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Peter Bigelmaier über die aktuelle Situation am Münchener Büromarkt

Peter Bigelmaier über Die Aktuelle Situation Am Münchener Büromarkt

Das Thema Büroraum und Leerstand ist auch auf dem Münchener Immobilienmarkt ein Thema, wenn auch hier im geringeren Maße als in anderen Großstädten. Unser Referent Peter Bigelmaier, Managing Partner von Colliers International München, wird im Rahmen des 8. Immobilienforums München seine Erfahrungen darstellen. Lesen Sie vorab seine Einschätzung zu unseren Fragen.

Auf dem Bürovermietungsmarkt werden derzeit Entwicklungen sichtbar, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen.

Peter Bigelmaier, Colliers International München GmbH

Peter Bigelmaier ist seit September 1999 Geschäftsführer von Colliers International München GmbH, vormals Immobilien-Kontor Schauer & Schöll GmbH. Hier ist Peter Bigelmaier verantwortlich für den Vermietungsbereich und agiert als Head of Office Letting Germany. Er absolvierte seine Ausbildung bei Müller International Immobilien, heute BNP Paribas Real Estate GmbH. Dort war er bis 1999 im Bereich Bürovermietung tätig, zum Schluss als Abteilungsleiter.

Peter Bigelmaier

Wie schätzen Sie die aktuelle Situation am Münchener Büromarkt ein?

Der Münchner Büromarkt erfreut sich seit einigen Quartalen wieder ein erhöhten Beliebtheit, so notierte der Flächenumsatz nach drei Quartalen bei über 506.000 m², was im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von 25 Prozent entspricht.

In den vergangenen Jahren war es häufig so, dass sich das Vermietungsgeschehen in den Sommermonaten von seiner ruhigen Seite zeigte. Heuer war dies überhaupt nicht der Fall, was ein deutliches Zeichen für die gesunde Verfassung ist, in der sich der Markt aktuell befindet

Das Tempo des Leerstandsabbau hat sich weiter erhöht. In den vergangenen drei Monaten ging der Leerstand auf dem Münchner Markt um rund 132.000 Quadratmeter zurück. Ende September standen gut 859.900 Quadratmeter Bürofläche für die kurzfristige Anmietung zur Verfügung, was einer Leerstandsquote von 3,8 Prozent entspricht. Innerhalb des Stadtgebiets stehen nur noch 3,0 Prozent des Flächenbestandes leer, im Umland sind es 6,3 Prozent.

Das starke dritte Quartal lässt ein überdurchschnittliches Jahr auf dem Vermietungsmarkt möglich erscheinen, da auch im Schlussquartal erfahrungsgemäß hohe Umsätze erzielt werden und einige Großmieter den Markt intensiv sondieren.

Auf dem Bürovermietungsmarkt werden derzeit Entwicklungen sichtbar, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Wir registrieren auf der einen Seite gute Umsätze, die aufgrund der robusten wirtschaftlichen Entwicklung auch in den nächsten Quartalen anhalten dürften. Damit gehen stark sinkende Leerstandsraten einher. Auf der anderen Seite ist jedoch kein deutliches Anziehen der Neubauaktivitäten festzustellen. Eine Erklärung ist die geringe Verfügbarkeit geeigneter Grundstücke in der Landeshauptstadt und die hohe Attraktivität des Wohnungsmarktes für Projektentwickler. Letzterer treibt auch die Zahl der Bauvorhaben in die Höhe, weshalb auch Genehmigungsverfahren längere Zeit in Anspruch nehmen und zudem Bauunternehmen stark ausgelastet sind. Für den Vermietungsmarkt bedeutet all dies, dass Büroflächen ein zunehmend rares Gut werden und viele Mieter ihre Suchkriterien erweitern müssen, um neue Flächen zu finden.

Wo liegen die Potentiale?

München als drittgrößter Bürostandort in Europa bietet allein aufgrund seiner Marktgröße und der Vielzahl an Unternehmen, die hier ansässig sind, enorme Potentiale

Die hohe Standortqualität für Unternehmen mit einer herausragenden Infrastruktur einerseits, die überdurchschnittliche Lebensqualität andererseits sorgen weiterhin für Zuzug von gut ausgebildeten Arbeitskräften. Der viel zitierte „War for talents“ geht auch an München nicht spurlos vorbei.

Das Wachstum auf dem Büro- und Wohnungsmarkt trifft in München auf ein knappes Angebot an verfügbaren Flächen sowie Grundstücken für weiteres Wachstum. Das knappe Flächenangebot wird auch in den kommenden Jahren eine der größten Herausforderungen für die Stadt München bleiben, um auch weiterhin den Bedarf an Wohnraum und Büroflächen zu decken. Größere Entwicklungen werden sich in den kommenden Jahren auf den Hirschgarten und das Werksviertel sowie die Stadterweiterung in Richtung Freiham im Westen von München konzentrieren.

Werden sich Projekte auf das Umland verlagern?

Derzeit stellen wir noch den umgekehrten Trend fest. Wie das Beispiel Brainlab und Microsoft in der jüngsten Vergangenheit gezeigt haben, orientieren sich Unternehmen aus dem Umland in Richtung urbane Stadtquartiere. Zwar gibt es hier noch punktuell Entwicklungsmöglichkeiten, bei einer Leerstandsrate von rund 3 % im Stadtgebiet ist die Flächenverfügbarkeit jedoch sehr knapp. Der Business Campus München in Garching hat bspw. gezeigt, dass gute Projekte auch im Umland funktionieren können. Sollte der Wachstumsdruck weiterhin so hoch sein, werden sich einige Unternehmen zwangsläufig wieder in Richtung Umland orientieren müssen, wenngleich wir diesbezüglich derzeit noch keine Wanderungsbewegungen feststellen können und es auch kaum spekulative Projektentwicklungen in den Umlandgemeinden von München gibt.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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