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Andreas Fiederle verrät, wie Sie Mimik sicher deuten und interpretieren

Andreas Fiederle Verrät, Wie Sie Mimik Sicher Deuten Und Interpretieren

Wissen, was der andere denkt – das ist schon jeher eine Wunschvorstellung, besonders in Verhandlungen. Wir haben bereits über die sogenannten Mikroexpressionen berichtet und erklärt, was dahinter steckt.

Andreas Fiederle hat großartige Tipps, die Ihnen jetzt vieles über Ihr Gegenüber verraten, als derjenige preiszugeben glaubt. Im Interview stellt der Experte vor, wie wir mimische Hinweise, die uns ein Mensch in Momentaufnahmen über sich gibt, richtig deuten und interpretieren.

Andreas Fiederle verfügt über 12 Jahre psychologische Trainingserfahrung in den Bereichen Mimik, Physiognomik und Körpersprache sowie über 20 Jahre Top-Management Erfahrung im Investment Banking und der Industrie. Er absolvierte eine dreijährige Ausbildung zum Dipl. Psycho-Physiognom in Zürich sowie zahlreiche mimische Fortbildungen unter anderem bei dem amerikanischen Psychologen Paul Ekman, einem der Pioniere der Emotionen-Forschung.

Dieses wertvolle Wissen hat Andreas Fiederle bis heute mit Spannung und viel Motivation vertieft und wendet es seit Jahren täglich als Unternehmensberater bei Vertragsverhandlungen, Schulungen und Coachings oder auch im Privatleben erfolgreich an.

Andreas Fiederle

Andreas Fiederle

Menschen richtig einschätzen

Herr Fiederle, Sie sind seit vielen Jahren einer der führenden Experten in den Bereichen Mimik, Physiognomik und Körpersprache. Worauf kommt es an, wenn man andere Menschen einschätzen möchte? Was sind die Kernelemente, auf die man sein Gegenüber analysieren muss?

Wichtig ist, seinem Gegenüber so objektiv wie möglich zu begegnen und sich auch mal zurücknehmen zu können. Mehr in die Beobachtung zu gehen als in die Eigenpräsentation. Nur so bekommt man wertvolle Hinweise, die einem im Gesprächsverlauf oft entscheidende Vorteile geben können. Ich konzentriere mich sehr stark auf das Gesicht, da die Gesichtsmuskulatur direkt auf Veränderungen im sogenannten „Emotionalgehirn“ (Limbisches System) reagiert. Immer wenn Emotionen und Gefühle im Spiel sind, ist dieser Gehirnteil involviert. Dafür ist es wichtig, die Person im „Normalzustand“ zu kennen. Ein entspannter Gesprächsstart ist hierzu ideal. Sie sollten Stress zumindest zu Beginn möglichst vermeiden! Das, was die meisten unter Mimik kennen, nenne ich „Face Reading short term“, also das was kurzfristig im Gesicht passiert. Das gibt Auskunft über den momentanen Gefühlszustand seines Gegenübers – also „wie ist mein Gegenüber drauf“. Es ist auch möglich, dass extrem kurze Muskelbewegungen im Gesicht auftauchen, dann ist Vorsicht geboten, da dann Emotionen verheimlicht werden möchten.

Möchte man Grundsätzliches über seinen Gesprächspartner erfahren, müssen Sie sich mehr auf die langfristigen Spuren im Gesicht konzentrieren. Man erfährt dann mehr über die Grundbedürfnisse und Prioritäten bis hin zu Talenten und Charaktermerkmalen seines Gesprächspartners. Hier geht es mehr darum „wen ich vor mir habe“. Das nenne ich dann „Face Reading long term“. Der ganz große Vorteil an Face Reading ist, dass das Gesicht jederzeit sichtbar ist, Merkmale offen lesbar sind und leicht erkannt werden können. Keine komplexen Tests sind notwendig, um Aussagen zu treffen. Solche Tests können Sie meist auch nicht durchführen. Ich nenne es das „offene Geheimnis“, man muss es nur lesen können. Das möchte ich in meinen Seminaren den Teilnehmern näher bringen.

Die Pupillen geben uns Auskunft über die emotionale Beteiligung meines Gesprächspartners.

In Ihrem Seminar lehren Sie die Teilnehmer, verschiedene Menschentypen zu erkennen. Können Sie uns den einen oder anderen Typen vorstellen? Woran erkennt man, mit wem man es zu tun hat?

Um einen Menschentyp – auch Naturell genannt – zu erkennen, schaut man neben Formelementen im Gesicht auch den Körperbau, die Haut und die Muskelstruktur an. Es gibt grundsätzlich drei Grundtypen. Das sind das Bewegungs-, Ernährungs- und Empfindung-Naturell. Diese vermischen sich meist, es gibt aber klare Dominanzen, die dann auch lebensbestimmend sind. Diese gilt es zunächst zu identifizieren. Wichtig ist mir darauf hinzuweisen, dass jeder Mensch natürlich individuell ist und es keine „schlechten“ oder „guten“ Typen gibt. Wie in der Tier- und Pflanzenwelt ist es die Mannigfaltigkeit, die unser Leben auf der Erde erst ermöglicht. So ist beispielsweise ein reines Bewegungsnaturell jemand der unter anderem sehr leistungsorientiert ist, schnell zur Sache kommt und gerne die Führung übernimmt. Performance geht vor Kosten/Nutzen. Das ist wichtig zu wissen, wenn man auf so jemanden trifft. Dann kann man sich Softfacts meist sparen und kommt besser gleich zur Sache. Beim Empfindungsnaturell sollte man hingegen unbedingt Softfacts integrieren. Merkmale des Bewegungsnaturells hingegen sind unter anderem ein eckiges und längliches Gesicht mit markantem Kiefer und prägnanter Nase, auch der Blick ist fest und fokussiert. Ein genauer Merkmalskatalog wird im Seminar erläutert. Man kann dann auch noch tiefer in die Psyche des Menschen einsteigen. Sie können Menschen damit besser erreichen und Ihre Ziele besser umsetzen.

Mit der Baseline vertraut machen

Wie kann ich Emotionen meines Gegenübers besser erkennen? Gibt es ein paar einfache Tipps, die jeder im Alltag nutzen kann?

Ein wichtiger Punkt wie oben bereits kurz erwähnt, ist die Baseline beziehungsweise Nulllinie des Gegenübers zu kennen. Man schaut, wie das Gesicht des Gegenübers im „Neutralzustand“ also ohne besondere Emotion beziehungsweise Stress ist. Gut geeignet dafür ist der Small Talk am Anfang eines Gesprächs. Dabei ist es völlig unwichtig, über was man spricht. Dann sollte man sich möglichst viele Merkmale zum Beispiel die Faltenstruktur auf der Stirn, Mundform oder Pupillengröße einprägen. Das ist dann die Nulllinie.

Alle Veränderungen davon geben uns Auskunft über Stresszunahme beziehungsweise -abnahme und welche Emotionen präsent sind. Diese kann man meist an zwei bis drei Merkmalen festmachen. Aber Achtung! Nicht alles, was im Gesicht passiert, ist eine Emotion. Es gibt aber Hinweise, dies klar zu differenzieren.

Face Reading

Übrigens: Die Europäer konzentrieren sich meist auf den Mund. Deswegen versuchen viele über die Mundmimik zu täuschen, sie ist auch am einfachsten zu manipulieren. Es lohnt also auch, die anderen Parts im Gesicht zu betrachten, sonst ist man schnell mal auf der falschen Fährte.

Die Augen als Spiegel der Seele

Was verraten uns die Augen über jemanden und wie können wir diese Information für uns nutzbar machen?

Über das Auge könnte man ein ganzes Buch schreiben, so vielseitig sind die Informationen, die man aus dem Auge ziehen kann. Ich schaue zum Beispiel auf Augenausdruck, Blickrichtung, welche Spannung das Auge hat und wie sich die Pupillen verändern. Auch die Blinzelfrequenz und die Strahlung im Auge geben uns wertvolle weitere Hinweise. Exemplarisch greife ich mal drei Punkte heraus. Der Augenausdruck informiert uns über seelische und geistige Kraft und das schneller als jede andere Wahrnehmungsbeschreibung. Der Augenausdruck kann sich dabei sehr schnell verändern, je nachdem welche Gefühlslage vorherrscht.

An der Blickrichtung können wir auch erkennen, ob man sich beispielsweise visuell oder auditiv an etwas erinnert oder man das ganze nur konstruiert. Man muss das aber über Kontrollfragen gegenchecken. Die Pupillen geben uns Auskunft über die emotionale Beteiligung meines Gesprächspartners. Wichtig ist auch hier immer die Veränderung und wann diese aufgetreten ist.

Schulen Sie Ihren Blick und durchschauen Sie Ihr Gegenüber

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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