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Hanno Balzer über Vattenfalls Virtuelles Kraftwerk

Hanno Balzer über Vattenfalls Virtuelles Kraftwerk

Hanno Balzer von der Vattenfall Europe Wärme AG sprach mit uns über das Virtuelle Kraftwerk seines Konzerns und erklärte, warum Wärme die derzeit besten Möglichkeit zur Speicherung überschüssiger Energie ist.

Hanno Balzer ist Manager des Bereichs Solutions Operations Germany bei der Vattenfall Europe Wärme AG. Bereits zuvor war er acht Jahre als Leiter Regional-EVU in der VEAG bzw. der Vattenfall Europe Sales GmbH tätig. Nachdem er danach ein Jahr die Geschäftsentwicklung der Vattenfall Europe Wärme AG leitete, wechselte der Experte für dezentrale Wärmeversorgung in seine aktuelle Position. Weitere berufliche Erfahrung sammelte der studierte Volkswirt unter anderem bei E.ON Edis.

Hanno Balzer

Herr Balzer, Vattenfall betreibt seit 2010 ein Virtuelles Kraftwerk. Wie funktioniert ein Virtuelles Kraftwerk und welchen Zweck erfüllt es?

Das Virtuelle Kraftwerk von Vattenfall schließt dezentrale Energieanlagen, wie Blockheizkraftwerke zu einem vernetzten, flexibel regelbaren und zentral gesteuerten Anlagensystem zusammen. Zunächst war es die Aufgabe des Virtuellen Kraftwerks, den dezentral erzeugten Strom gebündelt auf dem Großhandelsmarkt zu veräußern und Systemdienstleistungen bereitzustellen. Zukünftig soll das System zur Glättung von Netzentnahme und -einspeisung oder zur Datenbereitstellung für die Verteilungsnetzbetreiber eingesetzt werden. So kann ohne teure Umrüstung auf neue Mess- oder Steuerungssysteme eine flexible Vermarktung dezentraler Energieversorgungssysteme im jeweils besten Markt erfolgen.

Die Reduzierung der Betriebskosten ist eine der großen Herausforderungen.

Hanno Balzer, Vattenfall Europe Wärme AG, Berlin

Was sind die größten Herausforderungen beim Aufbau und Betrieb eines Virtuellen Kraftwerks?

Die Reduzierung der Betriebskosten ist eine der großen Herausforderungen. Dabei geht es um die Kosten für die Datenkommunikation und um die Kosten für die Installation einer Steuerungseinheit. Die andere große Herausforderung ist die Reduzierung der Komplexität, die sich aus der Steuerung vieler zusammengeschalteter Anlagen ergibt.

Die Entwicklung des branchenübergreifenden Industriestandards VHPready 4.0 ist ein wichtiger Meilenstein, um diese Herausforderungen zu meistern. Der Industriestandard stellt die technische Basis für ein einheitliches Netzwerk dezentraler Energieerzeugung bereit und trägt deutlich zur Reduzierung von Kosten und Komplexität bei.

Wärme ist derzeit die mit Abstand günstigste Form zur Energiespeicherung.

Hanno Balzer, Vattenfall Europe Wärme AG, Berlin

Besonders viel diskutiert wurden in der Vergangenheit die Speicherkonzepte für überschüssige Energie. Vattenfall setzt bei seinem Virtuellen Kraftwerk vor allem auf deren Speicherung in Form von Wärme. Was sind die Vorzüge dieses Konzepts?

Wärme ist derzeit die mit Abstand günstigste Form zur Energiespeicherung, weshalb wir auf dezentrale Wärmeversorgungsanlagen in unserem Virtuelles Kraftwerk setzen. Die kleinen, dezentralen Anlagen lassen sich schnell und flexibel steuern. So können wir unsere Produktion von Strom und Wärme an der Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie orientieren und bei Bedarf an Strom die Wärme für den späteren Verbrauch kostengünstig speichern.

Durch das professionelle Energiemanagement […] wird die Wärmeversorgung noch sicherer. […] Darüber hinaus profitieren Verbraucher von geringeren Energiekosten.

Hanno Balzer, Vattenfall Europe Wärme AG, Berlin

Welche Vorteile dürfen sich die Verbraucher von der Teilnahme an einem Virtuellen Kraftwerk versprechen?

Durch das professionelle Energiemanagement der Blockheizkraftwerke (BHKW) über das Virtuelle Kraftwerk wird die Wärmeversorgung noch sicherer, denn Störungen werden in der Vattenfall Wärmeleitwarte sofort erkannt und erforderliche Maßnahmen veranlasst.

Darüber hinaus profitieren die Verbraucher von geringeren Energiekosten: Die Einbindung der Anlagen in das Virtuelle Kraftwerk und die damit verbundene Vermarktung des Strom ermöglicht günstigere Wärmekonditionen. Nutzen die Verbraucher auch den vor Ort erzeugten Strom, so profitieren sie von günstigen Mieterstrom-Konditionen.

 

Vielen Dank für das Interview!

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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