Überspringen zu Hauptinhalt

[Interview] Manuel Stöbel über die Macht der Worte!

[Interview] Manuel Stöbel über Die Macht Der Worte!

Die Macht der Worte ist groß – wenn man weiß, wie man sie richtig einsetzt. Ihre Art zu sprechen und Ihre Sprache selbst sind grundlegend, um als Führungskraft Klarheit zu schaffen. Und nur damit erreichen Sie Ihr Ziel und können Ihre Gesprächspartner souverän überzeugen.

Manuel Stöbel vom Institut für Verhaltenskultur kennt sich mit den Methoden und Tipps von Bühnen-, Sprach- und Verhaltensprofis aus. Im Interview erklärt er, wie Sie mit Ihren Botschaften klare Signale senden.

Stimme, Atmung und Haltung sind nicht angeboren, sondern angewöhnt und antrainiert. Was antrainiert ist, können wir umtrainieren.

Manuel Stöbel, Institut für Verhaltenskultur

Manuel Stöbel ist seit 20 Jahren im Trainings- und Coachingbereich auf Mitarbeiter-, Führungs-, Executive- und Vorstandslevel unterwegs. Sein Ziel ist es, Teilnehmern neue Blickwinkel zu zeigen, Potenziale aufzudecken und mit kreativer Effizienz zu nutzen.

Manuel Stöbel besitzt umfassende Bühnenerfahrung als Opernsänger im gesamten deutschsprachigen Raum,
den USA und Russland.

Als Trainer ist er von der International Coaching Association zertifiziert und Träger des European Speaker Awards 2015.

Manuel Stöbel

Manuel Stöbel

Herr Stöbel, in Ihrem Seminar geht es um die Macht der Worte. Was steckt dahinter, wann haben Worte wirklich Macht und wirken überzeugend?

Da können wir ganz unten beim Sender-Empfänger-Modell wieder anfangen… Nein, nicht ganz. Es ist das Verstehen und Ergreifen der einen speziellen Situation. Speziell darum, weil jede Situation und jeder Moment einmalig sind – auch, wenn sie sich zu wiederholen scheinen.

Im Prinzip arbeiten wir auch jeden Tag mit anderen Menschen, auch wenn es die gleichen sind. Unser Körper verändert sich nachts und viele Millionen neue Körperzellen werden gebildet, das Wetter ändert sich, die Verhältnisse ändern sich.

Das heißt also:
Unsere Form ist von Tag zu Tag eine andere.

Kommunizieren

Darum können wir nur eines wirklich lernen: Unser Wissen im passenden Moment an den richtigen Empfänger auf die stimmigste Art und Weise weiterzugeben. Dann werden Worte wahrhaft mächtig.

Kann man seine Stimme, Atmung und Haltung darauf trainieren, dass Worte wirkungsvoll werden?

Absolut: JA! Und sie sprechen damit einen der Hauptpunkte an, die ich in meinen Seminaren weitergebe: Praktische Werkzeuge für den Alltag (und gerne den passenden Werkzeugkoffer dazu).

Auftritt und Haltung

Stimme, Atmung und Haltung sind nicht angeboren, sondern angewöhnt und antrainiert (außer irgendetwas ist krankheitsbedingt).

Was antrainiert ist, können wir umtrainieren.

Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Lernangebot so effektiv und sofort überzeugend ist, dass der Nutzen von jetzt auf gleich direkt sichtbar und wahrnehmbar wird.

Atmen Sie doch einmal tief ein. Merken Sie, wie Sie sich aufrichten? Was für eine Haltung strahlen Sie wohl auf Kunden aus, wenn Sie sich öfter so aufrichten und die Muskeln im Rücken auf diese Weise trainieren? Oder: Atmen Sie tief ein und sprechen anschließend Ihre mit mehr Luft. Wie klingt es dann? Welche Wirkung hat dann ihre Stimme? Holen Sie sich auch gerne Feedback von Freunden und Kollegen.

Können Sie ein paar Tipps geben, wie man sicherstellen kann, dass Botschaften auch wirklich verstanden werden?

Nehmen wir einmal an, Sie bereiten sich auf ein Meeting vor. An dem Meeting nehmen Kollegen teil und zwei Personen, die Sie noch nicht kennen. Dass die Botschaften bei den Kollegen ankommen, ist wie schon erwähnt je nach Tagesform eigentlich gesichert.

Doch bei den zwei unbekannten Teilnehmern ergeben sich viele Fragen:

  • Ist man sich nach dem ersten Eindruck sympathisch oder unsympathisch?
  • Hat man die gleiche fachliche Grundlage?
  • Von welchen „Machtverhältnissen“ geht man bewusst oder unbewusst aus?
Worte kommunizieren

Gut, natürlich versucht man über die unbekannten Teilnehmer möglichst viel vorher zu erfahren (Social Media, Google, Homepages und eventuell Kollegen bieten da reiche Möglichkeiten).

Auf der anderen Seite gibt es insbesondere drei Komponenten, die es zu berücksichtigen gilt, um Botschaften verständlich werden zu lassen:

Wissen und strukturieren, was man inhaltlich sagt – denken geht deshalb immer vor sprechen!

Eine mittlere Stimmlage wählen – so als ob man etwas gegen eine kleine Geräuschkulisse sagt.

Deutlich und langsam artikulieren – Lippen, Kiefer und Gesicht machen sichtbar, was wir sagen.

Gerade in Konfliktsituationen kann es schwierig sein, die richtigen Worte zu finden. Man will weder verletzend noch schwammig werden. Wie findet man hier den richtigen Mittelweg?

Konflikte sind bei uns ein so großes Thema, weil sie größtenteils unterschwellig ausgetragen werden. Wir haben im Prinzip verlernt, Konflikte auszutragen.

Nun ist das Duellieren im Morgengrauen ja zum Glück Vergangenheit.

Aber das Thema ist immer noch das gleiche:
Es geht um unser Überleben oder das des Gegners.

Konfliktsituation

Dass auch beide Parteien sogar unverletzt bleiben können, setzt bewusste Differenzierung voraus, eine Denkleistung, die schwer zu leisten ist, wenn man sich in einem Konflikt zum Beispiel bedroht fühlt. Das sind meine Tipps:

Schulen Sie sich so gut es geht täglich, differenziert mit Gefühlen wie Wut oder dem Bedroht-werden so rational umzugehen, dass sie sich beständig bewusster werden, dass eine echte (Lebens-)Gefahr nicht droht.

Klare sachliche Worte in kurzen Sätzen mit eindeutigem Ausrufezeichen nehmen so manchem drohenden Konflikt von vorn herein den Wind aus den Segeln.

Üben Sie Wertschätzung auch bei Angriffen, so übernehmen Sie die Energie, die Ihnen entgegenkommt und können diese für sich nutzen.

Worte können ja auch sehr hilfreich sein, zum Beispiel, um einzugreifen und Gespräche in die richtige Richtung zu lenken. Wie kann man mit Worten erfolgreich schlichten?

Schlichten lässt es sich am besten mit konkreten Fragen. Ruhig gestellte W-Fragen, Trichterfragen und auch geschlossene Entscheidungsfragen lassen Teammitglieder, Kollegen, Kontrahenten und auch Nachbarn sich öffnen und zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen.

Soft Skills Report

Soft Skills-Report 2016

Lesen Sie jetzt den Report unserer Soft Skills-Umfrage! Wir haben alle Fakten, die zusätzlich zum beruflichen Know-how wichtig sind, für Sie zusammengefasst.
Jetzt kostenlos herunterladen!

Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle Teamleiterin für das Content Marketing und unter anderem für die Themen-Blogs Soft Skills, Projektmanagement und Handel verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über die neusten Entwicklungen und gebe Ihnen Tipps, um die eigenen Kompetenzen verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

An den Anfang scrollen

Ihre Trick-Kiste für wirkungsvolle Auftritte im Daily Business

Überlassen Sie bei beruflichen Auftritten nichts dem Zufall und wappnen Sie sich für Herausforderungen und spontane Stolperfallen. Wir unterstützen Sie mit einer Trick-Kiste.

Jetzt herunterladen!