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Jörg Bielefeld zu Compliance Management in der Bau- und Immobilienbranche

Jörg Bielefeld Zu Compliance Management In Der Bau- Und Immobilienbranche

Jörg Bielefeld, Partner bei BEITEN BURKHARDT, erklärt kurz und verständlich, was man beim Compliance Management in der Bau- und Immobilienbranche beachten sollte. Regelverstöße werden heutzutage unnachgiebig verfolgt. So kann man auch von einem Zeugen schnell zu einem Beschuldigten werden.

Obwohl Compliance nicht branchenbezogen ist, haben Behörden bestimmte Branchen im Fokus, mit denen sie in der Vergangenheit bereits einschlägige Erfahrungen gemacht haben. Die Bauindustrie gehört dazu, aber auch die Immobilienbranche.

Jörg Bielefeld, BEITEN BURKHARDT, München

Jörg Bielefeld leitet den Bereich Wirtschaftsstrafrecht und Compliance. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen bei dem gesamten Wirtschafts- und Steuerstrafrecht. Dazu gehören auch die Compliance-Beratung und die Strafverteidigung. Auch internationale Unternehmen werden von Herrn Bielefeld beraten. Dabei kann es sich um die Aufdeckung und Verfolgung unternehmensinterner Unregelmäßigkeiten, die Ermittlungen durch Strafverfolgungs- und Aufsichtsbehörden aber auch um präventive Maßnahmen handeln.

Jörg Bielefeld berät jedoch im gesamten Wirtschafts- und Steuerstrafrecht. Er ist spezialisiert auf die straf- und ordnungswidrigkeitenrechtliche Beratung von nationalen und internationalen Unternehmen bei der frühzeitigen Verteidigung gegen drohende Sanktionen sowie die Beratung in komplexen Compliance-Fällen. In seiner Tätigkeit als Anwalt und Berater hat Herr Bielefeld zudem einen Branchenfokus in den Bereichen Automotive, Healthcare und Pharma, Banking, IT und Telekommunikation sowie Luftfahrtindustrie entwickelt.

Jörg Bielefeld

Jörg Bielefeld

Herr, Bielefeld, warum ist Ihrer Meinung nach Compliance Management so wichtig in der Bau- und Immobilienbranche?

Jede Führungskraft, nicht nur Geschäftsführer oder Vorstände, muss sich klar darüber sein, dass Regelverstöße heute unnachgiebig verfolgt werden. Persönliche Haftung (Strafen, Bußen, Verlust des Arbeitsplatzes, Schadenersatz) ist kein theoretisches Thema mehr! Obwohl Compliance nicht branchenbezogen ist, haben Behörden bestimmte Branchen im Fokus, mit denen sie in der Vergangenheit bereits einschlägige Erfahrungen gemacht haben. Die Bauindustrie gehört dazu, aber auch die Immobilienbranche.

Wie verhält man sich richtig bei einem Ermittlungsverfahren?

Damit können Sie einen ganzen Seminartag füllen. Ein kluger Beschuldigter oder Zeuge wird sicherlich so früh wie möglich professionellen Rat suchen und nicht im „Blindflug“ mit Polizisten oder Staatsanwälten reden. Die „Ware“ im Ermittlungsverfahren ist die Information. Damit muss sauber und strategisch umsichtig umgegangen werden. Das gilt erst recht in Momenten der Überrumpelung, etwa bei einer Durchsuchung. Hier sollten Unternehmen ebenso selbstverständlich präventiv geschult sein wie bei Brandschutz- oder Ersthelferthemen.

Und was muss bei einem Verfahren wirklich offengelegt werden?

Nun bekommen Sie eine typische Rechtsanwaltsantwort: Das kommt wirklich ganz auf den Einzelfall an!

„Offenlegen“ müssen Sie als Beschuldigter gar nichts. Schwieriger wird es, wenn etwa Informationen von einem Zeugen oder aber von einem Unternehmen herausverlangt werden. Hier kommt es ganz auf den Tatvorwurf und die konkrete Situation an, aber auch darauf, welche Behörden ermitteln: Oft geht zum Beispiel mit einem Korruptionsvorwurf auch der Verdacht der Steuerhinterziehung einher. Die Finanzbehörde wird von Ihnen weitere steuerliche Kooperation erwarten, die Staatsanwaltschaft schaut dabei zu. Dieses Dilemma ist aber auch strategisch nutzbar. Werden Sie als Zeuge befragt, sollten Sie einen Zeugenbeistand einbinden: Regelmäßig wissen Sie nicht, was eigentlich Hintergrund des Verfahrens ist und ob Sie mit Ihrer Aussage nicht doch noch zu einem späteren Zeitpunkt in die Rolle eines Beschuldigten gelangen.

Wie gestaltet sich die „perfekte“ Krisenkommunikation bei Ermittlungen und Verfahren? Können Sie uns einige Tipps und Tricks verraten?

Vor jeder Kommunikation steht das Zuhören, Informationen sammeln, Bewerten. Dabei sollten Sie stets auf unerwartete Wendungen vorbereitet sein. Gute Kommunikation gelingt nur, wenn die Ziele und Rahmenbedingungen klar sind. Weniger ist hier oft mehr, gerade, wenn es um strafrechtliche Ermittlungen geht. Das klingt kompliziert, ist mit erfahrenen Beratern aber gut machbar.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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