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Maurice Grassau über Innovationen und die digitale Zukunft

Maurice Grassau über Innovationen Und Die Digitale Zukunft

Digitalität, Innovation, Motivation – drei Themen und ihre gemeinsamen Schnittmengen prägen seit 1999 die internationale Managementkarriere von Maurice Grassau. Er beschreibt, wie Innovationen ermöglicht und durchgesetzt werden können.

Was bereitet mehr Freude, als das eigene Unternehmen zu entwickeln, zukunftsfähig zu machen und gemeinsam mit allen an der digitalen Zukunft zu schrauben?

Maurice Grassau, Architrave GmbH, Berlin

Nach Stationen bei Data Room Services GmbH & Co. KG und der Brainloop AG widmet Maurice Grassau sich seit 2012 als Gründer und CEO der Architrave GmbH mit aller Leidenschaft dem digitalen Immobilienmanagement. Als Initiator und Vorstand der Initiative Digitales Immobilienmanagement e.V. ist er Teil eines Think Tanks, der die digitale Transformation der Immobilienbranche erforscht und aktiv gestaltet.

Seine Expertise und seinen Enthusiasmus vermittelt Maurice Grassau als Berater. Für Vorträge, Konferenzen und Workshops wird er regelmäßig als inspirierender Sprecher und Vordenker eingeladen.

Maurice Grassau

Maurice Grassau

Was für eine Unternehmens- und Führungsstruktur braucht man, um Innovationen zu ermöglichen und diese auch letztendlich durchzusetzen?

Die Wege zu einer fruchtbaren Innovationskultur sind ebenso verschieden wie die Unternehmen selbst. Pauschallösungen anzubieten wäre nicht zielführend. Bei einem kleinen Startup genügen möglicherweise schon Flurfunk und gemeinsame Mittagessen, um sich auszutauschen und Innovation voranzutreiben. Ab einer gewissen Größe ist jedoch Struktur gefragt. Bei Architrave haben wir den „Research Friday“ eingeführt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben jeden zweiten Freitag die Möglichkeit, sich allein oder in Teams dem Thema Innovation zu widmen. Große Unternehmen etablieren Wissensdatenbanken, Innovations-Incentives, Think Tanks oder gar einen Chief Digital Officer (CDO), bei dem alles was mit Digitalität zu tun hat, zusammenläuft. Was meiner Meinung nach alle Bestrebungen vereint, ist ein optimistischer Blick auf die vielfältigen Möglichkeiten der Innovation. Ganz ehrlich: Was bereitet mehr Freude, als das eigene Unternehmen zu entwickeln und gemeinsam mit allen an der digitalen Zukunft zu schrauben?

„Who likes change? Everybody. Who wants to change? Nobody.“

 

In der Praxis merke ich immer wieder, dass der größte Feind der Innovation der Status Quo ist: „Der Laden läuft doch gut, warum etwas ändern?“, oder „Was das wieder kostet!?“ Andere lassen sich vom Kampfbegriff der Disruption verschrecken – dem Gefühl, den Innovationszug verpasst zu haben.

Nein, jedes Unternehmen bestimmt selbst das Tempo des Innovationszuges. Also: Aufspringen jederzeit möglich!

Viele Blogger und Journalisten wie Christoph Keese nutzen „Disruption“ als Kampfbegriff und verbreiten damit Angst. Wie sehen Sie die „Disruption“, vor allem in der Immobilienbranche?

Zunächst einmal sehe ich keine Disruption. Die Branche wird nicht „zerrissen“ und auch nicht zwangsläufig von Startups und etablierten Global Playern überrollt, gekauft oder zerschlagen. Mit Kampfvokabular und düsteren Untergangsszenarien lassen sich jedoch hervorragend Zeitungsartikel, Blogbeiträge oder Buchveröffentlichungen dramatisieren. Das erhöht Reichweite und Auflage. Das ein oder andere Startup bekommt den Begriff auch von der Marketingabteilung diktiert, um Werbe- und Akquisemaßnahmen aufzupeppen. Mein Eindruck insgesamt: Lautstärke ersetzt Inhalt.

Um eins klarzustellen: Den Disruption-Hype kritisch zu untersuchen, heißt nicht, Veränderungen gegenüber nicht aufgeschlossen zu sein. Im Gegenteil. Wir wissen um die Beharrungskräfte der Branche, wir wissen um träge Platzhirschen. Wir wissen um eine unterentwickelte Innovationskultur.

Und genau hier kann der Hebel angesetzt werden. Innovation trifft Kultur. Was spricht dagegen, der disruptiven Innovation die inkrementelle, nachhaltige Innovation an die Seite zu stellen? Und wäre es nicht erstrebenswert, für beide Arten eine unternehmerische Innovationskultur zu etablieren, also Strukturen, die revolutionären Umwälzungen genauso wie maßvollen kleinen Ideen eine Stimme und Raum geben?

Durchatmen, maßvoll agieren, Innovation begrüßen. Dann geht dem Disruptions-Hype bald die Puste aus.

Welche Verbindung sehen Sie zwischen einem CDO und einem CIO?

Zunächst eine ganz formale: Sie berichten dem CEO. Der eine (CDO) mit dem Schwerpunkt digitale Strategien und der andere (CIO) als Leiter der Informationstechnik. Soweit, so einfach. Die viel wichtigere Frage lautet meines Erachtens: Wie wird ein Unternehmen zukunftstauglich? Und wer trägt in welcher Form dazu bei? In der Initiative Digitales Immobilienmanagement e.V. nimmt die Diskussion darüber einen großen Raum ein. Die Tendenz ist jedoch klar: Innovation benötigt Strukturen.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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