Jan-Dirk Müller-Seidler über Herausforderungen beim Bau von Mikro-Apartments

Jan Dirk Müller Seidler

Mikro-Apartments sind nicht nur für Studierende ein interessantes Wohnkonzept. Immer mehr Menschen entscheiden sich für kleinere Wohnflächen in zentraler Lage. Und auch Investoren zeigen vermehrt großes Interesse am Mikro-Wohnen. Doch machen Mikro-Apartments in B- und C-Standorten Sinn? Und vor welchen Herausforderungen steht man bei diesem speziellen Wohnungsbau? Wir haben Geschäftsführer Jan-Dirk Müller-Seidler in einem Interview dazu befragt.

Jan-Dirk Müller-Seidler ist Geschäftsführer bei der IHT Planungsgesellschaft mbH in Darmstadt.  Er ist Experte für die Projektentwicklung und Realisierung von Mikro-Apartments unter wirtschaftlichen und marktstrategischen Gesichtspunkten. In den letzten 15 Jahren wurden unter der Federführung der IHT bundesweit über 6.500 Apartments in den verschiedensten Wohnformen und Gebäudetypologien realisiert.

Wo liegen bei einer Konversion die besonderen Herausforderungen im Gegensatz zu einem Neubau?

Nun, die Planung ist wesentlich aufwändiger. Sie müssen das statische Tragwerk berücksichtigen, sind vom Zuschnitt der Grundrisse eingeschränkt und müssen diese eben entsprechend der vorhandenen Rastermöglichkeiten anpassen.

Auch die Infrastruktur der Haustechnik, Stichwort „Schachtbelegung“, sind schon im Entwurf zu berücksichtigen. Bei einer Revitalisierung von Bürogebäuden sind oftmals sehr unwirtschaftliche breite Mittelflure auszunutzen et cetera. Eine weitere Herausforderung sind die belasteten verbauten Materialien aus den 60er und 70er Jahren. Spannend ist die Neugestaltung der Fassaden.

Studentisches Wohnen etabliert sich immer mehr als eigenständige Asset-Klasse,  die für immer mehr Investoren interessant erscheint. Was hat diese Veränderung ausgelöst?

Das ist schnell beantwortet:  Mit dem studentischen Wohnen hat man in entsprechenden Uni-Städten ein sicheres und wachsendes Potential. Hinzu kommt die stetig wachsende Anzahl der Studierenden. Die Rendite liegt trotz der häufig überzogenen Grundstückspreise zwischen 3,5 Prozent und 5,5 Prozent. In Zeiten der Niedrigzinsphasen oder gar Negativ-Zinsen ein deutliches Pro. Außerdem werden die von uns geplanten Studierendenwohnanlagen auf Drittverwendung geplant.

Wenn Sie an Mikro-Apartments außerhalb der BIG 7-Städte denken, beispielsweise an Mikro-Apartments in der Studentenstadt Darmstadt: Welche besonderen Herausforderungen gibt es dort?

Ich würde Darmstadt als Top-Standort bezeichnen, bedenken Sie, dass wir über 40.000 Studierende bei 165.000 Einwohnern haben.

Aber welche besonderen Herausforderungen gibt es vor allem dort?

Das Angebot des Gebäudes und die Größe der Apartments sowie deren Ausstattung sind wichtig. Wir planen immer Learning-Lounges , Wash-Bars, Gyms und Media-Räume für die Studierenden ein.

Mit diesem attraktiven kostenfreien Angebot setzen Sie sich vom Markt ab. Ein Garant für eine Vollbelegung.

Welche Kriterien müssen B- und C-Standorte mitbringen, damit die Wohnform Mikro-Apartments lohnenswert ist?

Lage, Lage, Lage: Je näher an der Uni, desto höher die Akzeptanz auch mal einen Euro mehr auszugeben. Außerdem ist zu beachten, dass eine gute Anbindung an den ÖPNV gegeben ist.

Ein Angebot an Car-Sharing mit E-Autos hilft zudem, die Attraktivität zu erhöhen.

carsharing

Welche Herausforderungen entstehen allgemein bei dem Bau von Studierendenwohnheimen? Und was können andere Wohnimmobilien von diesem Wohnungsbau lernen?

Nun, die eigentliche Herausforderung ist es, den Studierenden eine gelungene Mischung aus Komfort und Unterhaltung anzubieten. Angefangen von einem jungen, anmutenden, modernen Gebäude bis hin zu einer attraktiven Möblierung.

Der Bewohner soll mit Stolz sagen können, wo er wohnt und was geboten wird.

Welches Ihrer Projekte hat Sie am meisten beeindruckt und  auf welches Ihrer Projekte sind Sie besonders stolz?

Ganz ehrlich, jeder der von uns mittlerweile 6.500 realisierten Bettplätze erfüllt mich mit Stolz. Jeder unserer Kunden ob Fonds, Privates oder Studierendenwerke sind von unseren Leistungen beeindruckt.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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