doch eine rechtliche Trennung wird von dem amerikanischen Unternehmen nicht vorgenommen. Zwar werden die Daten  auf deutschen Servern gespeichert, dennoch sind sie nicht vor den US-Behörden geschützt. Dies bestätigte sogar ein Amazon-Vertreter gegenüber dem Wall Street Journal.

2

Profitbricks

Auch Profitbricks betreibt ein deutsches sowie ein US-amerikanisches Rechenzentrum. Doch beide sind nicht miteinander verbunden. Das Berliner Unternehmen bietet ein flexibel skalierbares Infrastructure-as-a-Service-Leistungsmodell an. In Deutschland hat Profitbricks mit der TelemaxX Telekommunikation GmbH ein Rechenzentrum in Karlsruhe und mit dem Equinix Inc. einen weiteren Standort in Frankfurt am Main.

3

SoftLayer

Mit SoftLayer hat IBM eine Infrastructure-as-a-Service-Technologie entwickelt, die nach eigenen Angaben eine einfache und problemlose Kombination der Public und Private Cloud anbietet. Auch das Rechenzentrum von IBM befindet sich in Frankfurt am Main. SoftLayer verspricht für alle Cloud-Services ein Höchstmaß an Transparenz und Kontrolle. Außerdem soll eine Verschlüsselung mit dem eperi Gateway for Databases für die Datensicherheit sorgen.

4

Oracle Cloud

Bei der Oracle Cloud handelt es sich um eine Public Cloud, die Services in den Bereichen Infrastructure as a Service, Software as a Service, Platform as a Service, und Data as a Service anbietet. Das amerikanische Unternehmen hat seine weltweite Präsenz Anfang 2015 erhöht, indem in Frankfurt und München ein deutsches Rechenzentrum aufgebaut wurde. Dabei zählt der Standort Frankfurt als Produktionszentrum, während München das Backup-Rechenzentrum darstellt. So können die IT-Aufgaben der Oracle-Kunden auch aus der Cloud datenschutzkonform stattfinden.

5

vCloud Air von VMware

Dieses amerikanische Unternehmen ist spezialisiert auf Virtualisierungs-Software. Indem Server-Computer via VMWare in mehrere parallellaufende virtuelle Rechner aufgeteilt werden, können Unternehmen ihre Hardware effizienter nutzen. Seit März 2015 werden mit vCloud Air die Hybrid-Cloud-Services auch aus einem Rechenzentrum in Frankfurt angeboten. Damit werden die Vorteile des Datenschutzes mit den Erfahrungen eines global führenden Anbieters kombiniert.

6

Salesforce

Auch Salesforce ist auf die lokalen Kundeninteressen in Deutschland in Hinblick auf den Datenschutz eingegangen, indem es seine strategische Partnerschaft mit der Deutschen Telekom weiterausgebaut hat. Im August 2015 ist das Rechenzentrum in Frankfurt am Main eröffnet worden.

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https://www.youtube.com/watch?v=TqNu6AIKP3I

7

Die Intercloud von Cisco und T-Systems

Auch Cisco arbeitet mit T-Systems, einer Tochterfirma der Telekom, zusammen. Mit der Intercloud bieten die beiden Unternehmen eine sichere Infrastructure-as-a-Service-Lösung aus der öffentlichen Cloud an. So können Kunden mit der Intercloud Apps problemlos aus der Public in die Private Cloud verschieben – und natürlich auch umgekehrt. Später sollen neben Infrastructure as a Service auch Software as a Service und Platform-as-a-Service-Lösungen angeboten werden. Das Rechenzentrum von Cisco und T-Systems befindet sich in Biere, in der Nähe von Magdeburg.

8

Microsoft Cloud

Lange hat man auf die deutsche Cloud des Unternehmens Microsoft gewartet. 2016 ist es nun endlich so weit: Das Angebot der deutschen Microsoft Cloud wird ab der zweiten Jahreshälfte verfügbar sein. Und es scheint so, als hätte sich das lange Warten gelohnt, denn das Datentreuhändermodell von Microsoft ist in seiner Form einzigartig. Ohne die Zustimmung des Datentreuhänders oder des jeweiligen Kunden hat Microsoft keinen Zugriff auf die Daten der Kunden. Auch die Passwörter werden nicht an das Unternehmen ausgehändigt.

Der Datentreuhänder ist auch in diesem Fall Telekom Tochter T-Systems. Die wichtigsten Clouddienste Microsoft Azure, Office 365 und Dynamics CRM Online werden auch mit den zwei neuen deutschen Rechenzentren in Frankfurt und Magdeburg bereitgestellt. Dabei erfolgt der Datenabgleich zwischen den beiden Standorten über ein eigenständiges deutsches Netzwerk, welches vom öffentlichen Internet getrennt ist. So werden die Kundendaten lediglich innerhalb Deutschlands gespeichert und transportiert.

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https://www.youtube.com/watch?v=I8YbWqhKviY#t=101

9

Open Telekom Cloud

Neben Salesforce, Microsoft und Cisco unterhält die Deutsche Telekom zusätzlich eine Partnerschaft mit dem chinesischen Unternehmen Huawei. In Zusammenarbeit haben diese beiden Unternehmen ein flexibles Infrastructure-as-a-Service–Angebot geschaffen, welches im März 2016 – passend zur CeBIT – gestartet werden soll. Während Huawei für die Hardware- und Lösungskompetenz verantwortlich ist, kümmert sich T-Systems um den Cloud Betrieb und das Rechenzentrum in Bieren.

Damit schützen nicht nur amerikanische Unternehmen, sondern auch zum ersten Mal ein chinesischer Konzern die Daten ihrer Kunden mit Hilfe eines deutschen Rechenzentrums vor der eigenen Regierung. Spielt damit die „Deutsche Cloud“ aufgrund der hohen Datenschutzstandards zukünftig für internationale Unternehmen eine immer größer werdende Rolle?

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Ein wirklich interessanter Beitrag! Man denkt und hofft, dass die Clouds gut abgesichert sind. Aber auch Software-Riesen wie SAP B1 und weitere setzen mittlerweile auf die Cloud. Die Zukunft und hoffentlich auch Sicherheit geht in diese Richtung.

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