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[Interview] Effiziente Selbst- und Zeitorganisation: Bezwingen Sie den persönlichen Mount Everest

[Interview] Effiziente Selbst- Und Zeitorganisation: Bezwingen Sie Den Persönlichen Mount Everest

Viele Führungskräfte fühlen sich in der schnelllebigen Arbeitswelt häufig an der Grenze zur Belastbarkeit. Martina Aron-Weidlich vergleicht diese Aufgaben mit einem persönlichen Mount Everest und hat interessante Vorschläge, wie Sie diesen tatsächlich bezwingen und handlungsfähig bleiben. Als Betriebspsychologin ist es ihr ein besonderes Anliegen, Manager und Führungskräfte zu einer sinnvollen und werteorientierten Arbeitshaltung zu führen, die mit Spaß an der Herausforderung, Freude am Miteinander und persönlicher Zufriedenheit einhergeht. Sie praktiziert positives Lifemanagement, welches ihren beruflichen, privaten und persönlichen Erfolg ermöglicht. 

Martina Aron-Weidlich ist seit 1990 Geschäftsführerin der Weidlich Consulting in Frankfurt/M. und berät, trainiert und coacht namhafte deutsche und internationale Unternehmen und deren Führungskräfte. Sie ist ausgewiesene Spezialistin auf dem Gebiet der Organisation- und Führungskräfte-Entwicklung. Hier initiiert und begleitet sie PE/OE-Projekte, Leadership-Programme sowie Maßnahmen im Kontext Change, die die Optimierung der Zusammenarbeit und des Führungsverhaltens im Fokus hat.

Martina Aron-Weidlich

Martina Aron-Weidlich

Insbesondere Führungskräfte stehen vor wachsenden Herausforderungen im schnelllebigen Arbeitsumfeld. Haben sich die Anforderungen Ihrer Meinung nach verändert?

Ja, die Welt ist schneller, komplexer und wesentlich agiler geworden. Diese Tatsache in Kombination mit anspruchsvollen Mitarbeitern, die jederzeit sich abwenden können und viel Aufmerksamkeit benötigen verbunden mit den eigenen Karrierewünschen sowie einem Privatleben, welches möglicherweise ebenfalls hohe Ansprüche und Erwartungen an Sie stellt – das ist in der Tat eine brisante Mischung, die es in sich hat und Führungskräfte vor große Herausforderungen stellt. Bei all den Erwartungen und dem Wunsch es allen recht zu machen, fragen sich Führungskräfte dann „Wie bekomme ich alles unter einen Hut? Wie kann ich den Ansprüchen des Arbeitgebers, den meiner Familie und denen, die ich an mich selbst habe, gerecht werden?“.

Was hierbei aus meiner Sicht zu kurz kommt, ist die Sicht auf das Wesentliche!

Was kommt heutzutage zu kurz?

Vor lauter Erwartungswald sieht man die Bäume nicht mehr und eine latente Überforderung beginnt, die oft Allmachtsfantasien beflügelt. Die Vorstellung und auch die Erwartung an sich selbst, wirklich alles in Perfektion zu schaffen. Was hierbei aus meiner Sicht zu kurz kommt, ist die Sicht auf das Wesentliche! Nicht mehr die Frage zu stellen: „Was kann ich? Was muss ich?“ sondern den Mut zu finden zu fragen „Was brauche ich? Was macht Sinn?“

Kann man Zeit managen? Oder ist es vielmehr eine Typsache, der eine ist besser organisiert, der andere nicht?

Zeit ist das einzig Gerechte auf der Welt! Jeder hat 365 Tage im Jahr, die gleiche Stundenanzahl, die gleichen Minuten zur Verfügung. Und trotzdem ist Zeit ein absolut subjektives Phänomen. Zeit wird als halb leeres oder halbvolles Glas wahrgenommen. Je nach innerer Haltung entsteht daraus ein Fass mit Boden oder eines, wo die Zeit wegläuft.

Als Kind die Sommerferien vor sich zu haben, ist gefühlt ein unendlich langer Zeitraum. Die Zeit fließt langsam und man hört die Grillen zirpen. Ist man erwachsen, voll im Job und findet sich plötzlich im November wieder und realisiert, dass in vier Wochen schon Weihnachten ist, bleibt die Frage: „Wohin ist die Zeit gerannt!?“

Um auf Dauer Leistung zu erbringen, braucht es einen gezielten Boxen-Stopp, der zur Regeneration genutzt wird. Unterbrechen Sie ihr Stressmuster, gehen raus aus der Situation und laden Sie ihre Akkus.

Insofern ist Zeit ein subjektives Phänomen, welches im Kontext des Individuums als schnell, langsam, als viel oder wenig Zeit empfunden wird. Und je nach Persönlichkeitstypus – ob introvertiert oder extrovertiert, ob aufgaben- oder menschenorientiert, bilden sich entsprechende Fähigkeiten heraus, die einen „individuellen“ Stil zum Managen von Zeit beinhalten. Insofern

Low Performer - feuern oder motivieren?

gibt es tatsächlich typbedingte Stärken- und Schwächenprofile, um sich und die Zeit zu managen. Die einen haben einen eher pragmatischen Umgang mit der Zeit „Ich habe eben nur 10 Minuten Zeit zur Vorbereitung, mehr nicht!“. Die anderen einen eher emotionaleren Umgang mit der Zeit “Ich fühle mich gerade so gut, dass ich nicht so viel Wert auf pünktliches Abliefern lege“.

Was kann man tun, damit man den Berg auf dem Schreibtisch in den Griff bekommt? Vielleicht haben Sie konkrete Tipps?

Erst mal ist es wichtig diesen „Berg“ zum persönlichen Mount Everst des eigenen Arbeitsstils zu erklären und eine Expedition zu beginnen. Dafür braucht es eine professionelle Vorbereitung sowie „Sherpas“ die hilfreich sind!

Zur Vorbereitung macht es Sinn sich eine Struktur zu überlegen, die das Abarbeiten nach Prioritäten ermöglicht. Teilen Sie vier Felder auf einem Tisch neben Ihrem Schreibtisch ein in; 1. Wichtig 2. Dringend 3. Wichtig und Dringend 4. Wenn ich mal Zeit habe!

Definieren Sie nun auf einem separaten Papier, was für Sie diese Kategorisierungen konkret bedeuten. Beginnen Sie mit der Expedition! Nehmen Sie sich maximal 45 Minuten Zeit – bitte Timer benutzen – um nun alles von Ihrem Schreibtisch weg zu räumen und legen die einzelnen Papiere/Vorgänge etc. in vier Felder auf dem Tisch nebenan ab. Danach überlegen Sie, wo auf Ihrem Schreibtisch diese vier Prioritäten Ihren Platz haben und nutzen zum Beispiel entsprechend beschriftete Ablagekörbe. Beim Zurückräumen überprüfen Sie kritisch, ob selbiges tatsächlich die vorher definierten Kriterien erfüllt. Den Inhalt des vierten Felds beäugen Sie bitte besonders kritisch – und schmeißen alles, was länger als 3 Monate „liegt“, in den Papierkorb! Übertragen Sie nun in eine „to do“ Liste alle Aufgaben aus dem 3. Arbeitsfeld. Bei Aufgaben aus dem 2. Arbeitsfeld können Sie überlegen, an wen Sie delegieren und die aus dem 1. Arbeitsfeld terminieren Sie und tragen ebenfalls in die „to do“ Liste ein. Mit dieser Vorgehensweise erzielen Sie einen sofortigen „Ordnungseffekt“ auf Ihrem Schreibtisch und haben die Gewissheit, dass Sie Ihren „Mount Everest“ besteigen können – nach Ihrem Plan!

Mit Druck und Stress gelassener umgehen, das ist leichter gesagt als getan. Was raten Sie Ihren Kunden, damit das wirklich gelingt?

Viele Arbeitskontexte machen von außen betrachtet Stress und Druck, sind jedoch bei näherer Betrachtung eine subjektiv empfundene Wahrnehmung einer Situation. Was für den einen stressig ist, empfindet der andere als anregend. Überprüfen Sie als erstes Ihre subjektive Sicht auf die Situation. Was genau stresst Sie eigentlich? Wer macht aus Ihrer Sicht Ihnen Druck? Wie reagieren Sie darauf – körperlich sowie mental? Unterscheiden Sie zwischen kurzfristigen Stress und Dauerbelastung. Ab und an Überstunden und Wochenendarbeit wirken für viele anregend – als Normalzustand ohne Regenerationsphasen kann sich dies zu einem richtigen Problemzustand entwickeln! Bei hoher Dauerbelastung sollten Sie ansetzen und nach grundsätzlicheren, strukturellen oder organisatorischen Veränderungen in Ihrem Leben Ausschau halten.

Um auf Dauer Leistung zu erbringen, braucht es einen gezielten Boxen-Stopp, der zur Regeneration genutzt wird. Unterbrechen Sie ihr Stressmuster, gehen raus aus der Situation und laden Sie ihre Akkus. Einerseits durch Bewegung und positive Aktivitäten andererseits ziehen Sie sich gezielt mit einem „fachfremden“ Buch zurück. Desweiteren lernen Sie den effektiven Umgang mit Ärger.

Kampf ums Überleben

Drücken Sie Ihre Wünsche und Bedürfnisse angemessen aus und fragen Sie sich, ob die Situation wirklich Sie als Person meint. Sie brauchen sich nicht jeden Schuh anzuziehen – Sie entscheiden, wer und was Sie ärgert! Um sich nachhaltig mit seinem eigenen Stress- und Druckmuster auseinander zu setzen, sollten Sie Ihre inneren Antreiber kennen.

Haben Sie den Anspruch immer perfekt zu sein oder müssen Sie alle immer mögen? Diese Denkmuster machen Ihnen gehörig Druck! Verschaffen Sie sich wieder die Kontrolle über die Situation – fragen Sie sich was Sie beeinflussen können, was Sie durch eigenes Handeln verändern können. Nur darauf konzentrieren Sie sich und werden wieder handlungsfähig.

Effiziente Selbst- und Zeitorganisation der erfolgreichen Führungskraft

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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