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Tae-Jin Kim über die KATA-Philosophie

Tae-Jin Kim über Die KATA-Philosophie

56858937 FotoliaUm Veränderungen im Unternehmen nachhaltig einzuhalten, ist eine Bereitschaft zum Wandel in den Köpfen unverzichtbar. Firmen müssen, sowohl dem leitenden Management als auch den Mitarbeitern, Rahmenbedingungen und Leitfäden an die Hand geben, um neue Methoden umzusetzen und einzuhalten. Im Rahmen von Lean Management ist die von Toyota erstmals eingeführte KATA eine Möglichkeit, Unternehmen voran zu bringen.

Herr Tae-Jin Kim ist als interner Coach seit 2011 bei AstraZeneca GmbH in Wedel tätig. Zu seinen Aufgaben zählen die Führungskräfteentwicklung und die Leitung des Change Managements bei der Einführung und Umsetzung von Lean Management in der Produktion. Im Rahmen eines Interviews hat er uns die Besonderheiten der KATA-Philosophie erläutert und uns über die Herausforderungen informiert.

KATA ist mehr Kultur als Methode

Herr Kim, was denken Sie ist die Besonderheit an der KATA-Philosophie?

Die KATA-Philosophie ist keine Methode, bei der ich durch bloße Einhaltung der Formaspekte Erfolge erziele. Die KATA steht für den Drang nach Bildung und die Übernahme von Verantwortung im organisationalen Kontext. Hierfür müssen bestimmte Voraussetzungen vorhanden sein bzw. geschaffen werden, sowohl in der Organisation als auch auf individueller Ebene. KATA ist vielmehr eine Frage der Kultur als der Methode.

KATA stellt besondere Herausforderungen an Führungskräfte von heute. Kann das jeder lernen oder ist es eine Frage der Persönlichkeit/Kultur/Mentalität?

85637451 Hoshin KanriDer Begriff KATA leitet sich ja aus dem Karate ab und beschreibt einen bestimmten formalen Ablauf. Diesen Ablauf kann jeder lernen. Aber genau wie im Karate auch gibt es den Unterschied zwischen dem reinen Ausführen von Abläufen und dem tieferen Verständnis der Philosophie. Für den außenstehenden Beobachter mag auf den ersten Blick kein Unterschied zu erkennen sein.

Aber um mit der KATA nachhaltig erfolgreich Prozesse, Organisationen und Mitarbeiter weiterzuentwickeln, ist ein tieferes Verständnis notwendig. Und ja, in diesem Fall ist es auch ein Thema der Persönlichkeit und der Kultur. In einer eher individualistisch geprägten Gesellschaft wie z. B. in Deutschland ist es schon eine größere Herausforderung, kollektive Ziele für die Organisation umzusetzen, ohne dass Mitarbeiter unmittelbar erkennen, was für sie dabei drin ist.

KATA in der Praxis: Das sind die Hürden

Wie schnell lassen sich KATA-Verbesserungen einführen und was sind die Hauptprobleme?

Verbesserungen durch die KATA einzuführen geht schnell, sofern qualifizierte KATA-Coaches vor Ort sind, die diesen Prozess begleiten können.

Zumindest auf der Ebene von messbaren Ergebnissen. Das ist nicht das Problem. Die größte Herausforderung ist eine neue Sichtweise auf das Thema Verbesserung und Problemlösung, die sich in einer veränderten Managementroutine und Haltung zeigt. Verbesserung und Problemlösung durch Weiterentwicklung der Mitarbeiter sollte der Fokus der Führungskräfte sein.

Lean ManagementSobald ich aber vorrangig zahlenorientiert agiere bzw. ein gutes Ergebnis daran bemesse, wie viel effizienter ein Prozess nun läuft, arbeite ich nicht mehr im Sinne der KATA-Philosophie. Natürlich geht es am Ende um verbesserte Prozesse, aber der Weg dahin geht über die Entwicklung der Mitarbeiter. Ein häufiger Fehler ist es, die KATA zwar formal richtig durchzuführen, aber lediglich die Prozessverbesserungen zu beobachten, zu bewerten und zu würdigen. Auf diesem Weg entstehen Verbesserungen nur durch Vorgaben und Kontrolle, selbst wenn ich die Schritte der Coaching-KATA durchlaufe. Eine Entwicklung des Mitarbeiters erfolgt dabei nicht.

Sie sehen, es gibt viele Hürden, die es bei der Umsetzung zu bedenken gibt. Qualifizierter Rat und eine Betrachtung von außen sind wichtig, damit die Vorteile und Verbesserungen durch KATA auch sichtbar werden. Wir haben eine Konferenz konzipiert, die sich genau diesem Thema widmet.

Der Diplom-Psychologe Tae-Jin Kim, ist als interner Coach seit 2011 bei AstraZeneca GmbH in Wedel tätig. Zu seinen Aufgaben zählen die Führungs-kräfteentwicklung und die Leitung des Change Managements bei der Einführung und Umsetzung von Lean Management in der Produktion. Nach seinem Studium an der Universität Hamburg war er als Coach, Trainer und Führungskraft im Bereich Personal- und Organisationsentwicklung in unterschiedlichen Branchen und Unternehmen tätig, u. a. in den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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