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Hochhaus-Architektur – Faszination, Chance und Gefahren

Hochhaus-Architektur – Faszination, Chance Und Gefahren

Hochhäuser üben schon lange eine Faszination auf uns Menschen aus. Die markante Architektur und die Attraktivität durch vertikalen Städtebau machen den Hochhausbau im 21. Jahrhundert immer relevanter. Aber oft stehen auch die Gefahren im Vordergrund der Diskussion: Die Gefahr für den Stadtfrieden oder die Verlust von Maßstab, Licht und Sonne sind nur einige Themen. Joachim H. Faust zeigt auf, wo die Potenziale und Gefahren von Hochhäusern liegen und erläutert, warum in diesem Bereich europäische Zentren asiatischen und amerikanischen überlegen sind.

Joachim H. Faust studierte an der TU Berlin sowie der RWTH Aachen Architektur. Ein Stipendium brachte ihn in den 80er Jahren in die USA, wo er seinen Master of Architecture an der A&M University in Texas erlangte. Nach Stationen bei SOM und KPF kam er 1987 zu HPP. Hier leitete er zunächst das Frankfurter Büro, ab 1994 als Kommanditist. Seit 1997 ist er für die Gesamtleitung des Büros verantwortlich.

Joachim H. Faust veröffentlicht in Fachzeitschriften, hält Vorträge zu Fachthemen der Architektur und agiert als Jurymitglied für renommierte Architektur-Preise. 2002 wurde er mit dem Distinguished Alumni Award der Texas A&M University geehrt. Unter seiner Ägide haben Projekte der HPP Architekten zahlreiche Auszeichnungen erhalten – zuletzt den renommierten MIPIM Future Project Award 2018.

Joachim Faust

Joachim H. Faust

Hochhäuser müssen gut geplant werden

Hochhäuser können faszinierende Ikonen einer Stadt sein und sind in der heutigen Baukunst besetzt mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad in konstruktiven, logistischen, technischen und ökologischen Fragestellungen. Durch ihre unübersehbare Präsenz im Stadtbild sind höchste Anforderungen an die Architektur zu stellen. Ihre Wirkung prägt den öffentlichen Raum entscheidend und muss daher, insbesondere aus stadträumlicher Sicht, umsichtig geplant werden. Die Faszination von Hochhäusern, besonders in einer verdichteten Anordnung, wirkt als Zeichen für urbane Lebensqualität, wenn sie den öffentlichen Raum attraktiv gestaltet und wenn sie positive, ökologische Beiträge zum Stadtklima liefert.

Auch an die Öffentlichkeit denken!

Neben den Nutzern dieser Gebäude muss auch der Öffentlichkeit Chancen des Erlebens ermöglicht werden. Dies könnte zum Beispiel durch Aussichtsterrassen und an der Spitze von Hochhäusern gelegenen Restaurants oder anderen, öffentlich zugänglichen Einrichtungen, erreicht werden. Eine Konzentration von Hochhäusern (Cluster) in geeigneten Bereichen deutscher Städte schafft eine Urbanität, die den Anschluss an Großstädte wie Paris und London bieten kann. Die Attraktivität erhöht sich noch weiter, wenn Mischnutzungen entweder in verschiedenen Hochhaus-Ensembles oder im selben Haus geschaffen werden. Man stelle sich einen Straßenzug einer europäischen Großstadt wie Düsseldorf vor, wie zum Beispiel der Verlauf der Schadowstraße 140 Meter vom Jan-Wellem-Platz in östlicher Richtung. An diesem Straßenzug befinden sich öffentliche Plätze, Grünanlagen, Kultureinrichtungen, Geschäfte, Restaurants, Büros, Wohnungen etc. Mit diesem Nutzungsmix kann ein 140 Meter Hochhaus eine 24/7 Attraktivität liefern, die den gewünschten, urbanen Qualitäten Raum bietet.

Die europäische Stadt ist den amerikanischen und asiatischen urbanen Zentren überlegen

Europe Tower Sofia

Europe Tower Sofia, HPP Architekten

Die Abbildung solch komplexer Nutzungen in einem Gebäude von 300 – 500 Metern Höhe sind in vielen amerikanischen und asiatischen Großstädten erlebbar. Das ist nicht eins zu eins auf die europäische Stadt übertragbar. Maßstäblichkeit im Stadtraum sowie schutzbedürftige, gewachsene Stadtstrukturen sind unbedingt zu respektieren. Die europäische Stadt ist deshalb in vielerlei Hinsicht den amerikanischen und asiatischen urbanen Zentren überlegen, da sie städtebauliche Werte kulturell, sozial, ökonomisch und ökologisch respektiert. Selbstverständlich sind infrastrukturelle Lösungen zur Bewältigung von erhöhtem Verkehrsaufkommen umzusetzen; ganz im Sinne der europäischen Stadt mit reduziertem Individual PKW Verkehr und erhöhtem ÖPNV Angebot, Radwegen und windgeschützten Straßenräumen.

Und Düsseldorf?

Die Stadt Düsseldorf könnte mit der Verdichtung durch den Bau von Hochhäusern in Clustern auf Ideen aus dem New York City Planning Department „zoning program“ und „zoning tools“ zurückgreifen. Hier werden ortsspezifisch Bonusprogramme für erhöhte Flächenausnutzung vorgeschlagen. Im Gegenzug zur erhöhten Ausnutzungszusage werden Projekte für die Öffentlichkeit wie zum Beispiel U-Bahnstationen, Parkanlagen, öffentlich nutzbare Eingangshallen, Aussichtsrestaurants, Bereitstellung von geförderten Wohnungsangeboten und/oder kulturellen, sowie Entertainmenteinrichtungen einzuplanen sein. In jedem Fall ist die Ikonografie eines Hochhauses – gegliedert in eine Sockelzone, einen aufgehenden Schaft und eine Spitze – architektonisch abzubilden, um den Kontext zur europäischen Stadt zu reflektieren. Um dies alles zu verwirklichen, bedarf es Mut: der Stadtplanung, der Bauherren und aller Planungsbeteiligten.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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