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Die Macht der Führungskraft und Selbstreflexion

Die Macht Der Führungskraft Und Selbstreflexion

Jede Führungskraft wünscht sich wohl mehr FührungsKRAFT. Effektiver arbeiten, kreativer werden und ungenutzte Potenziale voll ausschöpfen – das ist das Ziel. Wie also können Sie Ihre Führungsqualität verbessern? Yogalehrerin und Bewusstseinstrainerin Beata Korioth hat uns im Interview erzählt, wie moderne Führung aussieht und wie Sie als Führungskraft mit Emotionen und Konflikten richtig umgehen.

FührungsKRAFT können Sie nicht imitieren oder vortäuschen, sie muss verkörpert werden.

Beata Korioth, School for Being, Köln

Beata Korioth ist Yogalehrerin und Bewusstseinstrainerin, Gründerin der School for Being in Köln.

Sie lebte und arbeitete sechs Jahre in den USA als Marketing Managerin. In Kalifornien absolvierte sie 1995 bei Bryan Kest als erste Deutsche seine intensive Ausbildung zur Yogalehrerin. 2003 rief sie die Yoga Studios Lord Vishnus Couch in Köln ins Leben und war Mitgründerin der Yoga Conference Germany.

Frau Korioth arbeitet mit Leistungssportlern und Führungskräften sowohl auf körperlicher als auch auf mentaler Ebene. Mutig und zugleich achtsam und behutsam gelingt es ihr auf eine beeindruckende Art und Weise, Veränderungen bei ihrem Gegenüber zu initiieren.

Frau Korioth, in Ihrem Seminar geht es um die FührungsKRAFT und wie diese Führungskräften von heute hilft, Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

Was ist damit gemeint, was verbirgt sich hinter dem Begriff FührungsKRAFT?

FührungsKRAFT ist die Fähigkeit, andere Menschen in ihre Kraft zu bringen und etwas zu bewegen. Visionäre Veränderungen in einem Unternehmen können nur von Menschen mit FührungsKRAFT vollzogen werden. Wer in komplexen Situationen gelassen, fokussiert und motivierend bleibt, schafft das aus dieser Stärke heraus. Dazu gehören klare Wahrnehmung, echtes Zuhören und auch bei Widerstand bei den eigenen Zielen zu bleiben.

FührungsKRAFT erfordert Selbstreflexion, die Fähigkeit inne zu halten und zu hinterfragen, sich selbst und andere. Nur so können wir den Autopilot verlassen und alte Gewohnheiten, Strukturen und Denkmuster verändern. FührungsKRAFT können Sie nicht imitieren oder vortäuschen, sie muss verkörpert werden.

Was verstehen Sie unter moderner Führung und was unterscheidet diese von früheren Führungsstilen?

Modernes Führen ist in meinem Verständnis bewusstes Führen. Die Führungskraft ist sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst.

Mit ihren Schwächen geht sie entspannt um. Sie weiß, dass gute Mitarbeiter diese leicht kompensieren können, ohne dass dies selbstwertrelevant ist. Aus dieser Souveränität kann die Führungskraft Stärken der Mitarbeiter erkennen, neidlos anerkennen und entsprechend fördern.

Erst dann kann die Führungskraft verantwortungsvolle Aufgaben an die Mitarbeiter delegieren und deren Potenzial für das Unternehmen zugänglich machen. Wer sich nicht in sich selbst hinein entspannen kann, wird es besonders schwer haben, andere zu führen.

Der Umgang mit Konflikten gehört ja zwangsläufig auch zum Führungsalltag. Wie kann ich Konflikten erfolgreich begegnen?

Ich begegne Konflikten erfolgreich, indem ich lerne, mich auf sie zu freuen!

Es sind oft unbewusste Emotionen wie Angst und Widerstand vor Konflikten, die uns in komplexen Situationen daran hindern, die Klarheit zu bewahren.
Indem ich mir dieser Widerstände bewusst werde, lerne ich wieder handlungsfähig zu werden.

Konflikt im Büro

Konflikte können immer dann gelöst werden, wenn eine Partei in der Lage ist, außerhalb der gewohnten „Box“ zu denken und zu handeln. Konflikte können nicht aus dem alten Bewusstsein, in dem die Situation entstanden ist,  gelöst werden. Wenn wir es schaffen, die Perspektive zu wechseln, das Gewohnte zu verlassen, dann können wir Neues entdecken und Lösungen finden. Manchmal braucht es auch keine Lösung und manchmal gibt es keine Lösung, manchmal braucht es Akzeptanz. Von hier aus gibt es immer einen nächsten Schritt. Und es ist klug, sich Unterstützung zu holen von jemandem, der nicht in derselben Box sitzt!

Manchmal kochen in Konfliktsituationen auch die Emotionen über. Wie kriege ich diese in den Griff, bevor es zur Eskalation kommt?

Wer Emotionen ausagiert oder aber versucht sie zu unterdrücken, vielleicht sogar gar nicht mehr wahrnimmt, der handelt per se emotional. Das kostet Kraft, Anstrengung und wertvolle (Lebens-)Zeit. Wenn ich im beruflichen Umfeld unter Druck stehe und glaube, kämpfen oder mich verteidigen zu müssen, dann ist das höchst emotional. In dem Moment gebe ich die Fernbedienung ab und lasse mich von den Störfaktoren, die da unweigerlich reinkommen, steuern.

Streit

Das Problem ist, wir haben nie gelernt anders mit unseren Emotionen umzugehen. Emotionen müssen nicht in den Griff bekommen werden, ganz im Gegenteil. Wir müssen lernen, unsere Emotionen als das zu begreifen, was sie sind: Unser natürlicher Navigator und als solcher absolut überlebensnotwendig.

Emotionen zeigen uns an, wenn wir aus dem Gleichgewicht kommen und sie bringen uns in unsere Kraft zurück. Ihre natürliche Eigenschaft ist das Fließen (e-motion). Sie fließen in Sekundenschnelle durch unseren Körper. Wenn ich versuche sie aufzuhalten, dann bleibe ich in dem emotionalen Zustand verhaftet. Schaffe ich es, sie wahrzunehmen ohne auf sie zu reagieren, dann verfliegt der emotionale Zustand sehr schnell und ich kann wieder klar sehen. Das braucht allerdings Übung.

Haben Sie Tipps, wie ich es als Führungskraft schaffe, authentisch zu führen und anerkannt zu werden?

Bringen Sie eine Achtsamkeitspraxis in Ihren Arbeitsalltag. Seien Sie nicht nur anwesend, sondern zu 100 Prozent präsent, das heißt präsent für sich und für Ihr Gegenüber. Nehmen Sie das Tempo raus: Zwei bis drei bewusste Atemzüge bevor Sie zum Telefon greifen oder eine Email verschicken. Im Gespräch erinnern Sie sich daran, inne zu halten bevor sie reflexartig antworten. Je gelassener Sie sind, umso authentischer sind sie. Gelassenheit ist kraftvoll und inspirierend.

Aber der wichtigste Tipp: Erkennen Sie sich selbst an! Der Rest ist Sahne.

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Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle Teamleiterin für das Content Marketing und unter anderem für die Themen-Blogs Soft Skills, Projektmanagement und Handel verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über die neusten Entwicklungen und gebe Ihnen Tipps, um die eigenen Kompetenzen verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

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