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Nachhaltiges Bauen: Das Holz-Hybrid-Hochhaus

Nachhaltiges Bauen: Das Holz-Hybrid-Hochhaus

Bauen mit Stahl und Beton benötigt enorm viele Ressourcen und Energie. Holz wird als ökologische Alternative immer häufiger genutzt und bildet so zukünftig eine starke Konkurrenz für die konventionellen Baustoffe. Bisher wird der Bau von Holz-Hochhäusern in Deutschland gar nicht oder nur durch einige Ausnahmeregelungen genehmigt. Die Baugenossenschaft Airlinger soll hierbei ein Konzept, inklusive technische Lösungen, bieten, welches in Zukunft auch von anderen Bauherren genutzt werden kann. Aber zuerst einmal beantworten wir Ihnen die Frage, was Holz-Hybrid-Bau überhaupt ist.

Was genau ist Holz-Hybrid-Bau?

Bei dem Bau mit Holz-Hybrid werden die Materialien Holz und Beton kombiniert. Dabei übernehmen die beiden genannten Baustoffe die statischen Lasten gemeinsam. Betoninnenwände und Holzaußenwände tragen gemeinsam die Betondecken. Dadurch, dass Beton sehr preiswert und statisch hoch belastbar ist und Holz neben seinen ökologischen Eigenschaften, eine Reihe von weiteren Vorteilen besitzt, können Gebäude jeder Art schneller, flexibler und mit einem höheren wirtschaftlichen Nutzen erstellt werden.

Welche Vorteile bringen die Nutzung von Holz als Baustoff mit sich?

Die gute Ökobilanz

Holz wächst ohne fossilen Energieverbrauch nach und ist außerdem ökologisch, nachhaltig und vollständig recycelbar. Ebenso ist der Energiebedarf für die Herstellung von Holz, im Vergleich zu Stahl oder Ziegel, wesentlich geringer. Der geplante Holz-Hybrid-Bau in Pforzheim – über den wir später mehr berichten – würde nach Berechnungen rund 2.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid-Emissionen weniger verursachen als ein konventioneller Bau. Weltweit bestehen Bauwerke außerdem zu einem großen Teil aus Stahlbeton. Dieser besteht zu etwa zwei Dritteln aus Sand. Durch das Bauen mit Holz kann aus diesem Grund ebenso Sand, als einer der mittlerweile knappen Rohstoffe der Welt, eingespart werden.

Wärmeschutz und gutes Raumklima

Holz gilt als schlechter Wärmeleiter. Genau aus diesem Grund bietet es einen perfekten Wärmeschutz im Sommer und Winter. Außerdem sorgt der natürliche Baustoff für ein gesundes Raumklima, eine optimale Luftfeuchtigkeit und einen hohen Wohlfühlfaktor.

Flexibler und schneller Bau

Holz ist ein leichter Baustoff, welcher jedoch sehr stark belastet werden kann. Genau aus diesem Grund ist Holz sehr flexibel einsetzbar. Zusätzlich ist das Bauen mit Holz durch die Option des Vorfertigens enorm zeitsparend.

Das Holz-Hybrid-Hochhaus in Deutschland

In Bezug auf die praktische Umsetzung in Deutschland ist das auf den Namen „Carl“ getaufte 14-stöckiges-Wohnhochhaus ein aktuelles Beispiel. Mit seinen insgesamt 45 Meter Höhe soll es am westlichen Stadteingang von Pforzheim erstellt werden und somit das größte Holzhochhaus in Deutschland sein. Das Hybrid-Hochhaus wird von der Airlinger Baugenossenschaft erbaut und soll Wohnraum für 73 Mietwohnungen bieten. Der Baubeginn findet im Frühjahr 2020 statt und die Fertigstellung ist für Ende 2021 geplant. Angrenzend an das Hochhaus sollen außerdem eine Kindertagesstätte für rund 100 Kinder sowie eine Bäckerei erbaut werden. Bei dem Neubau soll so viel Holz wie möglich genutzt werden. Das liegt neben den nachhaltigen Gründen, vor allem auch an Pforzheims Nähe zum Schwarzwald, wodurch regionales Holz ausreichend vorhanden ist.

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Förderung durch die Deutsche Bundessstiftung Umwelt

Die bereits genannten ökologischen Vorteile sind einer der Gründe, warum die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) den Holz-Hybrid-Bau mit 330.700 Euro unterstützen wird.

Läuft der Bau erfolgreich, kann er dank seines Modellcharakters ein Leuchtturm für die Holzbaubranche werden.

Alexander Bond |Generalsekretär | Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Das Konzept „CARL“ soll durch seinen Modellcharakter in Zukunft auch andere Bauherren bei der Durchführung eines Holz-Hybrid-Baus unterstützen. Vor allem technische Lösungen hinsichtlich des Brandschutzes und der Statik sollen zukünftig bundesweit anwendbar sein.

Weitere Projekte, die die Holz-Hybrid-Bauweise anwenden:

Holzhochhaus HoHo Wien

Bildnachweis: RLP Rüdiger Lainer+Partner

Ein weiteres Beispiel für ein Holz-Hybrid-Hochhaus wird aktuell in Wien gebaut. Das HoHo Wien ist ein im Bau befindliches Hochhaus. Durch die Verwendung der Holz-Hybrid-Bauweise können auch bei Hoho 2.800 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart werden. Mit seinen 24 Geschossen und 84 Metern Höhe ist es außerdem das zweithöchste Holzhochhaus weltweit. Das derzeit größte Holzhochhaus „Mjostarnet“ befindet sich in Norwegen und ist mit 85,4 Metern nur 1,4 Meter höher als HoHo.

Auch das Projekt WOODIE von PRIMUS developments GmbH ist ein Beispiel für die Anwendung der Hybridbauweise. Hinter WOODIE verbirgt sich das Projekt einer modularen Holzbauweise für Studentenapartments. Hierbei werden 371 Wohneinheiten in Holzcontainerform vorgefertigt, voll ausgestattet sowie eingerichtet und in versiegelter Form auf der Baustelle aufgestapelt. WoodieDie tragende Sockelkonstruktion sowie das Treppenhaus des Gebäudes sind aus Stahlbeton gefertigt. Mit dem Einsatz von Holz beim Bau von Mikroapartments reagiert WOODIE auf die hohe Nachfrage nach Wohnraum in deutschen Großstädten. Durch die kurze Bauphase in einer Produktionsstätte kann nicht nur Qualität, sondern auch eine einfache Reproduzierbarkeit erreicht werden.

Wir sind gespannt, welche weiteren Bauten in der Holz-Hybrid-Bauweise gefertigt werden und wann wir mit dem ersten Holz-Skyscraper rechnen können. Der japanische Holzbaustoffgigant Sumitomo Forestry hat hier schon erste Pläne für einen 350 Meter hohen Wolkenkratzer in Tokio. Die Fertigstellung ist jedoch erst im Jahr 2041 geplant.

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Julia Rieth

Ich bin Auszubildende bei Management Circle und zurzeit in der Abteilung Marketing eingesetzt. Als angehende Veranstaltungskauffrau freue ich mich, Sie über die neusten Trends und aktuellsten Themen zu informieren.

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