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[Interview] Karsten Drath: Resilienz, das Geheimnis starker Menschen!

[Interview] Karsten Drath: Resilienz, Das Geheimnis Starker Menschen!

In unserem Seminar „Resilienztraining für Führungskräfte“ geht Experte Karsten Drath dem Thema der Widerstandsfähigkeit im Berufsalltag auf den Grund. Wie resilient sind Sie eigentlich in Ihrer Rolle als Führungskraft? Und wie können Sie auch zukünftig widerstandsfähig und agil bleiben?

Im exklusiven Interview hat uns Herr Drath erste Hinweise und Tipps gegeben, warum Resilienz eigentlich so wichtig ist und wie Sie mit schwierigen Situationen oder Krisen resilienter umgehen können.

Durch die gezielte Veränderung neuronaler Verschaltungen ist es möglich, dauerhaft Verhaltensmuster zu etablieren, die die eigene Widerstandsfähigkeit fördern.

Karsten Drath, Leadership Choices GmbH, Frankfurt

Karsten Drath arbeitet erfolgreich mit Top Managern und ihren Teams.

Er ist zertifizierter Executive Coach und Psychotherapeut, Autor mehrerer Fachbücher sowie Keynote-Speaker.

Als einer der Managing Partner von Leadership Choices, einer internationalen Unternehmensberatung mit Fokus auf Leadership Development, bringt er seine Kenntnisse und umfangreiche Führungserfahrung ein, um Top Manager dabei zu unterstützen, ihre Effektivität und Resilienz zu verbessern.

Karsten Drath

Karsten Drath

Herr Drath, was ist eigentlich Resilienz und warum ist dieses Konzept für Führungskräfte heute so relevant?

Der Begriff kommt ursprünglich aus der Materialwissenschaft, wo er die Fähigkeit eines Körpers beschreibt, auf eine Einwirkung von außen elastisch zu reagieren und anschließend wieder seine ursprüngliche Form einzunehmen. Man könnte Resilienz also mit „Elastizität“ oder „Wiederherstellungsfähigkeit“ übersetzen. Angewandt auf den Menschen beschreibt Resilienz die Fähigkeit, Krisen unbeschadet zu bewältigen und an ihnen zu wachsen, ja sogar gestärkt aus ihnen hervorzugehen.

Inwieweit ist die Eigenschaft der Resilienz überhaupt erlernbar?

Ein kleiner Teil der Resilienz liegt tatsächlich in unserer Persönlichkeit begründet und ist von daher quasi angeboren. Ein weitaus größerer Teil jedoch besteht aus erlernten und erlernbaren Strategien zum effektiven Selbstmanagement.

Dafür haben wir das Modell der „Sieben Sphären der Resilienz“ entwickelt – auf allen sieben Ebenen üben wir. Eine dieser Ebenen ist die Biographie, das heißt die Geschichte, die wir selbst über unser Leben erzählen. Weitere Ebenen sind der Sinn und die innere Haltung.

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Welche Rolle spielt dabei meine innere Haltung?

Kurz gesagt: die innere Haltung spielt eine ganz zentrale Rolle. Hier sind zum Beispiel die Glaubenssätze verortet, das heißt die grundlegenden Entscheidungen über das Leben, die sich im Laufe der Zeit im Gehirn manifestieren. In unseren Workshops identifizieren wir sie – das ist oft der schwierigste Part für die Teilnehmer, denn sie sind sich ihrer Glaubenssätze meist nicht bewusst.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Nicht selten treffen wir auf Sätze wie „Wenn ich nicht alles gebe, werde ich nicht respektiert“. Wer so einen inneren Antreiber hat, ist auf der Haben-Seite meist besonders leistungsfähig und erfolgreich. Und auf der Soll-Seite fällt es ihm schwer abzuschalten und das Erreichte zu genießen. Im Workshop holen wir die Glaubenssätze ins Bewusstsein und der Manager kann dann entscheiden, ob dieser Glaubenssatz hilfreich oder störend für sein Leben ist – und ihn gegebenenfalls entsprechend modifizieren.

Wie schaffe ich es, alte Überzeugungen oder Denkmuster so zu verändern, dass ich widerstandsfähig werde?

Hier helfen uns die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung. Das menschliche Gehirn ist höchst individuell und unabhängig vom Alter veränderbar, das heißt jedes Gehirn ist einzigartig in seiner Vernetzung und hört im Laufe des Lebens nicht auf, sich individuell zu entwickeln.

Design Thinking, Priming, Denken, Kreativität

Der kanadische Psychologe Donald Hebb stellte bereits im Jahre 1949 dazu eine Gesetzmäßigkeit auf, die noch heute Gültigkeit besitzt und wissenschaftlich erwiesen ist: „What fires together, wires together“. Das Hebb’sche Gesetz bedeutet, dass Neuronen verschiedener Hirnareale, die regelmäßig gemeinsam erregt werden, mit der Zeit immer stärkere Vernetzungen ausbilden, bis sie schließlich zu einem eigenständigen Erregungsmuster geworden sind. Solche Erregungsmuster kann man sich am besten als neuronale Autobahnen vorstellen, die vom Gehirn häufig frequentiert werden, wenn es bestimmte Situationen zu bewältigen gilt.

Das Wichtige dabei: Diese Erkenntnis gilt unabhängig vom Alter des jeweiligen Menschen. Durch die gezielte Veränderung neuronaler Verschaltungen ist es möglich, dauerhaft Verhaltensmuster zu etablieren, die die eigene Widerstandsfähigkeit fördern, wie zum Beispiel einen neuen Glaubenssatz.

Wie kann Resilienz meinen Führungsalltag positiv verändern?

Die heutigen Anforderungen an eine Führungskraft sind vielfältig und komplex. Befehle und Anweisungen sind nicht mehr zeitgemäß. Manager müssen heute Mitarbeiter emotional an sich binden und Vertrauen stiften. Das gelingt jedoch nur, wenn man als Vorgesetzter sich selbst effektiv steuern kann und einen funktionierenden Neutralisationsmechanismus für Krisen und Konflikte hat, genau wie ein Hochhaus in einem Erdbebengebiet.

Ein Beispiel:
Eines der höchsten Gebäude der Welt steht in Taiwan, das „Taipei 101“.

Es ist zwischen dem 88. und dem 92. Stockwerk mit einer 600 Tonnen schweren Stahlkugel als Pendel ausgestattet.

Gebäude Taipei 101

Bebt die Erde, und das tut sie über 70-mal pro Monat, schwingt die Kugel in einem neutralisierenden Rhythmus und stellt ein wirksames Gegengewicht dar – das Gebäude nimmt trotz schwerer Erschütterung keinen Schaden. Das ist die Widerstandskraft, die Führungskräfte benötigen. Das ist Resilienz. Und die trainieren wir mit Führungskräften.

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Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle Teamleiterin für das Content Marketing und unter anderem für die Themen-Blogs Soft Skills, Projektmanagement und Handel verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über die neusten Entwicklungen und gebe Ihnen Tipps, um die eigenen Kompetenzen verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

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