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Illiquide Assets liquide machen

Illiquide Assets Liquide Machen

Während das Internet aufgebaut wurde, um Informationen auszutauschen, werden eine Blockchain und die dahinterliegende Distributed-Ledger-Technologie (DLT) aufgebaut, um Vermögen, Werte und Rechte auszutauschen.

Zum Austausch solcher digitalen Inhalte werden sogenannte kryptographische Token eingesetzt. Die Token werden einer bestimmten Blockchain zugeordnet. Ihnen sind bestimmte Eigenschaften über sogenannte „Smart Contracts“ zugewiesen. Sämtliche Übertragungen von Token erfolgen innerhalb der spezifischen Blockchain und sind für jedermann einsehbar, nachvollziehbar und damit transparent.

Dies führt zu mannigfaltigen Anwendungsfällen und damit zu neuen Geschäftsmodellen.

Eric Romba ist Rechtsanwalt in der Anwaltskanzlei lindenpartners in Berlin. Er berät Mandanten in allen kapitalmarktrechtlichen Fragestellungen und zu Fragen der Digitalisierung und Krypto-Assets an der Schnittstelle zum Aufsichtsrecht.

Die Innovation des Initial Coin Offerings

Der Begriff des Initial Coin Offerings (ICO) (oder auch Initial Token Offering – ITO genannt) ist eine Wortschöpfung, die sich an den englischen Begriff für einen Börsengang, das sogenannten Initial Public Offering (IPO) anlehnt. Allerdings werden bei einem ICO keine Aktien herausgegeben, sondern Token mit unterschiedlichen Rechten, über die der Emittent vorab entscheidet.

Mit sogenannten „Initial Coin Offerings“ entwickelt sich eine neue Form von Mitwirkungs- und Beteiligungsmöglichkeiten. Wurden ICOs in den Anfängen als Instrument viel genutzt von jungen, innovativen Unternehmen, befassen sich immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen mit der Form der Finanzierung. Die Vorteile sind greifbar: Unmittelbare Beteiligung von Interessierten, Kosteneffizienz durch dezentrale Organisation, Transparenz und Sicherheit der Transaktionen.

Blockchain

Token als Urkunde

Bei den Token kann es sich um sogenannte Utility Token handeln, die dem Inhaber einen Anspruch auf die zukünftige Nutzung bestimmter (meist noch nicht existenter) Dienstleistungen oder auf den Erwerb von Produkten des Emittenten vermitteln. Security Token hingegen sind Investmentprodukte, die Eigen- beziehungsweise Fremdkapitalkomponenten aufweisen oder dem Inhaber auch echte Gesellschafterrechte zuweisen können. Tatsächlich ergeben sich die jeweiligen Rechte nicht unmittelbar aus dem Token, sondern der entsprechenden vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Emittenten und dem Erwerber. Der Token fungiert als eine Art Legitimationszeichen, der mit den entsprechenden Rechten derart verknüpft ist, dass eine Rechteausübung nur durch den Tokeninhaber möglich ist. Der Token – obwohl kein Schriftstück – ähnelt in seiner Funktion damit stark einer Urkunde, bei der Leistungen nur an deren Inhaber erfolgen.

Die Innovation liegt in der Verknüpfung der (oft wenig fungiblen) Vermögens- oder Wertrechte mit dem kryptographischen Token. Denn Token sind höchst fungibel und werden bereits heute auf Handelsplattformen für Kryptowährungen und Token zwischen Marktteilnehmern gehandelt. Die Handelbarkeit der Token schafft so – aufgrund der Koppelung mit den entsprechenden Rechten – eine Fungibilität und einen Marktplatz für die Übertragung und den Handel von Ansprüchen/Rechten, die es bislang so nicht gegeben hat. Illiquide Assets können auf diesem Wege liquide gemacht werden.

Token als Wertpapiere

BitcoinMit dieser Innovation verknüpft ist die Frage der aufsichtsrechtlichen Einordnung der Token. Der Token ist dabei nie isoliert zu betrachten, sondern stets gemeinsam mit den dadurch eingeräumten Rechten. Die Einordnung als Wertpapier liegt bei Token, die Investment-Komponenten aufweisen, durchaus nahe. Denn die Übertragbarkeit und Handelbarkeit, die bei der „Tokenisierung“ von Rechten im Fokus steht, ist notwendige Voraussetzung für die Qualifikation eines Investmentprodukts als Wertpapier. In Deutschland hat die Finanzaufsicht (BaFin) sich dahingehend geäußert, dass „im Einzelfall“ eine Einordnung eines Token als Wertpapier möglich ist (BaFin, Hinweisschreiben zur Einordnung von ICOs vom 20. Februar 2018, abrufbar im Internet unter www.bafin.de).

Das ist erst der Anfang

Am 31. Januar 2019 hat die BaFin nun den ersten Security-Token mit Wertpapierprospekt für Privatanleger gebilligt. Dies ist ein wichtiger Meilenstein für den Tokenmarkt, nicht nur in Deutschland. Denn es zeigt sich, dass ein aufsichtskonformes Token-Offering in Deutschland möglich ist.

Weitere Konzepte für die Tokenisierung von Assets und die Ausgabe von Security-Token sind geschrieben und in Vorbereitung. Insofern lohnt es schon heute, sich Gedanken über die Nutzbarkeit von Tokens und Token-Offerings für Asset-Manager und zur Kapitalanlage zu machen. Ein Sachwert-Token-Offering ist zum Beispiel rechtlich gestaltbar. Technisch allemal.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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