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Intros auf sozialer Distanz – eine gute Idee?

Intros Auf Sozialer Distanz – Eine Gute Idee?

Seit nunmehr Mitte März leben wir im sozialen Corona-Sparmodus. Kaum etwas ist so, wie es bis Anfang des Jahres noch war. Dabei sind viele der Einschränkungen, die unser öffentliches Leben heruntergefahren haben, für Intros nicht nur wenig problematisch, sondern sogar angenehm: Keine Drängeleien mehr, keine Menschenmassen. Zeit zum Nachdenken und Lesen. Verabredungen, Veranstaltungen und Feiern sind keine sozialen Pflichten mehr, sondern bis vor Kurzem unerwünscht und aktuell noch immer mit Vorsicht zu genießen. Es gibt wenig Lärm, dafür Zeit und Ruhe. Homeoffice mit heißem Tee ersetzt das Großraumbüro oder lange Meetings in großer Runde. Wobei die PR-Profi Jana Assauer, selbst auch mit Intro-Anteilen, ganz richtig anmerkt: Mit (hungrigen, gelangweilten und genervten) Kindern im Homeoffice ist es auch für Intros nicht so richtig friedlich.

Trotzdem – lauter Blog-Beiträge betonen: Hey, es ist Intro-Zeit. Und nochmal: Unter dem bis vor Kurzem herrschenden Beinahe-Hausarrest, den vielerorts immer noch geschlossenen oder erst langsam öffnenden Restaurants oder Cafés sowie den ungeplanten Phasen des Alleinseins leiden Extrovertierte wohl eher.

Dr. Sylvia Löhken ist Expertin für persönlichkeitsbasierte Kommunikation. In ihren Vorträgen, Coachings und Workshops zeigt sie, welche Stärken verschiedene Persönlichkeitstypen bei der Verwirklichung ihrer beruflichen und privaten Ziele nutzen können. Sie versteht es dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse und komplexes Know-how in einfache Worte und gut umsetzbare Strategien zu übersetzen.

Sie schreibt und publiziert regelmäßig über ihr Wissensgebiet. Ihre Bücher zu introvertierter Kommunikation wurden in 22 Sprachen übersetzt und über 500.000 Mal verkauft.

Dr. Sylvia Löhken

Dr. Sylvia Löhken

Intro-Stress beim Alleinsein?

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn neben dem Ruhebedürfnis und der Empfindlichkeit auf äußere Reize gibt es noch einen dritten Unterschied zwischen intro- und extrovertierten Hirnen: Er liegt im Vorsichtszentrum des Limbischen Systems – auch Mandelkern oder Amygdala genannt. Durch Cortisol-Messungen lässt sich gut nachweisen: Intros sind besonders gestresst, wenn es zu wenig Sicherheit gibt. Sie bekommen auch schneller das Bedürfnis, sich zu schützen. Und nein, das macht Intros nicht zu Angsthäsinnen und -hasen: Es bedeutet, dass wir Intros uns gern sicher fühlen.

Die unfreiwillige Corona-Pause ist damit für Intros eine enorm stressreiche Zeit. Bleibe ich gesund? Wie geht es der alten Tante und dem Freund mit Asthma? Behalte ich meinen Arbeitsplatz? Und für uns Selbstständige: Wie lange halten wir den Verdienstausfall durch?

All diese Fragen sorgen für Turbulenzen im Kopf. Vor allem in einem introvertierten. Übung haben wir auch wenig: Die allermeisten Menschen in unserem Land haben noch nie eine wirklich ernsthafte Krise erlebt. Die war bis jetzt immer woanders. Nur die Älteren und Menschen aus Krisengebieten haben Erinnerungen an den Krieg, an Epidemien, an Hunger, an Flucht und an lebensbedrohliche Gefahren. Die Krisenpraxis fehlt uns anderen.

Es geht weiter!

Uns fehlt auch das Erfahrungswissen, das gelassen macht. Egal, wie katastrophal die Situation ist – es geht immer weiter, irgendwie. Genau das werden wir nach dieser Krise haben: Erfahrungswissen. Ja, jeder Corona-Tod ist furchtbar. Ja, der Zusammenbruch eines großen Teils der Wirtschaft ist schrecklich. Und ja, es wird wieder anders werden. Für Intros und für Extros. Es geht immer weiter.

Das sage ich meinem empfindlichen Vorsichtszentrum im Hirn. Und nehme nach einigen Tagen Schockstarre die Projekte auf, die ich schon längst verfolgen wollte. Endlich habe ich zum Beispiel dieses Video-Equipment bestellt, das mir der sehr kundige Emanuel Koch empfohlen hat. Es geht weiter…

Als Intro Präsenz zeigen und Gehör verschaffen

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Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle Teamleiterin für das Content Marketing und unter anderem für die Themen-Blogs Soft Skills, Projektmanagement und Handel verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über die neusten Entwicklungen und gebe Ihnen Tipps, um die eigenen Kompetenzen verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Sehr geehrte Frau Löhken,
    interessant.
    Ich bin im Münsterland und wurde mehrfach gefragt, warum ich so entspannt mit dem Thema Corona umgehe. Als gelernter DDR -Bürger kann ich nur sagen- ein Jahr Corona ist nichts im Vergleich zu einem Jahr Treuhand. Betriebe wurden übernommen, ausgeblutet und nach Mitnahme der Förderung und der Kundendateit wurde eine Wüste hinterlassen, da fast das komplette soziale Umfeld (Kindergarten, Sportgruppe, Urlaubsorganisation usw.) über die Betriebe lief. Das betreute Denken, das ich in meinem Umfeld finde ist bei dem Entstehen dieser Hilflospanik („es geht um Leben und Tod“ – Laschet- darum geht es schon bei der Entscheidung, geh ich jetzt über die Straße oder nicht) auch nicht gerade hilfreich. Wir merken aber auf jeden Fall, dass mangelnder körperlicher Kontakt Unsicherheit fördert, der Teamgeist sinkt.

    Frohes Schaffen

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