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Die neue Interne Kommunikation von morgen

Die Neue Interne Kommunikation Von Morgen

Eine bessere Vernetzung, mehr Transparenz und weniger Kommunikationslücken sind entscheidend für den Unternehmenserfolg. Die Interne Kommunikation ist daher heute mehr als ein „Nachrichtenübermittler”. Doch vor welche Herausforderungen wird die Interne Kommunikation durch ihre neue Rolle gestellt und wie sieht ihre Zukunft aus?

Prof. Dr. Ulrich Bihler forscht und lehrt als Honorarprofessor zu (strategischer) Unternehmenskommunikation an der Universität  Hohenheim. Bei der Audi AG ist er aktuell zuständig für  Medien-Trends, -Entwicklungen und -Innovationen. Zuvor  hat der promovierte Kommunikationswissenschaftler bereits  in verschiedenen Positionen in der internen Kommunikation  gearbeitet. Außerdem war Prof. Dr. Ulrich Bihler bei  verschiedenen Medienunternehmen als Redakteur in  leitenden Positionen tätig. Der Bundesverband deutscher  Pressesprecher (BdP) zeichnete ihn im Jahr 2008 mit dem  Förderpreis für die beste Dissertation aus.

Prof. Dr. Ulrich Bihler

Die Zukunft der internen Kommunikation: Wie stärkt die Digitalisierung deren Rolle?

Die Digitalisierung stärkt die Rolle der Internen Kommunikation nicht nur, sondern sie verändert sie komplett – und das auf mehreren Ebenen. Zum einen ist hier natürlich die Informationsflut aufgrund neuer Kommunikationstools und Formate zu nennen. Durch die stetige Möglichkeit der Kommunikation und der Vielzahl an Akteuren und Kommunikatoren verschwimmen die Grenzen zwischen intern und extern. Das ist schon heute so, aber wird in Zukunft noch deutlich zunehmen. Die Interne Kommunikation steht hier vor der Herausforderung, den Verlust der Deutungshoheit nicht zu betrauern, sondern in diesen Entwicklungen vielmehr eine Chance zu sehen, die Mitarbeitenden, Standortkommunikatoren, Führungskräfte in ihrer Funktion als Kommunikatoren zu befähigen.

Gleichzeitig bieten digitale Tools vielfältige, neue Möglichkeiten der Kommunikation – von kollaborativen Tools bis hin zu Apps, die individualisierte Kommunikation ermöglichen. Diese braucht es um die Zielgruppen zukünftig erreichen zu können. Die Aufgabe der Internen Kommunikation besteht darin, diese Tools zur Verfügung zu stellen, doch nicht nur das: Sie muss diesen Wandel, den die Digitalisierung mit sich bringt kommunikativ begleiten. Das geht jedoch nicht nur „so nebenbei“, sondern nur im Lead und von Anfang an. Zu diesem Wandel zählt mehr als die Bereitstellung und Information zu den neuen Tools: es ist ein Kulturwandel, den die Interne Kommunikation vorantreiben muss. In dieser Rolle ist sie unersetzbar

Können Sie uns ein Beispiel für eine Neuausrichtung der internen Kommunikation hin zu einer zeitgemäßen IK?

Benchmark ist hier für mich eindeutig die Kommunikation von Microsoft Deutschland. Was Thomas Mickeleit, Magdalena Rogl und Co. auf die Füße gestellt haben, sucht meines Erachtens im deutschsprachigen Raum seines Gleichen: vollständig verschmolzene interne und externe Kommunikation, durchgängig digital und vor allem die bedingungslose Fokussierung, interne Kommunikation nicht mehr zentral steuern zu wollen, sondern sie in die Hände der Mitarbeiter zu legen und die Kernaufgabe der IK darin zu sehen, die Mitarbeitenden dafür bestmöglich zu befähigen – quasi vom Internen Kommunikator zum Enabler, wundervoll!

Inwieweit werden Führungskräfte zukünftig auf die Services der Internen Kommunikation angewiesen sein?

In besonderem Maße. Die Arbeitswelt steht im Zeichen von New Work vor einem tiefgreifendem Wandel. Weg von den Hierarchien – hin zu einem agilen, kollaborativen Arbeiten. Die Rolle der Führungskräfte verändert sich radikal. Gleichzeitig sollen sie den Wandel vorantreiben.

Damit sind sie Betroffene und Treiber des Wandels zugleich. Daher ist es besonders wichtig die Führungskräfte in ihren Bedürfnissen zu erfassen und zu erklären: was bedeuten die Veränderungen für mich? Was sind persönliche Konsequenzen? Ein Service, den die interne Kommunikation hier erfüllen muss, ist neben der Information vor allem den Austausch unter den Führungskräften zu ermöglichen, ihre Kompetenzen zu erhöhen und sie im Weiteren in ihrer Kommunikation mit den Mitarbeitenden zu unterstützen. Geeignete Formate sind hier zum Beispiel Barcamps, Kaminabende oder Coaching-Sessions. Diese Unterstützung wird auch in Zukunft wichtig sein, denn aufgrund der Komplexität, werden Führungskräfte nicht mehr alles überblicken können. Sie sind daher auf die Interne Kommunikation angewiesen, die als Seismograph die Bedürfnisse der Mitarbeitenden kennt und sie an die Führungskräfte herantragen muss. Man könnte sagen die Interne Kommunikation wird zum Coach der Führungskräfte.

Welche Herausforderungen und Chancen bietet die interne Kommunikation im Falle einer Krise?

Das Unterstützungspotenzial der Internen Kommunikation im Fall einer Krise beginnt schon weit bevor diese einsetzt. Denn die Interne Kommunikation ist das Grundmanifest eines jeden Unternehmens. Sie kennt die Zielgruppen, Bedürfnisse der Mitarbeitenden, verantwortet in den meisten Fällen die Kanäle und kann in Krisensituationen als Schaltzentrale fungieren. Die Herausforderung besteht vor allem darin, alle Beteiligten rechtzeitig zu informieren – im besten Fall bevor Informationen nach außen gegeben werden. Transparenz ist hier besonders wichtig. Die Chancen bestehen vor allem darin, dass die Interne Kommunikation in ihrer täglichen Arbeit Krisen präventiv vorbeugen kann – durch Social Listening, das Zuhören der Mitarbeitenden und die Unterstützung des Aufbaus organisationaler Resilienz.

Gelingt das, ist die Interne Kommunikation vor und in Krisen bereits ein maßgebliches Schutzschild.

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