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Im Fokus: Das größte Batteriespeicher-Projekt in Deutschland

Im Fokus: Das Größte Batteriespeicher-Projekt In Deutschland

Die STEAG ist der fünftgrößte Stromerzeuger Deutschlands. Das in Essen ansässige Unternehmen ist ursprünglich mit Steinkohle groß geworden, investiert aber auch immer mehr in Erneuerbare Energien und Anlagen zur dezentralen Energieversorgung. Das neueste Projekt der Essener ist ein besonders ambitioniertes: 100 Millionen Euro investiert das Unternehmen, um das größte Batteriespeicher-Projekt in Deutschland auf die Beine zu stellen.

Sechs Lithium-Ionen-Großspeicher mit einer Gesamtleistung von 90 Megawatt

Sechs Anlagen sollen bis Anfang 2017 entstehen – und jede einzelne ist mit einer Leistung von 15 Megawatt größer, als alle bisher in Deutschland realisierten. So war der bisherige Rekordhalter der Batteriespeicher im 120-Einwohner-Dorf Feldheim und hatte eine Leistung von 10 Megawatt. Den Weltrekord hält ein Speicher in China mit 40. Der erste STEAG-Speicher hat im März 2016 seinen Betrieb aufgenommen und ist nun in der Testphase, in der die Anlage für den Regelleistungsmarkt präqualifiziert wird.

Bild von Windrädern auf einer grünen Wiese

Die volatile Windenergie braucht schlüssige Speicherkonzepte. Dezentrale Batteriespeicher wären eine Möglichkeit, die Energie vorzuhalten und gleichzeitig die Netze zu schonen.
Bildnachweis: Marcus Klepper | de.fotolia.com

Die Speicher basieren auf einer Zusammenarbeit der japanischen Firma Nidec, die PCS- (Power Conversion System) und EMS- (Energy Management System) Lösungen bereitstellt sowie Lithium-Ionen-Batterien des koreanischen Unternehmens LG Chem. Lithium-Ionen-Batterien haben zwar vergleichsweise hohe Anschaffungskosten, jedoch auch einen hohen Wirkungsgrad, geringe Wartungskosten sowie eine lange Lebensdauer. Außerdem sind sie durch ihre hohe Leistungs- und Energiedichte sehr platzsparend.

Die Anlagen sollen an bereits existierenden STEAG-Standorten in Betrieb genommen werden, darunter Herne, Lünen und Duisburg-Walsum in Nordrhein-Westfalen sowie Bexbach, Fenne und Weiher im Saarland. Ein Vorteil: STEAG betreibt in Fenne bereits seit 2014 eine Batterie für  Regelzwecke. Dafür sollen die neuen Anlagen ebenfalls eingesetzt werden. Das Essener Unternehmen konnte in dem Bereich bereits wertvolle Erfahrung sammeln.

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https://www.youtube.com/watch?v=se3_79Rv6bE

Dr. Hans Wolf von Koeller (Steag) über das größte Batteriespeicherprojekt in Deutschland. Herr von Koeller wird auch auf unserer Konferenz „Erfolgreiche Speicherprojekte im neuen Strommarkt“ über das Projekt sprechen.

Die Batteriespeicher sind eine lohnende Investition für STEAG

STEAG hat bereits klargestellt, dass Speichertechnologien ihrer Meinung nach eine Schlüsselrolle im Kontext der Versorgungssicherheit und Energiewende einnehmen. Auch deshalb haben sich die Essener für die Investition entschieden, für die sie (ganz nebenbei) keinerlei Fördermittel in Anspruch nahmen. Aber es gibt auch einige weitere Gründe. Denn der Betrieb der Anlagen lohnt sich für das Unternehmen.

 

Geringe Investitionskosten

Im Vergleich zu anderen Großprojekten sind 100 Millionen Euro eine relativ niedrige Summe. Die kommt zustande, da die Batteriespeicher an Standorten existieren, an denen STEAG bereits eine funktionierende Infrastruktur zur Verfügung hat, über die die Einspeisung von Strom ins Netz bzw. dessen Entnahme aus dem Netz durchgeführt werden kann. Die Synergien, die daher beim Bau der Anlagen genutzt werden können, sparen einige Bauschritte und damit auch Investitionskosten.

 

Regelenergie wird attraktiv entlohnt

Die Batterien der STEAG sollen zur Bereitstellung von Primärregelleistung eingesetzt werden. Die Primärregelung gleicht im Netz Differenzen zwischen aktuellem Leistungsangebot und aktueller Nachfrage aus, wofür ständig genug Leistung vorgehalten werden muss, die innerhalb von 30 Sekunden zur Verfügung gestellt werden kann. An der Gewährleistung dieser Anforderung sind viele Kraftwerke beteiligt, die jederzeit einen Teil ihrer Erzeugungsleistung zurückhalten. Batteriespeichersysteme, die vollautomatisch Energie aufnehmen oder abgeben können, eignen sich hervorragend für diese Aufgabe. Die Bereitstellung von Regelenergie wird am Markt attraktiv entlohnt: Zum einen erhält der Betreiber eine Bereitschaftsgebühr (Leistungspreis) alleine für das Zurückhalten der Energie; zum anderen wird der Abruf der Energie nochmals zusätzlich vergütet (Arbeitspreis).

Insgesamt ist die Investition in die Anlagen also ein gutes Geschäft für STEAG. Mit den Batteriesystemen können ungefähr 300.000 Haushalte für eine Stunde mit Strom versorgt werden. Nach Angaben des Unternehmens geht man zudem davon aus, die Steinkohlekraftwerke effizienter fahren zu können, so dass bei ihrem Betrieb später rund 13.000 Tonnen pro Woche und Kraftwerk Co2 eingespart werden. (Wir haben nachgerechnet: das sind 4.056.000 Tonnen Co2-Ersparnis im Jahr!)

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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