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Jutta Röhrig über die Motivation bei Veränderungen

Jutta Röhrig über Die Motivation Bei Veränderungen

Einige reagieren mit Skepsis, wenn es um Veränderungen geht, andere freuen sich über neue Herausforderungen. Warum ist das so und wie kann man es schaffen, trotz der Angst vor dem Unbekannten, sich selbst und andere zu motivieren? Jutta Röhrig klärt auf und gibt praktische Tipps für die Senior-Assistenz.

Viele von uns haben Angst davor, das Altbekannte und zum Teil Liebgewonnene zu verlassen und gegen das große Unbekannte auszutauschen. Die Reaktion des „sich Weigerns“ ist somit ganz natürlich.

Jutta Röhrig, freiberufliche Beraterin, Trainerin und Coach

Jutta Röhrig ist freiberufliche Beraterin, Trainerin und Coach mit den Trainings-Schwerpunkten soziale Kompetenz, Kommunikation, Teamtrainings, Zeit- und Büromanagement. Frau Röhrig sammelte umfangreiche Trainingserfahrung bei der Bundeszentralgenossenschaft Straßenverkehr (SVG) eG in den Bereichen Verkauf und Kundenorientierung, Kommunikation für Führungskräfte, Mitarbeiterführung und Motivation, Teamentwicklung und Zeitmanagement, Moderation von Arbeitskreisen, Konfliktmanagement sowie Einzelcoaching für Führungskräfte. Sie studierte Romanistik an der Universität Wien und absolvierte zahlreiche Weiterbildungen im Bereich Training und Coaching.

Jutta Röhrig

Jutta Röhrig

Veränderungen sind per se nichts Negatives, doch viele fürchten sich davor. Ist es möglich trotz dieser Angst, sich selbst und andere positiv für Neues zu stimmen?

Im Allgemeinen ist es so, dass Veränderungen bei den meisten von uns zunächst einmal Reaktionen der emotionalen Bereiche ansprechen und die der rationalen ausblenden. Je nach Menschentyp ist der Umgang mit dem Ungewissen unterschiedlich; manche Menschen sehen jeglichen Veränderungen mit Neugier und Spannung entgegen, andere hingegen reagieren mit starker Furcht und Skepsis. Und das nicht nur, weil der persönliche Nachteil gesehen wird, sondern oft auch, weil man nicht einsehen will, dass das, was sich bewährt hat, nun abgelegt werden soll.

Nicht jede neue Situation ist per se falsch

Viele von uns haben Angst davor, das Altbekannte und zum Teil Liebgewonnene zu verlassen und gegen das große Unbekannte auszutauschen. Die Reaktion des „sich Weigerns“ ist somit ganz natürlich. Mitunter nagen sich jedoch unsere Gedanken an das Negative so fest, dass wir keinen Raum für positive Gedanken haben. Nichts ist lebhafter als die Gebetsmühlen-artigen negativen (Selbst)Gespräche, die wir mit uns und anderen führen. Wenn wir etwas erleben, was uns nicht gefällt, empfinden wir die Situation oft gefühlsmäßig als „falsch“. Die Folge ist, dass wir dagegen ankämpfen, ohne die Kehrseite der Medaille zu sehen.

Um dieser Falle der negativen Gedanken zu entkommen, empfiehlt es sich, Abstand zu nehmen und sich bewusst zu machen, dass unsere Reaktionen häufig emotional und somit nicht fundiert sind. Oft macht es Sinn, so zu tun, als würden wir die Angelegenheit als unbeteiligter Außenstehender betrachten und Gedanken zuzulassen, dass das, was passiert, vielleicht doch „richtig“ sein kann. Dadurch fällt es meist leichter, die Veränderung anzunehmen und Zugang zu Problemlösungsansätzen zu finden. Gelingt es uns, Abstand zu gewinnen, werden wir merken, dass beinahe jeder Veränderung auch etwas Positives abzugewinnen ist.

Die Methode des Reframings kann hierbei helfen. Das bedeutet, der veränderten und dem ersten Augenschein nach negativen Situation einen neuen Rahmen zu geben. So klagte einmal eine Assistentin darüber, dass der neue Chef alles selber mache und für sie kaum mehr interessante Aufgaben blieben. Fügt man diese Situation nun in einen neuen Bezug und deutet sie um, könnte eine der neuen Deutung die sein, dass die Assistentin in der neu gewonnenen Zeit Gelegenheit für die Weiterbildung, für intensiveres Netzwerken oder für die Suche eigener neuer Projekte hat.

Die Reframings-Methode 

Es gibt hilfreiche Fragen, die wir uns stellen können, um positive Gedanken zu wecken und ein Umdenken auszulösen:

Inwiefern könnte das, was gerade passiert, genau richtig für mich sein?

Was könnte hier die Chance sein?

Was könnte ich (daraus) lernen?

Was macht hier gerade Sinn?

Wie könnte ich das noch sehen?

Wie würde es mir gehen, wenn ich das anders sehen würde?

Die Beantwortung vor allem der letzten Frage sollte uns bewusst machen, dass oft ein einziger negativer Gedanke der Grund für unsere Besorgnis und schlechte Laune sein kann.

Wie kann man mit Veränderungen im Unternehmen umgehen, vor allem wenn ein neuer Vorgesetzter vor der Tür steht?

Ziehen Sie positive Veränderungen in Betracht!

Auch der Gedanke, dass nach dem beliebten/gewohnten Chef, mit dem man so viele Jahre zusammengearbeitet hat, nichts Ebenbürtiges nachkommen kann, erschreckt oft. Entweder, weil der Flurfunk schon Negatives über den/die neue/n Vorgesetzten berichtet hat, weil der Altersunterschied sehr groß sein wird oder ähnliches. Das führt dazu, dass die Möglichkeit einer positiven Veränderung überhaupt nicht in Betracht gezogen werden kann. Dabei kann eine Veränderung im Unternehmensbereich durchaus Vorteile mit sich bringen!

Egal, wer und wie der oder die „Neue“ ist, bei jeder personellen Veränderung helfen klare Regeln und Strukturen. Dabei ist folgendes Vorgehen hilfreich:

Notieren Sie sämtliche Aufgaben und deren Zeitbedarf, die bis jetzt in Ihren Bereich gehörten.

Davon markieren Sie alle Aufgaben, die Sie in Zukunft gerne abgeben würden. Vielleicht gelingt es Ihnen, gemeinsam mit dem/der neuen Vorgesetzten (Kollegen), das eine oder andere abzugeben.

Schreiben Sie zusätzlich die Aufgaben auf, die Sie in Zukunft gerne übernehmen würden.

Mit diesen Listen im Hinterkopf führen Sie direkt zu Beginn der neuen Arbeitssituation ein längeres Gespräch mit dem/der neuen Vorgesetzten (Kollegen). Dabei sollen in der Hauptsache zwei bedeutende Fragen erarbeitet werden:

  1. Was braucht „der/die Neue“, damit die Zusammenarbeit optimal sein wird. und
  2. Was brauchen Sie von ihm/ihr, damit Sie einen guten Service erbringen und ihn/sie entlasten können.

Die Bedeutung der eigenen Bedürfnisse und Wünsche wird sehr häufig und insbesondere von der Assistenz verkannt, beziehungsweise die Äußerungen derselben werden nicht gewagt.

Betriebliche Ausbildung

Jede Generation hat ihre Besonderheiten. Was muss man Ihrer Meinung nach bei dem Umgang mit der neuen Generation Y beachten?

Spaßkomponente an erster Stelle bei Generation Y

Wenn wir davon ausgehen, dass die heute 15- bis 30-Jährigen zum Teil eine andere Erziehung erfahren haben als die Generationen zuvor, muss sich auch der berufliche Umgang mit dieser Generation verändern. Viele Kinder dieser Generation wurden von ihren Eltern mehr gelobt, unterstützt und „hofiert“ als alle vorangegangenen Generationen. Dies hat zur Folge, dass das Selbstbewusstsein dieser Jugendlichen ausgeprägter ist, dass mitunter auch die Einschätzung der eigenen Kompetenzen übersteigert sein können und dass der Umgang mit Kritik noch schwieriger ist als er sowieso schon bei uns allen ist.

Viele dieser jungen Menschen leben mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sie bei Schwierigkeiten vom Elternhaus oder anderen Instanzen unterstützt werden. Wenn sie eine gute Ausbildung genossen haben, sind sie mit Sicherheit zu vielem fähig. Der Unterschied zu den vorangehenden Generationen ist jedoch, dass die „Spaßkomponente“ an erster Stelle steht und das Pflichtgefühl Verträgen und Abmachungen gegenüber mitunter an Bedeutung verloren hat.

Wer als Kollege oder Vorgesetzter diese Menschen für sich gewinnen will, sollte sehr viel Lob und Anerkennung schenken und Anreize schaffen, die den Spaß und die Freude an der Arbeit vermitteln.

Im Falle von Kritik ist darauf zu achten, dass diese diplomatisch formuliert und möglichst nicht als Du-Botschaften verstanden werden.

Mehr Tipps

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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