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[Interview] Qualität, Leistung und Kosten stets im Blick mit Produktionscontrolling

[Interview] Qualität, Leistung Und Kosten Stets Im Blick Mit Produktionscontrolling

Effizienz und Effektivität in der Produktion sind bei steigendem Kosten- und Konkurrenzdruck wichtiger denn je. Ein funktionierendes Produktionscontrolling ist unerlässlich und hilft Ihnen, Qualität, Leistung und Kosten stets im Blick zu behalten. Es ist die Basis für wichtige fertigungswirtschaftliche Entscheidungen und liefert eine wichtige Brücke zwischen dem technischen und kaufmännischen Unternehmenszweig.

Andreas von Hantelmann hat uns über die Bedeutung und den Wandel dieser Kennzahlen berichtet und zeigt auf welche Auswirkungen Produktionscontrolling auf den Mitarbeitereinsatz und die Potenzialentfaltung des Personals hat.

Andreas von Hantelmann ist seit 2014 Vice Director/Head of Production Electronics bei der E.G.O. Elektro-Gerätebau GmbH. Als überzeugter Lean-Verfechter sammelte er Erfahrungen in der Fabrikplanung, Materialflussoptimierung, Steuerungsoptimierung sowie Gestaltung von Montagezellen und Fertigungsabläufen. Zuvor übte Andreas von Hantelmann Tätigkeiten in der Produktbetreuung und Produktanläufen und hat langjährige Führungsverantwortung für die Produktion von Thermostaten. Er absolvierte eine technische Ausbildung und bildete sich zum Technischen Betriebswirt fort.

Andreas von Hantelmann

Andreas von Hantelmann

Welche Kennzahlen werden bei Ihnen eingesetzt, um die Produktion zu steuern?

Für komplexe Fertigungssysteme sind eine Vielzahl von Kennzahlen erforderlich. Es beginnt mit den erforderlichen Kapazitätsbetrachtungen, notwendigen Belegungszeiten, Nivellierung der Fertigungsschritte, Definition von gegebenenfalls notwendigen Supermärkten und so weiter. Wegen der Komplexität ist es um so wichtiger, geeignete – wenige – Kennzahlen zu finden, um das Ergebnis in den verschiedenen Fertigungsschritten zu prüfen, zu kommunizieren und an der Verbesserung zu arbeiten. Am Shopfloor werden bei uns die Produktivität, das Qualitätsniveau und eventuelle Abweichungen sowie die Liefertreue kontinuierlich gemessen und in jeder Schicht besprochen.

Was verbirgt sich hinter dem Q-K-L Dreieck, wie können wir das tatsächlich nutzen?

Lean ManagementDahinter verbergen sich die Faktoren Qualität, Kosten und Liefertreue, also in unserem Fall die in der ersten Antwort genannten Kennzahlen.
Natürlich müssen die Kennzahlen unterschiedlich angepasst werden. In einer vollautomatischen Fertigung eignet sich beispielsweise eine OEE ( Overall Equipment Effectiveness) hervorragend, um den Zustand der Qualität und auch der Kosten zu bewerten. In einer Montagezelle gibt die Produktivität Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit. Die Liefertreue stellt jederzeit dar, wie verlässlich Kunden mit Produkten beliefert werden und was getan werden muss, um die Belieferung jederzeit zu gewährleisten.

Die wesentliche Veränderung sehe ich im Umgang mit den Kennzahlen.

Ein Thema Ihres Vortrags ist der flexible Mitarbeitereinsatz und Potenzialentfaltung. Haben Sie ein paar konkrete Tipps, wie man die Fähigkeiten richtig erkennt und fördert?

Hier spielen natürlich der Umgang miteinander, aber auch das Verständnis für die erforderlichen Stärken eines deutschen Produktionsstandortes eine zentrale Rolle. Jedem muss bewusst sein, dass die Standortkosten mit höchster Flexibilität und Qualifikation ausgeglichen werden müssen. Hier gilt es, die Bedürfnisse und Wünsche der Mitarbeiter mit den Erfordernissen des Betriebes abzugleichen und erfolgreiche Kompromisse zu finden. Es ist eine anspruchsvolle Führungsaufgabe für alle Vorgesetzten, Potenziale zu erkennen und diese zu entwickeln.

Betriebliche AusbildungEs gibt viele Möglichkeiten. Zum Beispiel flexible Arbeitszeitreglungen auch in der Produktion, welche die Kinderbetreuung sowie die termingerechte Produktion ermöglichen. Es kann mit Anreizen zur Qualifikation gearbeitet werden (Beispiel Qualifikationsmatrix). Es kann mit Zielen gearbeitet werden, sowohl kollektiv als auch individuell. Hier sollten die Betriebsparteien geeignete Möglichkeiten finden. Im Beispiel der E.G.O. Produktion GmbH & Co.KG werden die genannten Beispiele intensiv und erfolgreich genutzt.

Wie haben sich die Kennzahlen im Produktionscontrolling durch die Verbreitung von Lean Management verändert? Gibt es da großen Anpassungsbedarf?

Die Kennzahlen haben sich aus meiner Sicht nicht unbedingt verändert – abgesehen von tatsächlich hinzugekommenen Bewertungen wie beispielsweise 5S. Ebenso gibt es ja nicht „die“ Kennzahl, vielmehr muss eine Möglichkeit gefunden werden, etwas zu bewerten und messbar an der Verbesserung zu arbeiten.

Die wesentliche Veränderung sehe ich im Umgang mit den Kennzahlen und der offenen Kommunikation mit allen Beteiligten. Durch die Transparenz, die Visualisierung am Shopfloor sowie die Einbindung der Mitarbeiter wird die Basis für einen erfolgreichen KVP-Prozess geschaffen. Es es entsteht ein gemeinsames Verständnis, an der permanenten Verbesserung der Kennzahlen zu arbeiten. Ich bin fest davon überzeugt, dass hier der Schlüssel zum Erfolg liegt.

Von der Kontrolle zur effizienten Steuerung: Seminar Produktionscontrolling

Nutzen Sie dieses Seminar, um sich weitere nützliche Hinweise über die Kennzahlen zu holen. Sie lernen die Stellhebel einer schlanken und atmenden Produktion anzuwenden und lernen Steuerungsmöglichkeiten der Fertigung am Shopfloor kennen. Schaffen Sie durch ein effizientes Produktionscontrolling die nötige Transparenz um Produktionsentscheidungen optimal treffen zu können.

Informieren Sie sich jetzt über die Termine und Themenschwerpunkte.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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