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Heike Gündling über die digitale Zukunft der Immobilienwirtschaft

Heike Gündling über Die Digitale Zukunft Der Immobilienwirtschaft

Heike Gündling engagiert sich für die digitale Zukunft der Immobilienwirtschaft. Mit der Initiative Digitales Immobilienmanagement e.V. will sie diese aus dem Dornröschen-Schlaf wecken und die Vorteile einer Digitalisierung aufzeigen.

Viele reden aktuell über den disruptiven Wandel durch Digitalität, aber die Wenigsten werden mit dem gebotenen Nachdruck aktiv.

Heike Gündling, AddReal, Frankfurt am Main

Heike Gündling ist Geschäftsführerin der AddReal. Zuletzt war sie COO der Bilfinger Real Estate GmbH in Frankfurt, bei der sie für die operativen Geschäftsbereiche der Bilfinger-Tochter verantwortlich war. Sie verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in leitenden Funktionen der Kredit- und Immobilienwirtschaft. Von 2003 bis 2012 war Heike Gündling als Mitglied der Geschäftsleitung im Asset Management von Corpus Sireo tätig. Dort arbeitete sie als Managing Director im Transaction Management und Business Development & Advisory. Zudem war Frau Gündling Partnerin der Ipontix Equity Consultants GmbH.

Weitere Stationen in ihrem beruflichen Werdegang waren Direktorin und Leiterin im Vertrieb und der Produktentwicklung der WestFonds GmbH, Geschäftsführerin der Lampe Immobilien GmbH, Geschäftsführerin der ABN AMRO Immobilien GmbH und Vertreterin der Global Real Estate Group der ABN AMRO Bank N.V. in Amsterdam, Bereichsleiterin Marketing und Vertrieb der DeTeImmobilien GmbH in Frankfurt und Leiterin Immobilienvertrieb der BHF-Bank AG in Frankfurt.

Heike Guendling

Heike Gündling

Die Initiative Digitales Immobilienmanagement e.V. (IDIM) ist offiziell gestartet, um die digitale Transformation der Real-Estate-Branche aktiv mitzugestalten. Was war der Motivationsgrund für diese Initiative, warum engagieren Sie sich dort?

Ziel dieser Initiative ist es, die Immobilienwirtschaft sukzessive aus ihrem Dornröschen-Schlaf, im Hinblick auf ihre bislang nur sehr zurückhaltende Innovationsbereitschaft, zu holen. Viele reden aktuell über den disruptiven Wandel durch Digitalität, aber die Wenigsten werden mit dem gebotenen Nachdruck aktiv. Das gilt sicher für einige Branchen, aber gerade die Immobilienwirtschaft hat enorme Chancen, durch ein dynamischeres Handeln die Qualität vieler Leistungen, zum Beispiel im Immobilienmanagement, voran zu bringen.

Genau hier wollen wir, die Gründungsmitglieder der IDIM, als Treiber wirken und mit konkreten, praktisch umsetzbaren Vorschlägen aufwarten und deren Umsetzung initiieren. Die digitale Entwicklung meiner Branche ist mir seit langem ein großes Anliegen, deshalb engagiere ich mich auch bei dieser Initiative.

Digitalisierung verlangt neue Workflows und die Erneuerung althergebrachter Prozesse. Wo steht aus Ihrer Sicht die Immobilienbranche in Sachen digitaler Abläufe? Ist sie den Kinderschuhen entwachsen oder was sind aus Ihrer Sicht die Gründe dafür, dass der Prozess in der Branche so langsam voranschreitet?

Wie eben schon bemerkt, gilt es, die Immobilienwirtschaft schnellstmöglich „abzuholen“ und den zwingend notwendigen digitalen Transformationsprozess voranzutreiben, damit die Branche nicht den Anschluss verliert. Einige Unternehmen laufen aktuell Gefahr – und da rede ich nicht zwingend vom oft in diesem Zusammenhang angeführten Mittelstand, sondern durchaus auch von den „Großen“ – nicht radikal genug umzudenken. Zahlreiche Marktteilnehmer halten an ihren bislang gepflegten und sicher auch über lange Zeiträume erfolgreichen Strukturen und Prozessen fest. Es ist keineswegs ungewöhnlich, dass man sich oft genau an jene Säulen klammert, die man wanken sieht.

Aber ein wesentlicher Grund ist auch, dass Innovation eben auch mit Investition einhergeht, sei es in neue Technologien oder eben auch in kreatives Personal. Dazu gehört neben Mut und Weitsicht, auch die Bereitschaft, nicht immer nur den aktuellen Shareholder-Value und den eigenen Bonus an die erste Stelle zu setzen, sondern ein vitales Interesse am Langfristerfolg des Produktes beziehungsweise der zu erbringenden Leistung zu haben und auch mal sich selbst und die eingefahrenen Bahnen zu hinterfragen. Das bedeutet einen massiven Eingriff in die DNA vieler Player am Immobilienmarkt.

Ein höherer Digitalisierungsgrad bewirkt aber auch ein deutlich höheres Maß an Transparenz im Hinblick auf Abläufe, Marktdaten und –informationen et cetera. Viele Arbitragegewinne in der Immobilienbranche basieren aber gerade auf dieser marktimmanenten Informationsasymmetrie, die, löst man sie auf, manche Geschäftsmodelle komplett in Frage stellen wird. Da liegt es auf der Hand, dass einige, die damit bisher gutes Geld verdient haben, dem digitalen Wandel mit Skepsis und Widerstand begegnen. Dennoch wird diese Entwicklung nicht aufzuhalten sein. Statt Widerstand ist vielmehr Kreativität und auch Eile geboten, sich die neuen Möglichkeiten zunutze zu machen.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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