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[Interview] Carsten Klages: Der Lean Austausch mit anderen Firmen ist unverzichtbar.

[Interview] Carsten Klages: Der Lean Austausch Mit Anderen Firmen Ist Unverzichtbar.

Viele Unternehmen, gerade Branchenvorreiter, sehen sich oft als Beispiel für innovatives Denken und Handeln und verpassen dabei den Blick über den Tellerrand. Gerade in Philosohpie-Fragen wie Lean Management, gehört dieses Abgucken und voneinander Lernen aber zu einem wesentlichen Erfolgskriterium, um sich wirklich zu verbessern. Bei Siemens AG Energy Sector wird dieser Austausch für sehr wichtig erachtet und gefördert, wie uns Carsten Klages im Interview verraten hat.

Carsten Klages hat an der Ruhr-Universität Bochum Japanologie, Koreanistik, Wirtschaft Ostasiens sowie Kommunikationswissenschaften studiert und sein Studium Summa cum laude abgeschlossen. Sein sprachliches und kulturelles Know-How hat er in Japan, den USA sowie in Deutschland erworben. Durch zahlreiche Einsätze in der fertigenden Industrie hat er sich Kompetenz in den unterschiedlichsten Branchen erarbeitet. Dazu gehören die Automobil-, Luftfahrt-, Lebensmittel-, Möbelindustrie, die chemische Industrie sowie der Maschinen- und Werkzeugbau. Er arbeitet in diesem Zusammenhang für verschiedene namenhafte Unternehmen von Weltrang hauptsächlich im europäischen Raum. Seit Ende 2011 entwickelt er als Programmarchitekt mit der Siemens AG im Bereich Energieerzeugung das Führen über Zielzustände anhand der Toyota-Kata. Er koordiniert die Entwicklung des Führens über Zielzustände über alle Organisationsfunktionen (Engineering, Admin sowie Fertigung) weltweit an mehreren Standorten.

Lean ist nichts, was man etabliert und dann hat man es.

Carsten Klages

Kurz erklärt: Wie unterscheidet sich das Führen mit der KATA von anderen Führungsmethoden?

Einfach gesagt: Kata ist Lean im Führungsprozess. Kata hilft Verschwendung beim Führen von kontinuierlicher Verbesserung zu eliminieren. Ein Beispiel von Verschwendung in kontinuierlicher Verbesserung ist das Definieren von sehr vielen Maßnahmen, die am Ende nicht alle abgearbeitet werden können (Verschwendung durch Überproduktion).

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, wie einfach war es Lean in Ihrem Unternehmen zu etablieren?

Ich finde die Frage missverständlich formuliert. Lean ist nichts, was man etabliert und dann hat man es. Lean ist kontinuierliches Lernen als Organisation. Unsere Organisation ist sehr groß, global aufgestellt und in einen Weltkonzern eingebunden. Wir haben in den letzten Jahren sehr viel über den Kern von Lean dazu gelernt. Wir haben inzwischen viele Besuche von Firmen wie Daimler, Airbus, Bayer, Lufthansa, Deutsche Bahn, Schmitz Cargobull, Peri, um nur einige zu nennen. Diese Firmen zeigen sich beeindruckt von den Lean-Ergebnissen, die wir bisher erzielen konnten. Ich persönlich bin der Meinung wir stehen immer noch am Anfang.

War dieser Anfang schwer?

Ich würde sagen verdammt schwer! Ich bin tief beeindruckt von den Leistungen meiner Kollegen in Sachen Lean. Die Arbeit mit der Kata hat klar zum Fortschritt beigetragen – „leicht“ geworden ist es trotzdem nicht.

An welcher Stelle des Lean-Prozesses sehen Sie sich?

Auch hier finde ich die Frage missverständlich. Ich denke nicht, dass es DEN Standard-Lean-Prozess gibt, der für alle gültig ist. In einigen Feldern haben wir Lernerfahrungen gemacht, von denen andere profitieren können. Auf anderen Gebieten müssen wir von anderen lernen. Wir stehen an der Stelle, dass wir Austausch mit anderen Firmen treiben müssen. Aber vielleicht ist das über die ganze Strecke des Lean-Prozesses so…

Haben Sie ein Erfolgsbeispiel, das andere Unternehmen inspirieren kann?

Eines ist ein ehemaliger Teamleiter eines kleinen Instandhaltungsteams. 3 Jahre später ist er ein gefragter Coach bei den Abteilungsleitern eines Standorts mit 1300 Mitarbeitern und hilft ihnen dabei, ihren Führungsstil weiter zu entwickeln. Möglich gemacht hat das die Kata.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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