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Ich sehe, was du denkst – was Mikroexpressionen über uns verraten!

Ich Sehe, Was Du Denkst – Was Mikroexpressionen über Uns Verraten!

Das Gesicht eines Menschen verrät viel über seine Gedanken und Gefühle – wenn man es schafft, diese Dinge herauszulesen, bestätigt auch unser Mimik- und Körpersprache-Experte Andreas Fiederle im exklusiven Interview. Doch dafür braucht es einen geschulten Blick, denn Mikromimik ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Blick hinter die Maske eines jeden Menschen. Wir haben uns mit dem Thema der Mikroexpressionen genauer beschäftigt und klären auf, was dahinter steckt.

Mikroexpressionen – was ist das überhaupt?

Mikroexpressionen oder auch Mikroausdrücke sind kurzzeitige Veränderungen der Mimik. Das Gesicht verändert sich dabei nur für den Bruchteil einer Sekunde, genauer gesagt für nur maximal ein Fünftel einer Sekunde!

Anfangs ging die Forschung davon aus, dass diese Mikroausdrücke viel zu kurz auftreten, um sie überhaupt identifizieren zu können. Doch sie wurde schließlich eines Besseren belehrt.

Durch gezieltes Training können Menschen kurze emotionale Momente bei Ihrem Gegenüber sehr wohl erkennen und auch deuten.

Dazu muss das Auge des Beobachters nach ganz bestimmten Indikatoren im Gesicht des Gegenübers suchen und so die Mikroexpressionen aufdecken.

Diese nur so kurz sichtbaren Mikroexpressionen sind für uns so spannend, weil sie unbewusst Gefühle und Ängste im Gesicht eines Menschen sichtbar werden lassen, die er eigentlich zu verstecken versucht. Schafft man es, die Mikroausdrücke zu erkennen, ist man also ein ganzes Stück weiter, um sein Gegenüber besser zu verstehen.

Das Gesicht als Geschichtenerzähler!

Das reine Erkennen von Mikroexpressionen bringt einen noch nicht sehr weit. Die Interpretation der einzelnen Mikroausdrücke ist viel wesentlicher für den Beobachter. Denn die Gesichtszüge können für ganz verschiedene Emotionen wie zum Beispiel Angst, Überraschung, Ärger, Ekel, Verachtung, Trauer oder Freude stehen.

Gesichter lesen

Deutet man die Gefühle seines Gegenübers richtig, kann das für den weiteren Verlauf des Gespräches, eines Folgetreffens oder das Erreichen eines bestimmten Zieles sehr hilfreich sein.

Für die Interpretation von Mikroexpressionen hat Paul Ekmann, Professor der Psychologie an der University of California, San Francisco, einige Größen definiert:

Die Art des Gesprächs, in dem die Mikroexpression beobachtet wird:
Wird ein Schuldiger befragt? Begegnen sich fremde Menschen? Geht es um ein aktuelles Projekt?

Die Beziehung der Personen, die am Gespräch beteiligt sind:
Liegen Konflikte oder Feindseligkeiten vor? Wie ist die Hierarchie unter den Gesprächspartnern? Stehen die Personen unter einem besonderen Druck?

Der Moment, in dem die Mikroexpression auftritt:
Tritt sie auf, wenn eine bestimmte Person spricht? Oder nur dann, wenn diese Person zuhört? Zeigt sich die Mikroexpression nur bei einer bestimmten Äußerung?

Wo liegt der Unterschied zu Makroexpressionen?

Mikro- und Makroexpressionen unterscheiden sich durch die Dauer Ihres Auftretens. Während Mikroexpressionen nur für den Bruchteil einer Sekunde sichtbar sind, liegen die Makroexpressionen über einen längeren Zeitraum vor.

Makroexpressionen zeigen den normalen Gesichtsausdruck eines Menschen, das heißt die aktuelle Befindlichkeit. Grundsätzlich zeigt jeder Mensch Gefühle und diese können von anderen Personen über das Gesicht erkannt werden. Durch Mimik, Gestik und Stimmlage sind wir deshalb sehr gut in der Lage, unser Gegenüber einzuschätzen. Sobald ein Gefühl abklingt, wird es von der nächsten Emotion abgelöst. Wie stark sich diese Gefühle dabei im Gesicht widerspiegeln, ist von Person zu Person unterschiedlich. Einige Menschen können Emotionen sehr gut verbergen, wie Sie sicher selbst schon festgestellt haben. Bei anderen sieht man sofort, wenn sie etwas beschäftigt.

Zu den Mikro- und Makroexpressionen kommen meist noch subtile Ausdrücke hinzu, die unglaublich schwer zu deuten sind. Das Zusammenspiel aller drei Ausdrücke, gibt uns letztendlich Einblick in unser Gegenüber und in seine Gefühlswelt. Und oft sind es neben dem normalen Gesichtsausdruck, den wir tagtäglich sehen, eben genau die winzigen Mikroexpressionen, die uns die entscheidenden Informationen über unser Gegenüber geben – zwar schwach und leicht zu übersehen, aber vorhanden!

Das Dilemma mit den Mikroausdrücken

Leider sind Mikroexpressionen aufgrund Ihrer kurzen Erscheinung nicht so einfach für jeden ersichtlich. Für denjenigen, der sie äußert ist das auch sicherlich von Vorteil. Doch die Fähigkeit, diese Ausdrücke wahrzunehmen und zu deuten, kann gelernt werden – zum Beispiel in unseren Seminaren. Sie können es also schaffen, kleine Nuancen an Emotionen selbst zu erkennen und sich damit einen Vorteil gegenüber Anderen zu verschaffen. Übung macht dabei den Meister!

Aber probieren Sie es doch direkt mal aus – in diesem Selbsttest können Sie Ihre Fähigkeit, Mikroexpressionen zu erkennen, ganz einfach testen und sich auch langsam steigern.

Selbsttest: http://barbarakuster.com/kompendium/onlinetest/

Aber Vorsicht: Nicht alle Menschen geben Ihre unterdrückten oder verdrängten Emotionen über Mikroexpressionen preis. Nur, weil keine Mikroausdrücke sichtbar werden, heißt das noch nicht, dass der Gesprächspartner nichts Verborgenes denkt, die Wahrheit sagt oder sogar lügt. Die Mikroexpressionen helfen uns unsere Gesprächspartner besser zu verstehen sowie das Gespräch entsprechend zu führen und zu lenken. Doch der gesunde Menschenverstand und ein gewisses Einfühlungsvermögen sind sicherlich genauso wichtig, um das Gespräch zum Erfolg zu führen.

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Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle Teamleiterin für das Content Marketing und unter anderem für die Themen-Blogs Soft Skills, Projektmanagement und Handel verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über die neusten Entwicklungen und gebe Ihnen Tipps, um die eigenen Kompetenzen verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Liebe Frau Martina Große Bley.

    Ein schöer Artikel. Danke vielmals.
    Was ich allerdings rügen muss, ist die Behauptung, dass mikroexpressive Mimik nicht beeinflusst oder unterdrückt werden kann, erstrecht soll sie nicht bewusst herbei geführt werden können.
    Nun, es ist tatsächlich für einige Menschen ganz anders.
    Sehen wir uns einmal Schauspieler an. Ich meine tatsächliche, die über Jahre gereift sind oder den Reifeprozess früh durchlaufen haben. Wunderbare Beispiele sind Vater und Sohn George oder Mario Adorf, um nur deutsche Beispiele zubringen.
    Die schaffen es, Erfahrungen und Emotionen in die Szene aufzunehmen, erneut zu durchleben und dadurch ihre Mikroexpressionen so zu steuern, dass der Zuschauer ihnen tatsächlich die tragische oder ulkige Rolle abnimmt.
    Zu unser aller Bedauern beherrschen auch viele Politiker Methoden, sich den Menschen zu verschließen.
    Nach dem Prinzip, der Körper folgt dem Geist, trainiere ich seit Jahren Menschen in Managementetagen, ängstliche Schüler, Schauspieler und Politiker, ihre Mikromimik zu beherrschen und nicht nach außen zu tragen.
    Nicht umsonst sind Ergebnisse eines Lügendetektors nicht als Beweis zugelassen. Denn der macht nichts anderes, als die körperliche Reaktion auf Stress zu messen.
    Menschen, die es schaffen ihre Emotionen und minimalen Ausdrücke derer zu beherrschen, nennt der Volksmund Blender.
    Und so fühle ich mich von in Stein gemeißelten Aussagen wie die oben genannten nur geblendet.
    Versuchen Sie einmal einen wirklich bösen Brief zu schreiben während Sie lächeln oder an ihr schönstes Erlebnis zu denken. Es wird Ihnen nicht gelingen.
    In diesem Sinne. Freundlich Ihr Michel Anon
    (Testfrage: Habe ich den gesamten Text über gelächelt oder nicht? Habe ich schon mit dem kurzen Text Einfuss auf Sie genommen? Ist alles richtig geschrieben?)
    Mikroexpression drückt sich auch im geschriebenen Wort aus.

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