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Alexander Schmid über Compliance-Verstöße in Bau- und Immobilienbranche

Alexander Schmid über Compliance-Verstöße In Bau- Und Immobilienbranche

Die Bau- und Immobilienbranche sieht sich aus unterschiedlichen Gründen spezifischen Risikobereichen für Compliance-Verstöße ausgesetzt. Alexander Schmid klärt uns über die verschiedenen Gründe auf und zeigt dabei, wo Deutschland im Bereich Compliance Management steht.

Von zentraler Bedeutung ist nicht zuletzt, dass die (rechtlichen) Grenzen im Umgang mit Zuwendungen nicht nur vermittelt werden. Die Einhaltung dieser Grenzen muss auch stetig überwacht werden.

Alexander Schmid, BEITEN BURKHARDT, München

Alexander Schmid ist Associate bei BEITEN BURKHARDT in München und Mitglied der Praxisgruppe Wirtschaftsstrafrecht. Sein Tätigkeitsbereich umfasst das gesamte Wirtschafts- und Steuerstrafrecht, Compliance-Beratung sowie Strafverteidigung.

Er berät seine nationalen und internationalen Mandanten bei der Aufdeckung und Verfolgung unternehmensinterner Unregelmäßigkeiten (Corporate Investigation), bei Ermittlungen durch Strafverfolgungs- und Aufsichtsbehörden (Corporate Defence) sowie präventiv (Corporate Prevention & Criminal Compliance). Zudem verteidigt Alexander Schmid Individualpersonen im gesamten Wirtschafts- und Steuerstrafrecht.

Gibt es Unterschiede in der Compliance Beratung in der Bau- und Immobilienbranche im Vergleich zu anderen Branchen?

Die Bau- und Immobilienbranche sieht sich spezifischen Risikobereichen für Compliance-Verstöße ausgesetzt:

  • Nicht zuletzt auf Grund des hohen Konkurrenzaufkommens ist die Bau- und Immobilienbranche besonders anfällig für Bestechungs- und Schmiergeldzahlungen.
  • Zudem werden Bauvorhaben oftmals über öffentliche oder private Vergabeverfahren vergeben. Insoweit besteht zusätzlich ein erhöhtes Risiko für wettbewerbsbeschränkende Absprachen sowie anderweitige Kartellrechtsverstöße.
  • Daneben ist insbesondere auch an Themen wie (illegale) Beschäftigung von Arbeitnehmern, Verstöße gegen Unfallverhütungs- und Arbeitsschutzvorschriften sowie an Umweltdelikte zu denken.

Im Hinblick auf die Auftragsvolumen müssen die in der Bau- und Immobilienbranche tätigen Personen und Unternehmen bei Compliance-Verstößen in den vorgenannten Bereichen oftmals auch mit vergleichsweise hohen Strafen und Geldbußen rechnen.

Vor diesem Hintergrund muss die Compliance Beratung in der Bau- und Immobilienbranche insbesondere die vorgenannten Bereiche und Aspekte umfassend abdecken, während diese für andere Branchen untergeordnete Bedeutung haben können.

Was sind Ihrer Meinung nach die besten Korruptionspräventionen?

Zunächst ist ein Verständnis für die (rechtlichen) Grenzen im Umgang mit Zuwendungen unabdingbar. Dies gilt gleichermaßen für den geschäftlichen Verkehr, wie auch für den Umgang mit Amtsträgern. Hierfür bieten sich zum Beispiel verbindliche unternehmensinterne Regelungen und insbesondere gezielte Mitarbeiterschulungen an.

Ferner sollte klar festgelegt und im Unternehmen klar kommuniziert sein, dass Verstöße gegen unternehmensinterne beziehungsweise gegen gesetzliche Regelungen ausnahmslos verfolgt werden und Konsequenzen nach sich ziehen, zum Beispiel arbeitsrechtliche Maßnahmen.

Von zentraler Bedeutung ist nicht zuletzt, dass die (rechtlichen) Grenzen im Umgang mit Zuwendungen nicht nur vermittelt werden. Die Einhaltung dieser Grenzen muss auch stetig überwacht werden.

Wie ist das Verhältnis von Deutschland zu Compliance Management im internationalen Vergleich?

Grundsätzlich besteht in vielen deutschen Unternehmen mittlerweile ein durchaus ausgeprägtes Verständnis für die Bedeutung und Notwendigkeit von Compliance. Allerdings lässt sich nach wie vor eine Zurückhaltung deutscher Unternehmen bei der Umsetzung von Compliance-Maßnahmen erkennen, insbesondere im Vergleich zu Ländern wie den USA.

Im Hinblick auf die sich stetig erhöhenden Anforderungen an Compliance in Deutschland, auf die steigenden (wirtschaftlichen) Risiken von Non-Compliance in Deutschland und auf internationale Compliance-Anforderungen, hinken nicht wenige deutsche Unternehmen gerade im Mittelstand, möglicherweise aus einer unzutreffenden Selbstwahrnehmung heraus, der Compliance-Wirklichkeit nach wie vor hinterher.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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