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Andreas Grosz über das Bauen 4.0

Andreas Grosz über Das Bauen 4.0

Andreas Grosz erklärt, was es mit Bauen 4.0 auf sich hat und welche Auswirkungen die neuen Technologien gerade in Köln mit sich bringen. Er sieht eine immer größer werdende Verbindung zwischen Wohnen und Arbeiten und nennt dafür auch konkrete Beispiele.

Der Wandel der Arbeitswelt, neue Technologien und neue Arbeitsformen stellen erhebliche Anforderungen an Architektur, Immobilie und den sie umgebenden Lebensraum.

Andreas Grosz, KAP Forum, Köln

Menschen miteinander in Verbindung zu bringen, festgefahrenes Denken in Bewegung zu bringen, Netzwerke aus unterschiedlichen Disziplinen zu bilden und Zukunftsthemen zu gestalten, ist die Passion von Andreas Grosz. Er berät namhafte Unternehmen und Institutionen in Fragen der strategischen Positionierung und Kommunikation.

Seit 2003 ist er Mitbegründer und geschäftsführender Programmleiter des KAP Forums für Architektur. 2015 initiierte Andreas Grosz zusammen mit Klaus Burmeister das KAP_LABs Labor für urbane Zukünfte.

Andreas Grosz

Andreas Grosz

Was kennzeichnet das sogenannte Bauen 4.0?

Bauen 4.0 knüpft hier begrifflich an die digitale Entwicklung von Industrie 4.0 an. Die 4. industrielle Revolution bedeutet die digitale Vernetzung der gesamten Wertschöpfungskette eines Industrieprozesses sowie deren Logistik. Gleichermaßen ermöglichen die modernen Produktionsverfahren sogenannte „Smart Factories“, die im Gegensatz zur einstigen Industrialisierung heute weitgehend emissionsfrei fertigen. Eine Rückkehr von Wissenschaft, Forschung & Entwicklung sowie Produktion in die City. Der große Vorteil für die Städte: Weniger Verkehr durch arbeitsnahe Produktionsstätten und für die Unternehmen die Chance den kreativen Nachwuchs im urbanen Raum für sich gewinnen zu können. Getreu dem Motto „lieber Köln als Quakenbrück“.

Für Stadt- und Immobilienentwicklung in den Metropolen bedeutet dies auch: Die Schaffung eines neuen Baugebietstyps: Das „Urbane Mischgebiet“. Guido Spars von der Fakultät für Architektur- und Bauingenieurwesen der Bergischen Universität Wuppertal beschreibt diese Idee für die Stadt von Morgen als „Raumzeitsparmaschine“. Mit stabilen nachhaltigen urbanen Quartieren mit hoher Lebensqualität durch kurze Wege und eine ausgewogene, flexible Nutzungsmischung aus Wohnen und Gewerbe, mit einem Bau- und planungsrechtlichen Umfeld, das diese Entwicklung fördert statt behindert (siehe hierzu u.a.: BEOS Survey v. Mai 2015).

Ist die Architektur auf diesen Wandel vorbereitet und vor welchen Herausforderungen steht die Immobilienwirtschaft heute?

digitale ImmobilienDer Wandel der Arbeitswelt, neue Technologien und neue Arbeitsformen stellen erhebliche Anforderungen an Architektur, Immobilie und den sie umgebenden Lebensraum. Der Kölner Architekt Caspar Schmitz-Morkramer hat sich kürzlich zu einer Exkursion ins Silicon-Valley aufgemacht, um zu schauen, wie dort die kreativen Köpfe miteinander arbeiten. Er schreibt: „Ob im Airbnb-Headquarter oder auf dem Facebook-Campus in Menlo Park – das Charakteristische an ihnen ist das „Unfertige“, die Garagen-Atmosphäre und das, obwohl die Unternehmen bereits mehrere Tausend Mitarbeiter zählen. Arbeitsräume sind hier Freiräume. Es gilt die Devise: Je wohler sich die Mitarbeiter am Arbeitsplatz fühlen, umso besser für das Unternehmen. Open Spaces wohin das Auge blickt und unfassbar viele „amenities“ wie Cafés, Restaurants, Spielhöllen, Bikeshops, Gym und vieles mehr.“

Gibt es einen Unterschied zwischen den Gewerbe- und Wohnimmobilien im Hinblick auf diese Herausforderungen? Wird man zukünftig überhaupt zwischen Arbeiten und Wohnen unterscheiden?

Die digitalen Medien, das Internet, ist längst zum allseits verbindenden Element von Arbeit und Lebenswelten geworden. Getreu der Devise, „ich arbeite, wo ich bin“, ist das Laptop für viele Menschen längst zum Arbeitsmittelpunkt geworden. Daher wachsen Büro- und Wohnstandorte immer enger zusammen und das meint nicht allein das sogenannte „Home-Office“. Eher umgekehrt, wird das Office zum Home. Daher wird die Umnutzung der Warehouses oder Fabriken immer interessanter. Das Carlswerk in Köln, das Alte Klöpperhaus in Hamburg, das Hammerwerk in Stuttgart, der Zeughof in Berlin oder die Neue Balan in München, mögen als Beispiele stehen. Das riesige Raumangebot wird genutzt, um mehr Qualität am Arbeitsplatz zu gestalten. So können offene Bürowelten, weitläufige Kommunikationsflächen sowie Restaurants, Kitas, Fitnessstudios und ähnliche mehr entstehen. Auch das Campus-Konzept wird sich weiter durchsetzen. Allerdings nicht so sehr auf der Grünen Wiese, sondern auf zuvor industriell genutzten Arealen mit Innenstadt-Anschluss, wie etwa im Fall des Vodafone-Campus oder im „La Tête“ in Düsseldorf.

köln infografik

Wir haben eine Infografik für Sie zusammengestellt, mit der Sie alles Wissenswerte über Köln auf einen Blick erfahren. Dabei haben wir neben Fakten aus der Immobilienbranche sogar das Wurfgut des Rosenmontagsumzugs berücksichtigt.

Können Sie die Besonderheiten Kölns aufzeigen? Wie entwickelt sich die Rheinmetropole und ist sie auf einem guten (digitalen) Weg?

In Köln macht es der Mix. Multikulturell aufgestellt und mit einem eher vielseitigen Angebot von Arbeitsplätzen, ergänzen sich klassische Industrie (Automobil, Chemie, Maschinenbau) mit Dienstleistung (z. B. Versicherungen) und Logistik, modernem Medienstandort (Rundfunk, Fernsehen, digitale Medien) sowie Kunst, Kultur und Wissenschaften mit einer lebhaften Gründerszene. Entsprechend variabel und umtriebig ist auch die Architektur- und Immobilienszene. Vom klassischen Bürostandort MediaPark über den noch neuen Rheinauhafen, hin zu Konversionsflächen im Linksrheinischen – in Deutz, Kalk und Mühlheim – mit seinen großartigen Industriehallen, die – wie etwa das Carlswerk von Beos – die verschiedenen Bedürfnisse der Kölner Gründerszene sowie des sich wandelnden Arbeitsmarktes aufnehmen und ihnen eine Fülle von Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. Da die Flächen inzwischen knapp werden, hat Kölns Planungsdezernent Franz-Josef Höing mit einem ehrgeizigen Plan neue städtische Flächen für die rasant wachsende Rheinmetropole angestoßen, die der Stadt Wege in die Zukunft eröffnen. Die Domstadt hat sich viel vorgenommen. Besonders drei Großprojekte stehen im Fokus der Diskussionen: rechtsrheinisch, auf dem Gelände Mülheim-Süd, soll aus Industriebrachen rund um den Mülheimer Hafen ein moderner vielfältiger Standort mit Wohnen, Arbeiten und Freizeit entstehen. Ähnliches ist für den Deutzer Hafen geplant und bei den Visionen für die Parkstadt Süd, das linksrheinisch gelegene Gelände zwischen Rhein und Großmarkt, wird in Köln gar von einer „Jahrhundertaufgabe“ gesprochen.

Immobilienforum Köln

Wenn Sie noch mehr über die Kölner Immobilienbranche erfahren wollen, dann besuchen Sie unser Immobilienforum Köln. Erfahren Sie, welche Trends in Köln eine entscheidende Rolle spielen und welche Experten neben Andreas Grosz auf dem Kongress referieren werden.

Bildnachweis: © Paulista – Fotolia.com

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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