Überspringen zu Hauptinhalt

Herausforderung Atomausstieg (Teil 5): Pro und Contra Atomausstieg – Die wichtigsten Argumente

Herausforderung Atomausstieg (Teil 5): Pro Und Contra Atomausstieg – Die Wichtigsten Argumente
Beitragsserien: Herausforderung Atomausstieg

Seit 2011 ist der Atomausstieg beschlossene Sache. Mit der Abschaltung der Kernkraftwerke bis 2022 im Zuge der Energiewende geht Deutschland damit international einen Sonderweg. Und dieser wird nicht erst seit dem Atomkonsens der Rot-Grünen Koalition aus dem Jahr 2000 diskutiert. In Deutschland gibt es seit jeher eine aktive Anti-Atomkraft-Bewegung und die Akzeptanz der Kraftwerks- und Lagerstandorte ist gesellschaftlich umstritten. Zwar ist die Diskussion um einen Ausstieg seit 2011 „offiziell beendet“, aber trotzdem fassen wir die wichtigsten Argumente pro und contra Kernkraft nochmals für Sie zusammen.

Pro: Drei Argumente für den Atomausstieg

A

„Kernkraft ist nicht sicher“

Das nach Fukushima wohl wichtigste Element für einen Atomausstieg ist die Sicherheit der Kraftwerke. Neben Unfällen wie in Japan werden auch Terroranschläge und Attacken durch Hacker als neue Gefahren identifiziert. Auch seien einige der älteren Kernkraftwerke nicht mehr auf dem neuesten technischen sowie rechtlichen Stand und wären heute nicht mehr genehmigungsfähig. Ein Reaktorunglück berge die Gefahr radioaktiver Verseuchung großer Landstriche.

B

„Es gibt kein Endlager“

Je schneller die deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet werden, desto weniger Abfälle entstehen daraus. Das ist ein wichtiger Punkt, da durch Fragen der Sicherheit und gesellschaftlichen Akzeptanz noch immer ein geeignetes Endlager in Deutschland gefunden werden muss.

C

„Die Abschaltung der Kernkraftwerke ist ein Signal für die Energiewende“

Die Abschaltung der Kraftwerke schaffe ein klares Signal für den Ausbau alternativer Energiequellen. Sie stelle ein Zeichen pro Energiewende dar und schaffe Anreize, an erneuerbaren Energien und Steigerungen der Energieeffizienz zu forschen. Je länger die (für die Betreiber) günstigen Kernkraftwerke am Netz bleiben, desto schwieriger werde der Einstieg in den Wettbewerb für neue Anbieter erschwere.

Contra: Drei Argumente gegen den Atomausstieg

A

„Die Strompreise könnten steigen“

Ein häufig genanntes Argument verweist darauf, dass die Außerbetriebnahme der Kernkraftwerke zumindest zeitweise zu höheren Strompreisen führen könnte. Kernkraft sei abzüglich der Sunk Costs für die Errichtung der KKWs für die Betreiber sehr günstig anzubieten. Da sie zur Produktion von Strom für die Grundlast eingesetzt werden, senken sie automatisch auch den durchschnittlichen Preis. Nicht berücksichtigt werden dabei allerdings die versteckten Kosten, die die Kernkraft mit sich bringt.

B

„Der Atomausstieg gefährdet die Klimaschutzziele“

Nimmt man im Schnellverfahren alle Kernkraftwerke vom Netz, muss der Strom anders erzeugt werden. Jedenfalls kurzfristig werden dafür fossile Energieträger herangezogen werden. Jedoch belasten Kohle und Gas durch Emissionen die Umwelt, was die deutschen Klimaschutzziele gefährden könnte. Für eine flächendeckende Versorgung mittels erneuerbarer Energien fehle hingegen (noch) die erforderliche Infrastruktur.

C

„Die Versorgungssicherheit ist in Gefahr“

In dieselbe Bresche schlägt die Frage der Versorgungssicherheit. Können die wegfallenden Kapazitäten der Kernkraftwerke durch Erneuerbare zuverlässig ersetzt werden? Schließlich seien Wind und Sonne nicht auf die Versorgung der Grundlast ausgelegt und liefen nicht so konstant wie ein Kernkraftwerk. Zudem hänge die erforderliche Erforschung von Speichertechnologien sowie der Ausbau des deutschen Stromnetzes den Anforderungen an „100 Prozent Erneuerbare“ noch deutlich hinterher.

Was meinen Sie? Gelingt der Atomausstieg oder sind die Herausforderungen bei Endlagersuche und Netzausbau zu groß?

Energiewirtschaft 2020: Energiewende

Energiewirtschaft 2020: Herausforderung Energiewende

Ist die Energiewende der Regierung überhaupt die Energiewende der Bevölkerung? Mehr dazu in unserem Whitepaper.
Jetzt kostenlos herunterladen!

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Das Märchen von der „Versorgungssicherheit in Gefahr“ ist so was von 80er Jahre. Wer es immer noch wiederholt gibt damit nur zu, dass er nicht mitbekommen hat, dass sogar der Inselstaat Japan mit seinem vor Fukushima sehr hohen Atomstromanteil in der Lage war, die Stromversorgung bei energiesparendem Verhalten spontan ohne Atom sicherzustellen. Das ist für Länder mit geringem Atomstromanteil wie Deutschland noch viel einfacher – zumal wenn es keine Inselstaaten sind. Bei sehr hohem Atomanteil wie in Frankreich kenne ich jedoch weder eine Studie noch ein „Experiment“, mit dem gezeigt wird ob Versorgungssicherheit bei einem Sofortausstieg kostengünstig gegeben bleibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

An den Anfang scrollen

Wie sieht die Zukunft der Energiewirtschaft aus?

Werfen Sie gemeinsam mit unseren Experten einen Blick auf die Zukunft der Branche und erkennen Sie eigene Handlungsmöglichkeiten!

Jetzt herunterladen!