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[Gastbeitrag] Iran erwartet den großen Ansturm – Europäische Unternehmen warten auf OFAC

[Gastbeitrag] Iran Erwartet Den Großen Ansturm – Europäische Unternehmen Warten Auf OFAC

Welche Stimmung herrscht aktuell in Iran, nachdem die Sanktionen weitestgehend aufgehoben wurden? Und wie sehen europäische Geschäftsleute die neue Situation? Adnan Tabatabai, Iran-Experte und Geschäftsführer des Center for Applied Research in Partnership with the Orient, Bonn, hat uns in diesem Gastbeitrag seine Einschätzung zum Markteintritt in Iran gegeben.

Adnan Tabatabai ist CEO bei der CARPO, Center for Applied Research in Partnership with the Orient, in Bonn und Lehrbeauftragter an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zur sozial- und politikwissenschaftlichen Betrachtung der Region des Nahen und Mittleren Osten. Als selbständiger Analyst und Iran-Experte berät Adnan Tabatabai seit 2009 Bundesministerien, Bundestag und politische Stiftungen sowie internationale Journalisten und Autoren. Mit der Berliner NGO Media in Cooperation and Transition (MiCT) führt er seit 2013 zivilgesellschaftliche Austausch- und Förderprojekte in den Bereichen Medienzusammenarbeit in Nordafrika und Westasien durch. Er absolvierte seinen Masterstudiengang MSc Middle East Politics an der School of Oriental and African Studies / University of London.

Das Nuklearabkommen zwischen Iran und den fünf Mächten des UN-Sicherheitsrats plus Deutschland (die 5+1 Gruppe) hat enorm wichtige Weichen für die zukünftige Entwicklung der Islamischen Republik gestellt. Unter einem historisch beispiellosen Sanktionsregime leidend, ist Iran wirtschaftlich stagniert. Vor allem die Industrie des Landes liegt brach und zeichnet sich vor allem durch Ineffizienz aus. Die teilweise 30 bis 40 Jahre alte Gerätschaft lässt zeitgemäße Technik missen. Gleichzeitig boomen in international abgeschotteten Wirtschaftskontexten illegale Handelsstränge, Korruption und Missmanagement. Nur Akteure mit offener oder aber verdeckter Nähe zu staatlichen Institutionen konnten in Zeiten der Sanktionen überhaupt international Geschäfte tätigen – mit fatalen Folgen für den Privatsektor, der bedingt durch die Banken- und Finanzsanktionen gänzlich abgeschnitten war vom internationalem Geschäft. Stattdessen konnten sich staatsnahe Akteure und Unternehmen in lukrative Grauzonen begeben, in denen sie über Drittstaaten Handel betrieben.

Sofern jedoch das Zögern aus Europa zu lange dauern, könnten Japanische, Koreanische und Chinesische Businessdelegationen den entscheidenden Schritt schneller sein.

Transparenz und Wettbewerb: Ziele für Iran werden konkret

Mohammad Nahavandian, Regierungsstabchef des Iran, sicherte im Rahmen einer Finanz- und Bankenkonferenz in Teheran zu, dass die Regierung zwei wichtige Ziele für die Ermöglichung eines gesunden Wirtschaftswachstums anstrebe: Die Schaffung eines fairen Wettbewerbs und die Ausweitung der Transparenz des iranischen Medienkontexts. In der Tat sind es in diese beiden Punkte, die ausländischen Unternehmen derzeit noch Kopfschmerzen bereiten. Unsicherheit darüber, mit wem man es genau in welchem Wirtschaftssektor zu tun haben wird, umtreibt vor allem europäische Geschäftsleute. Schließlich bleiben US-Sanktionen, die aufgrund von Anschuldigungen zur Terrorismusunterstützung oder Menschenrechtsverletzungen verhängt wurden, weiterhin bestehen.

Ansturm Iran: Die Europäer lassen noch Vorsicht walten

So blickt die europäische Business-Community besorgt auf ihr Nordamerikageschäft und muss hierbei tunlichst vermeiden, dass eine Wiederaufnahme der Geschäftsbeziehungen mit Iran einen Einsturz der Geschäfte in den USA nach sich zieht. Grund hierfür ist zu einem großen Teil das bisherige Fehlen klarer Richtlinien und Businessguidelines des Office of Foreign Assets Control (OFAC). Aus Anwaltskreisen heißt es, dass die künftig geltenden Regularien dieser US-Behöde noch unzureichend ausgeführt wurden, sodass vor allem europäische Banken aus Sorge vor unerwünschten Nebeneffekten des Irangeschäfts weiter zurückhaltend sind.

Iran geht von einem positiven Ansturm aus Europa aus und zieht europäische – und vor allem deutsche – Unternehmen asiatischen Konkurrenten vor. Sofern jedoch das Zögern aus Europa zu lange dauern, könnten Japanische, Koreanische und Chinesische Businessdelegationen den entscheidenden Schritt schneller sein.

Daher sollte die deutsche (und europäische) Politik im Interesse der eigenen Wirtschaftscommunity darauf hinarbeiten, Rechtsklarheit seitens OFAC zu erhalten. Nur so ließen sich die Wirtschaftsbeziehungen zu Iran wieder auf lukrative und nachhaltige Weise wieder aufbauen.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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