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Warum Aufzüge künftig nicht mehr stecken bleiben werden

Warum Aufzüge Künftig Nicht Mehr Stecken Bleiben Werden

Themen wie Big Data, Cloudlösungen, das Internet der Dinge und Künstliche Intelligenz verändern schon heute nahezu alle Lebensbereiche. Neue Technologien und neue Geschäftsfelder entstehen – auch in der Bau- und Immobilienbranche. Denn in der Stadt der Zukunft bewegen sich Menschen in intelligenten und vernetzten Gebäuden, die sie an ihren Arbeitsplatz lotsen oder ihnen schlüssellos Zutritt gewähren.

Fakt ist: Solche Gebäude liegen voll im Trend – und sie brauchen intelligente Aufzüge und Rolltreppen für den optimalen Personenfluss. Architekten, Bauplaner und Gebäudeverwalter stehen daher vor der Frage: Wie müssen Gebäude heute konzipiert werden, damit sie künftige Anforderungen erfüllen können? Antworten gibt in diesem Interview Sebastian Warnsmann, Business Development Manager beim Aufzughersteller KONE.

Sebastian Warnsmann verantwortet seit 2018 als Leiter Business Development die digitalen Services im Hause KONE. Der Einstieg bei KONE erfolgte im Jahr 2012 als Projektleiter und Key Account Manager, Segmente Retail und Hotels, im Key Account Management Service. Vor seiner Zeit bei KONE absolvierte er ein Studium der Betriebswirtschaft und des Wirtschaftsrechts an der Leuphana Universität Lüneburg und arbeite als Projektleiter in einem mittelständischen Unternehmen in Chicago, Illinois (USA).

Gebäude werden zunehmend intelligent

Herr Warnsmann, selbstfahrende Autos, die Menschen komfortabel von A nach B bringen, sind heute keine reine Vision mehr. Wie sieht es in der Immobilienbranche aus? Wie intelligent sind die Gebäude heute schon?

Gebäude werden zunehmend mit Sensoren versehen, vernetzt und flexibel gesteuert, um einen optimalen Personenfluss zu gewährleisten. Der Aufzug spielt dabei eine zentrale Rolle – er ist sozusagen das Gehirn des Gebäudes. Durch die Verbindung von Zutrittskontrolle und Zielwahlsteuerung, also die Bündelung des Personenverkehrs nach Zielort, werden beispielsweise Wartezeiten verkürzt und die Aufzüge optimal ausgelastet. Aber nicht nur die Nutzer profitieren von der Technik: Echtzeit-Monitoring, vorausschauende Wartung und die Steuerung aller Aufzüge von einer zentralen Stelle aus, ermöglichen ein effizienteres Gebäudemanagement.

Vorteile eines vernetzten Gebäudes

Ein Blick in die Zukunft: Welche Entwicklung erwarten Sie?

Mittlerweile sind verschiedenste technische Anlagen in einem Gebäude in der Lage, Nutzungsparameter zu erfassen – egal ob es sich um den Aufzug oder um die Steuerung von Raumtemperatur und Sonnenschutz handelt. Kombiniert man diese Informationen miteinander, bieten sich künftig ganz neue Möglichkeiten des Betriebs: So können beispielsweise die Heizungs- und Klimatechnik in wenig frequentierten Etagen automatisch heruntergefahren oder im Einzelhandel die Kassenbesetzungen bedarfsgerecht angepasst werden. Zukünftig wird es deshalb nicht mehr nur um Einzellösungen gehen, sondern um die Vernetzung der gesamten Gebäudetechnik. Ein Beispiel dafür ist der cube berlin, ein hochmodernes Gebäude, das gerade in Berlin entsteht.

Gebäude mit Gehirn – der cube berlin

Durch die Vernetzung von smarten Sensoren sowie wesentlichen Bestandteilen der Gebäudetechnik in einem einzigen System – dem „Brain“ – kann das Gebäude wesentlich effizienter betrieben werden. Den Mietern können verschiedenste, teils individualisierte Services und Informationen in einer App bereitgestellt werden. Das Besondere daran: Das „Brain“ ist ein selbstlernendes System, das die Anforderungen und Wünsche der Mieter erfasst, daraus Rückschlüsse zieht und diese den individuellen Bedürfnissen anpasst.

Vorteile eines smarten Aufzuges

Was macht einen „smarten“ Aufzug aus? Und was sind die Vorteile?

Ein Aufzug muss „ready to connect” sein, also sich mit anderen Systemen vernetzen können. Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit von KONE mit Savioke, einem kalifornischen Hersteller von Servicerobotern, die sich autonom in öffentlichen Räumen bewegen. Die Roboter werden in Hotels weltweit eingesetzt, um Bestellungen an die Gästezimmer auszuliefern – einfache und zeitraubende Standardaufgaben, die das Hotelpersonal daran hindern, sich persönlich um die Gäste zu kümmern. Um durch das Gebäude zu navigieren, müssen die Roboter in der Lage sein, Aufzüge zu benutzen. Dazu kommunizieren sie mit unserer IoT-Plattform (IoT: Internet of Things), die dann den vernetzten Aufzug für den Roboter ruft. Wenn die Rezeption also eine Bestellung eines Gastes erhält, werden die Roboter beladen und auf den Weg geschickt. Solche Services sind auch für Krankenhäuser, Pflegeheime, Büros und Appartements denkbar.

Predictive Maintenance von Aufzügen

Ein weiter Punkt, was in meinen Augen einen smarten Aufzug ausmacht, ist die prädiktive Wartung. Wir warten weltweit mehr als eine Million Aufzüge und Rolltreppen aller Hersteller, die von geschätzt einer Milliarde Menschen täglich genutzt werden. Viele dieser Anlagen liefern uns über zahlreiche Sensoren dutzende Parameter, dank derer unsere Servicetechniker vorausschauend agieren können. Bereits im ersten Quartal 2017 startete KONE die Anbindung von Aufzügen an die IoT-Plattform. Über ein spezielles Protokoll werden die Daten der Aufzüge und Rolltreppen kontinuierlich in die IoT-Cloud übertragen. Dort werden sie analysiert. Algorithmen gleichen den Soll- mit dem Istwert ab. Anomalien werden direkt übermittelt. Meldet ein Aufzug beispielsweise, dass er nicht bündig in einer Etage hält, kann das ein Hinweis darauf sein, dass etwas nicht stimmt. Da das System einen stetigen Soll-Ist-Abgleich der Daten durchführt und so Erfahrungswerte für jede Anlage sammelt, kennt es sogar schon den Grund für das nichtbündige Halten. Entsprechend kann der Servicetechniker vor Ort den Fehler beheben, ohne lange nach der Ursache suchen zu müssen. Wir können also in dringenden Fällen schneller reagieren beziehungsweise Gefährdungspotenziale durch Reparaturen frühzeitig beseitigen. Dass ein Aufzug stecken bleibt, wird also deutlich seltener passieren, weil wir durch das vorausschauende Handeln Ausfälle und Störungen vermeiden können.

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Aufzüge – das Gehirn von Gebäuden?

Geht man noch einen Schritt weiter und verknüpft die Aufzüge mit weiterer Gebäudetechnik, haben sie perspektivisch sogar das Potenzial, zum Gehirn des Gebäudes zu werden. Erfasst ein Aufzug zum Beispiel, dass die fünfte und sechste Etage nach 18 Uhr kaum noch angefahren werden, kann der Gebäudemanager auf diesen Etagen Licht und Heizung herunterregeln. Das steigert die Energieeffizienz des Gebäudes und verbessert die Auslastung der einzelnen technischen Anlagen.

Durch diese digitalen Services können wir Architekten, Planern, Investoren, IT-Anbietern und technischen Gebäudeausrüstern helfen, Gebäude wirtschaftlicher, umweltfreundlicher und für die Nutzer komfortabler zu gestalten. Dazu sammeln und analysieren wir Daten, planen den vertikalen und horizontalen Personenfluss, definieren Hotspots und identifizieren mögliche Engpässe. Dadurch lässt sich nicht nur Energie sparen, sondern auch durch eine sichere und barrierefreie Wegeführung das persönliche Wohlbefinden der Nutzer verbessern – für die effiziente Bewegung von A nach B.

Silke Ritter

Wie werden wir künftig leben und arbeiten? Dieser Frage gehe ich hier im Blog nach. Seit 2012 gehöre ich zum Management Circle-Team, zuvor habe ich nach meinem Germanistik-Studium in der PR-Branche gearbeitet. Als Teil der #GenerationY weiß ich nicht nur um die Wichtigkeit von Hashtags und gutem Content, sondern wünsche mir mehr Mut in Unternehmen für die Digitalisierung. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Themenvorschläge!

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