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Innovation Labs als Speedboote der Digitalisierung in Banken

Innovation Labs Als Speedboote Der Digitalisierung In Banken

Die Banken in Deutschland unternehmen mittlerweile einiges, um in puncto Digitalisierung besser und innovativer zu werden. Immer beliebter werden so genannte Innovation Labs. 2017 hat die Verbreitung der Labore im Banken- und Sparkassensektor stark zugenommen. Ein Blick in die Maschinenräume zeigt, wofür Banken ihre Labs einsetzen: Als Schnellboote und Treffpunkte mit schlauen Tech-Köpfen.

Simon Oberle ist Leiter der DigiLabs von Sopra Steria Consulting in Frankfurt/Main und Berlin. Der Experte für die Gestaltung von Vertriebsprozessen hat sich auf Innovationen im Banking spezialisiert. Er schreibt regelmäßig für den Blog Digitale Exzellenz.

Innovation Labs entstehen auf der ganzen Welt

Große Banken sind schon länger aktiv. Die Deutsche Bank betreibt mittlerweile vier Innovation Labs: Eines in Berlin, eines in Palo Alto, eines in New York und ein weiteres in London, das sich ausschließlich mit der Blockchain-Technologie befasst. Ein bekanntes Beispiel für ein Accelerator-Format ist der Main Incubator der Commerzbank.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken sowie mittelständische Banken sind 2017 nachgezogen. Institute wie die Frankfurter Sparkasse haben im vergangenen Jahr das Potenzial der „Unternehmen im Unternehmen“ erkannt, um die Chancen der Digitalisierung schneller für sich nutzen zu können.

International steigt die Labor-Dichte der Banken ebenfalls: Das Lab der Banque de France fungiert als Treffpunkt mit Blockchain-Startups, um gemeinsam das Potenzial speziell dieser Technologie auszuloten. Die australische CommBank bringt mit ihren drei Laboren andere Finanzinstitute, Kunden, Bankenaufsicht und FinTechs an einem Ort zusammen. Die Thought Factory und das Hack-for-Hire-Programm der Axis Bank in Indien dienen unter anderem dem Ziel, Talente anzulocken. Die Emirates NBD will mit seinem Future Lab die eigenen Prozesse und digitalen Entwicklungen beschleunigen.

 

Neue Denkmuster und Technologien probieren und etablieren

An den Beispielen lässt sich gut ablesen: Die Anwendungsfelder der Innovation Labs sind vielfältig und eignen sich sowohl für die Einführung neuer interner Prozesse als auch für die Entwicklung digitaler Innovationen im Vertrieb.

Besonders gut geeignet sind die Labs außerdem, um neue Methoden und Technologien zu entwickeln und zu evaluieren. Praktische Anwendungen für Blockchain und Künstliche Intelligenz entwickelt kaum eine Bank aus dem Tagesgeschäft heraus. Die Institute suchen oder schaffen deshalb Rahmenbedingungen, unter denen sie frei denken, erproben, scheitern und lernen können.

Die Innovation Labs wirken vielfach als Beschleuniger gegenüber den traditionellen Unternehmensbereichen, die häufig zu starr und in ihren bisherigen Methoden und Denkmustern zu stark fokussiert sind. Ein Beispiel hierfür sind Co-Creation-Projekte. Hier werden Ideen gemeinsam mit Partnern und Kunden entwickelt und anschließend auch mit diesen evaluiert. Dieses Vorgehen ist ein Paradebeispiel, neue Denkweisen durch Innovation Labs zu etablieren.

Unterschiedliche Formate für unterschiedliche Strategien

StartupsDie Institute setzen mit ihren Innovation Labs auf unterschiedliche Formate: Sie sollen entweder das bisherige Unternehmen innovativer gestalten (innoLab), neue Geschäftsmodelle mit einem eigenen Startup an den Markt bringen (Company Builder) oder die Innovationsfähigkeit externer Startups für sich nutzen (Accelerator, Incubator).

Je nach strategischer Zielsetzung sollten Instrumente wie permanente Labs, Hackathons oder bankinterne Innovationsabteilungen genutzt werden. Hackathons sind beispielsweise eine vergleichsweise günstige und einfach umzusetzende Einstiegsmethode, innovative Ideen von außen in das Unternehmen zu holen und gleichzeitig das Netzwerk auf dem Gebiet der Digitalisierung zu stärken. Wichtig ist, dass Banken lernen zu experimentieren, anstatt nur zu implementieren.

Knackpunkt ist die Migration der Ergebnisse

Die Arbeit der Innovation Labs trägt bereits Früchte: Es gibt einige digitale Neuerungen bei Banken, die auf neue Forschungsstätten zurückzuführen sind. Die Entwicklung der Kredit-App der Credit Plus war Ergebnis eines konzerninternen Hackathons.

Nachholbedarf besteht in der Umsetzungsgeschwindigkeit bis zur Markteinführung. Das Tempo der Labs wird häufig durch die Umsetzung in traditionellen Unternehmensbereichen wieder gebremst. Eine veraltete IT-Architektur und auch lange Entscheidungs- und Implementierungszyklen verhindern häufig die schnelle Einführung innovativer Produkte und Dienstleistungen aus den Labs. Einige Labs müssen zudem noch beweisen, ob sie nur das „Spielzeug“ des CEO oder ein wirklicher Treiber der Veränderung ihrer Unternehmen sind.

Digitalisierung im Personalmanagement

Ausblick: Innovation Labs weiter im Kommen

Dennoch: Innovation Labs werden 2018 ein fester Bestandteil in der Bankenlandschaft sein. Der Trend zeigt in Richtung mehr Labore. Der Grund: Der Change-Prozess im Rahmen der Digitalisierung in den Banken hat gerade erst begonnen. Labs sind somit auch weiterhin notwendig, um die Veränderungsgeschwindigkeit zu steigern. Die Herausforderung, die Innovationen bis zur Marktreife umzusetzen und die traditionellen Unternehmensbereiche an neue Herangehensweisen und erhöhte Geschwindigkeiten zu gewöhnen, wird 2018 eine Herkulesaufgabe für die Innovation Labs sein.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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