Überspringen zu Hauptinhalt

Welches Führungsverfahren für welche Situation? [Teil 1]

Welches Führungsverfahren Für Welche Situation? [Teil 1]

Gute Mitarbeiterführung gehört für viele Vorgesetzte zu den fortwährenden Herausforderungen, die sie ein Leben lang begleiten. Manche Menschen vertreten die Auffassung, dass man entweder als Führungskraft geboren wird, oder man lernt es eben nie. Sicher, viel hat mit emotionaler Intelligenz zu tun und einigen Chefs fällt die Leitung leichter, als anderen. Doch mit der richtigen Methodik und dem nötigen Hintergrundwissen gelingt gute Führung – auch für Neueinsteiger.

Einer der Experten für Mitarbeiterführung ist Heinz-Josef Botthof. Er berät seit vielen Jahren sowohl neue als auch gestandene Vorgesetzte dabei, den richtigen Führungsweg einzuschlagen. Im ersten Teil seines Interviews hat er uns verraten, welche Führungsverfahren es gibt und wie Sie erkennen, welchen Weg Sie einschlagen sollten.

Die Kunst der guten Führung ist es, den für den jeweiligen Mitarbeiter passenden Stil zu finden.

Heinz-Josef Botthof, Business Manager Seminare & Coaching, msg treorbis GmbH

Heinz-Josef Botthof ist seit 1998 Leiter des Bereichs Management Training der msg treorbis GmbH in Hamburg. Er ist Experte für Führung und Projektmanagement und verfügt über langjährige Erfahrungen in der Entwicklung und Leitung von Management Trainings zu den Themen Führung, Projektmanagement, Change Management und Controlling. Vor seiner Tätigkeit bei der msg Gruppe war Heinz-Josef Botthof sieben Jahre bei der Akademie Führung & Organisation als Geschäftsstellenleiter in Bonn. Von 1988 bis 2000 hatte er parallel Lehraufträge an der Hochschule und der Universität in Gießen zu den Themen Allg. BWL und VWL.

Er ist zertifizierter Prozessberater (CBPP®: Certified Business Process Professional) und Mitglied der Organisatorengruppe (MdO). Seit 2018 ist er auch Zertifizierter Blended Learning Online Trainer.

Heinz-Josef Botthof

Heinz-Josef Botthof

Herr Botthof, Sie stellen in Ihrem Seminar viele verschiedene Führungsverfahren vor. Wie unterscheiden sich diese?

Mit den Führungsverfahren bestimmt sich die Zusammenarbeit zwischen der Führungskraft und den Mitarbeitern. Es kann eine sehr enge Führung sein, bei der die Freiräume für den Mitarbeiter gering sind und er stark weisungsgebunden arbeitet. Es kann aber auch eine lockere Führung sein, bei der dem Mitarbeiter sehr viele Freiräume und Gestaltungsspielräume gewährt werden. Die Führungsarbeit reduziert sich auf die Abstimmung der Ziele und die dann regelmäßig erfolgende Kontrolle.

Wie findet man da den richtigen Weg?

Die Kunst der guten Führung ist es, den für den jeweiligen Mitarbeiter passenden Stil zu finden. Mitarbeiter sollen weder unterfordert sein und sich langweilen, noch überfordert sein und unter Dauerstress stehen. Beide Situationen führen zu keinen guten Ergebnissen.

Daher ist die Herausforderung für die Führungskraft situativ zu führen. Was allerdings gerade bei hohem Zeitdruck nicht einfach ist. Führungskräfte neigen dann gerne dazu, alle Mitarbeiter mit dem gleichen Stil zu bedienen.

Können Sie uns ein paar der Verfahren kurz vorstellen?

Das wohl Bekannteste der Verfahren ist die Delegation oder „Management by Delegation“ (MbD). Führungskräfte können und sollen nicht alle Arbeiten alleine erledigen. Das Ziel einer guten Führung ist es, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter optimal in die Erledigung der anstehenden Aufgaben einzubinden. Die Arbeit soll von der Person erledigt werden, die es am besten kann!

Delegation kann so einen Beitrag zu Qualifizierung und zur Motivation leisten. Übertragen wird nicht nur die Aufgabe sondern auch Kompetenzen und Verantwortung.

Leider wird das wunderbare Verfahren von Führungskräften oft nur zum Abschieben von Aufgaben missbraucht.

Ein weiteres Verfahren ist „Management by Objectives“ (MbO). Mit dem Mitarbeiter werden für einen bestimmten Zeitraum (ggf. 1 Jahr) Ziele vereinbart, die er erreichen soll. Bei der Umsetzung hat er große Spielräume, die er je nach eigenem Ansatz nutzen kann. Am Ende muss nur das Ziel erreicht sein.

Wenn realistische Ziele gesetzt werden, die gemeinsam mit dem Mitarbeiter aufgestellt werden, und die Zielerreichung auch klar messbar ist, handelt es sich um ein wunderbares Führungsverfahren. Es verschafft zudem der Führungskraft etwas Ruhe. Der Mitarbeiter ist mit einer größeren Aufgabe über längere Zeit eigenverantwortlich beschäftigt. Die Führungskraft kontrolliert und berät bei Bedarf. Leider kommt es häufig zu Situationen, bei denen nur noch die Zahl und nicht der Mitarbeiter gesehen wird. Extrem ist dies bei Einheiten mit einer großen Leitungsspanne zu erkennen.

Als drittes Verfahren will ich „Management by Communication“ (MbC) vorstellen. Es ist eine Wortschöpfung von mir, die verdeutlichen soll, dass Führung vom Dialog mit dem Mitarbeiter lebt. In allen Verfahren brauchen wir gute Kommunikation. Gleichfalls transportieren Führungskräfte durch Kommunikation Fakten, die für die Arbeit erforderlich sind und ebenso die Wertschätzung für den Mitarbeiter. Daraus erwächst Identifikation, Vertrauen und damit Motivation. Leider fällt die Kommunikation immer häufiger dem Zeitmangel zum Opfer.

 

Lernen Sie zu delegieren, aktiv zuzuhören und richtig zu loben!

In dem Seminar Managementtraining für Teamleiter gibt der Experte Ihnen einen Leitfaden für erfolgreiche Führung und Zusammenarbeit an die Hand. Nutzen Sie seine langjährige Expertise, um den souveränen Umgang mit schwierigen Teammitgliedern, Kollegen und Vorgesetzten besser zu meistern.

Führung für Einsteiger

Soft Skills Band 2: Führung für Einsteiger

Was müssen Sie beim Wechsel vom Kollegen zum Vorgesetzten beachten? Vier erfahrene Experten geben Ihnen Tipps für Ihre neue Rolle!
Jetzt kostenlos herunterladen!

Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle Teamleiterin für das Content Marketing und unter anderem für die Themen-Blogs Soft Skills, Projektmanagement und Handel verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über die neusten Entwicklungen und gebe Ihnen Tipps, um die eigenen Kompetenzen verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

An den Anfang scrollen

Ihre Trick-Kiste für wirkungsvolle Auftritte im Daily Business

Überlassen Sie bei beruflichen Auftritten nichts dem Zufall und wappnen Sie sich für Herausforderungen und spontane Stolperfallen. Wir unterstützen Sie mit einer Trick-Kiste.

Jetzt herunterladen!