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[Interview] Robert Körner: Das Geheimnis um das perfekte Pokerface!

[Interview] Robert Körner: Das Geheimnis Um Das Perfekte Pokerface!

Das perfekte Pokerface ist das Markenzeichen guter Pokerspieler. Sie sind scheinbar nicht zu durchschauen, wirken gelassen und überlegen. Aber wie schaffen es diese Menschen, verräterische Gesten zu vermeiden und Ihren Gesichtsausdruck zu kontrollieren? Wir haben Robert Körner, ehemaliger Offizier der Militärpolizei und heute erfolgreicher Kommunikationsexperte, zur emotionalen Selbstkontrolle befragt. Lesen Sie seine spannenden Antworten zum Thema und erfahren Sie, wie Sie Ihre Gestik und Mimik zukünftig im Griff behalten.

Es kommt darauf an, dass man die nonverbalen Vokabeln präzise kennt, um die richtigen Schlüsse für sich zu ziehen.

Robert Körner, Campus Körner, Pirna

Robert Körner ist Kommunikationstrainer, Profiler und Kolumnist und war zuvor 12 Jahre als Offizier der Militärpolizei tätig.

Der gebürtige Pirnaer trainiert bundesweit Führungskräfte, Vertriebler und Verhandler darin, nonverbale Signale richtig zu interpretieren, überzeugend aufzutreten und gewinnbringend zu kommunizieren.

Dreh- und Angelpunkt seiner Arbeit ist die nonverbale Kommunikation. Hierzu erscheint seine regelmäßige Kolumne „Mimik.Macht.Meinung.“ in der Sächsischen Zeitung und Freien Presse. Außerdem verfügt er als Kommunikations- und Verhaltensexperte über eine tägliche Rubrik auf Hitradio Energy Sachsen.

Er gilt als lebendiger Dozent, der sein Wissen gern und humorvoll in Speakings und Trainings vermittelt.

Robert Körner

Robert Körner

Herr Körner, das Geheimnis eines jeden Pokerspielers ist sein Pokerface. Aber was macht ein perfektes Pokerface denn eigentlich aus?

Variabilität! Nur mit steinerner Miene am Pokertisch zu sitzen kann funktionieren, jedoch achten geübte Spieler dann umso intensiver auf die „Tells“, also verräterische Signale, die Auskunft über das Blatt geben können. Es gelingt nur Ausnahmekönnern, keinerlei nonverbale Regungen zu zeigen. Sicherer ist der Erfolg, wenn man präzise weiß, wie bestimmte körpersprachliche Signale auf den Gegenspieler emotional wirken und diese gezielt zu seinen Gunsten einsetzen kann – das ist das wahre Pokerface.

Pokerface

Kann das jeder lernen und nutzen? Wie hilft ein Pokerface zum Beispiel Führungskräften im Büroalltag?

Im Prinzip kann das jeder lernen, der einen guten Kontakt zu seinen Emotionen hat und über ein Quäntchen schauspielerisches Können verfügt. Diese Fähigkeit hat einen immensen Einfluss in der Mitarbeiterführung. Im Berufsalltag werden immer wieder übergeordnete Entscheidungen getroffen, die zwar der einzelnen Führungskraft missfallen können, aber so kommuniziert werden müssen, dass es der Motivation in der eigenen Abteilung nicht zuwider läuft. Eigene Interessen müssen manchmal zu Gunsten des Unternehmenswohls zurückgesteckt werden. Der punktierte Einsatz nonverbaler Signale hilft dabei, Interessen wirksam und zukunftsmotivierend zu kommunizieren.

Was lässt sich von den Augen denn alles ablesen, was verraten Blicke über einen Menschen?

Die Augen sind der sprichwörtliche Spiegel der Seele. Allein diese Partie verrät, ob etwas gedanklich konstruiert, oder sich tatsächlich an etwas erinnert worden ist. Darüber hinaus lassen sich eine Vielzahl an Emotionen erkennen:

Ärger, Skepsis, Überraschung oder ähnliches, aber auch ob jemand konzentriert oder einfach nur müde ist.

Gesichter lesen

Hinzu kommt, ob eine Freude wirklich erlebt worden ist oder einfach nur vorgetäuscht wird. Es kommt darauf an, dass man die nonverbalen Vokabeln präzise kennt, um die richtigen Schlüsse für sich zu ziehen. Im Training werden wir auf alle nonverbalen Informationskanäle sehr spezifisch eingehen.

In dem Zusammenhang fällt oft auch der Begriff der emotionalen Intelligenz. Können Sie erklären, was dahinter steckt und was das Besondere daran ist?

Der EQ ist ein von Daniel Goleman erfundener Begriff. Er bündelt grob die Unterkategorien Empathie, Impulskontrolle und die Fähigkeit, wertschätzend zu kommunizieren. Gerade in der Berufswelt erfreut sich die emotionale Intelligenz zunehmender Beliebtheit. Je höher der EQ, desto besser können Bedürfnisse abgeklopft und motivierende Hebel in Gang gesetzt werden. Sie gilt als eine der wichtigsten Fähigkeiten in der westlichen Berufswelt. Und das Beste daran ist: Im Gegensatz zum eher starren IQ ist die emotionale Intelligenz trainierbar wie ein Muskel.

Können Sie einen Tipp geben, wie man es schafft, die Fassade zu wahren und Gedanken und Gefühle zu verbergen – besonders in schwierigen Situationen?

Als ehemaliger Offizier der Militärpolizei hatte ich die ein oder andere kritische Situation zu bewältigen. An eine erinnere ich mich aber noch sehr intensiv: Wir wurden zu einem Einsatz gerufen. Die Lage war unklar; unser Team wusste lediglich, dass einige gewalttätige Hooligans Marktstände demolierten, die im Zuge eines Ortsfestes im Kasernengelände aufgestellt waren.

Am Einsatzort angekommen trafen wir auf circa zehn stark alkoholisierte Personen. Zahlreiche Stände wurden verwüstet. Unser Ziel war es, die Delinquenten zu stellen, Personendaten aufzunehmen und die verfahrene Situation geräuscharm zu bewältigen. Personell waren wir unterlegen – eine Eskalation wäre zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich für uns nicht glimpflich ausgegangen. Ich traf auf den Rädelsführer, der zuvor mit den anderen Sicherheitskräften Katz und Maus spielte: Ein muskulöser Hüne mit beeindruckender Statur. Das war mir ehrlich gesagt nicht egal in diesem Moment.

Stark sein

Ich richtete meinen inneren Fokus auf meine Körpersprache. Dabei stellte ich mir die Frage, wie ich auf mein Gegenüber wirken will und passte meine Körpersprache entsprechend an. Im knackigen Befehlston signalisierte ich ihm dann kurz seine Möglichkeiten. Er überlegte nicht lange und leistete dann Folge.

Gerade in schwierigen Situationen, in denen uns die Worte ausgehen, kann man durch diese Methode ungeahnte Ziele erreichen.

Mehr erfahren über das perfekte Pokerface!

Erfahren Sie mehr über die Geheimnisse guter Pokerspieler und das ABC der Körpersprache. In unserem Seminar „Pokerface“ erklärt Ihnen Robert Körner, wie Sie mit emotionaler Selbstkontrolle erfolgreicher durch Meetings und Verhandlungen gehen.

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Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle Teamleiterin für das Content Marketing und unter anderem für die Themen-Blogs Soft Skills, Projektmanagement und Handel verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über die neusten Entwicklungen und gebe Ihnen Tipps, um die eigenen Kompetenzen verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

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