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[Interview] Johannes Braith: Share dich zum Teufel oder die Sharing Economy in der Immobilienwirtschaft

[Interview] Johannes Braith: Share Dich Zum Teufel Oder Die Sharing Economy In Der Immobilienwirtschaft

Nicht nur München und Berlin können mit erfolgreichen Startups auftrumpfen, auch Wien hat an dieser Stelle einiges zu bieten! Im Vorfeld unseres Immobilienforum Wiens haben wir Johannes Braith, Gründer des PropTechs store.me, zum Thema Sharing in der Immobilienwirtschaft und das Startup-Dasein in Wien befragt.

Trotzdem muss erwähnt werden, dass es gerade in der Frühphase in Österreich tolle Unterstützungsmöglichkeiten für Jungunternehmer gibt. Ein pauschales Versagen der Politik, wie es häufig in diesem Zusammenhang proklamiert wird, sehe ich daher nicht.

Johannes Braith, store.me, Wien

Johannes Braith gründete nach Stationen bei internationalen Speditionen und Forschungseinrichtungen im Bereich Logistik & Transport das Startup store.me. Braith ist außerdem Branchengruppenleiter der Jungen Wirtschaft für die Bereiche Transport, Verkehr und Logistik sowie Obmann der „Next Generation“ des Vereins Netzwerk Logistik. Er studierte Logistik und Supply Chain Management an der FH Bfi Wien.

Johannes Braith

Johannes Braith

Herr Braith, dass Autos oder Wohnungen geteilt werden können, weiß mittlerweile jeder. Wie wirkt sich die Sharing Economy auf die Immobilienbranche aus?

Ein Großteil dessen, was wir besitzen, wird oft nicht gebraucht. Das Auto, leere Zimmer oder sogar seine Couch zu „sharen“ war anfangs für Enthusiasten eine große Sache. Doch wirft man hingegen heute einen Blick auf Player wie Airbnb, die das Teilen von Räumlichkeiten zu Urlaubszwecken anbieten, so dürfte es dem einen oder anderen Hotelier die Nackenhaare aufstellen. Airbnb ging 2008 online und verzeichnet mit einer Wachstumsrate von bis zu 500% bereits über zehn Millionen Nächtigungen in mehr als 190 Ländern. Das Konsumverhalten und somit auch die Gesellschaft unterziehen sich einem Paradigmenwechsel, welcher nicht nur auf die Tourismusbranche, sondern auch auf alle anderen Wirtschaftszweige Auswirkungen haben wird.

carsharing

Car-Sharing ist erst der Anfang.

Crowdinvesting wird gerade zum großen Thema in der Immobilienbranche. Was denken Sie, hat das eine Zukunft?

Alternative Finanzierungsformen erleben gerade einen massiven Aufschwung. Gerade bei der Unternehmensfinanzierung von Startups mittels Crowdinvesting konnte man in der jüngeren Vergangenheit tolle Projekte beobachten. Crowdinvesting konzentrierte sich allerdings auf Frühphasenprojekte, die mit hohen Risiken, aber auch mit damit verbundenen hohen Renditen verbunden waren. Ich denke, dass besonders der Immobilienmarkt von dieser Finanzierungsform profitieren kann. Es werden neue Möglichkeiten eröffnet, welche auch Investitionsanreize für Personen schaffen, die im konventionellen Sinne nicht in Immobilien investieren könnten oder würden. Das von der Jungen Wirtschaft lange geforderte Alternativfinanzierungsgesetz läutet hier auch eine neue Ära an Opportunitäten ein. Besonders durch die Anhebung der Obergrenze für die Prospektpflicht auf fünf Millionen Euro sowie eine Implementierung einer stufenweisen Informationspflicht, bieten hier Chancen für eine gute Entwicklung in der Zukunft.

Und nun zu Ihnen und der store.me GmbH. Was genau ist store.me und wie ist diese Idee entstanden?

Wie bereits erwähnt, ist das Teilen von Leerstand in der Gesellschaft angekommen. Auch freie Flächen wie Kellerabteile, Souterrainflächen und Geschäftslokale können neuerdings auf der Lagerplatzbörse www.store.me als Stauraum geteilt werden. Durch die Urbanisierung verfügen Menschen in Städten über immer weniger Platz, welchen Sie sich nun durch das intelligente Teilen schaffen können. Vermieter profitieren auf der anderen Seite von unkomplizierten Mieteinnahmen der Objekte, welche als Wohnraum oder Geschäftslokal schlecht geeignet sind. Darüber hinaus bietet store.me umfangreiche Zusatzleistungen wie Übersiedelungen, Versicherung für die eingelagerten Waren sowie Reinigungsservices an. Hervorzuheben ist hier die innovative Kooperation von store.me mit der VAV Versicherung. Durch die Zusammenarbeit konnten neuartige Versicherungsservices entwickelt werden. Seit dem Start der Lagerplatzbörse werden bereits mehr als 250.000 Quadratmeter Fläche in ganz Österreich angeboten, Trend steigend.

Immobilien - Wien

War es schwer, in Wien als Startup Fuß zu fassen?

Natürlich könnte der Gründungsprozess enorme Erneuerungen und eine Entbürokratisierung vertragen. Trotzdem muss erwähnt werden, dass es gerade in der Frühphase in Österreich tolle Unterstützungsmöglichkeiten für Jungunternehmer gibt. Ein pauschales Versagen der Politik, wie es häufig in diesem Zusammenhang proklamiert wird, sehe ich daher nicht. Der Anfang einer Unternehmensgründung ist natürlich eine intensive Zeit, die ich aber auch nicht missen möchte. Durch harte Arbeit, beweist man sich jeden Tag aufs Neue, dass man vordefinierte Ziele erreichen kann.

Immobilienforum Wien

Diskutieren Sie mit Johannes Braith auf unserem Immobilienforum Wien am 14. Februar 2017! Hören Sie außerdem seinen Vortrag mit dem Titel „Share dich zum Teufel: Von dem Trend der Sharing Economy und dem Nutzen für die  Immobilienwirtschaft“!

Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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