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Herausforderung Atomausstieg (Teil 2): Konzepte für die Endlagerung

Herausforderung Atomausstieg (Teil 2): Konzepte Für Die Endlagerung
Beitragsserien: Herausforderung Atomausstieg

Die Frage nach einem sicheren Endlager ist in Deutschland nicht geklärt. Dabei brauchen wir ein Endlager, das auch spätere Generationen sicher vor der Radioaktivität schützt. Und das muss quasi „für immer“ halten, denn die Abfälle werden für Jahrmillionen ein Risiko darstellen. Nicht nur die Strahlung, sondern auch die Wärmeentwicklung gilt es dabei zu beachten, denn diese kann Gebäude- und Gesteinsstrukturen destabilisieren. Konzepte für die Endlagerung wurden in der Vergangenheit viele diskutiert. Hier ein kurzer Überblick über eine Auswahl davon.

 

Konzepte für die Endlagerung

Wohin mit dem Müll? Fünf mehr oder weniger verrückte Konzepte im Überblick.

1. Einlagerung in tiefen geologischen Formationen

Bei dieser Art der Endlagerung werden die Abfälle durch mehrere Barrieren von der Biosphäre abgeschirmt. Sie werden in Glaskokillen und weiteren schützenden Behältern eingeschlossen und dann in Formationen aus Salz, Ton oder Granit versenkt. Die natürlichen Barrieren schützen, falls die Kokillen durch die Strahlung irgendwann beschädigt werden. Diese Variante wird von Deutschland angestrebt. Die Suche nach einem solchen Endlager gestaltet sich allerdings schwierig.

Bildnachweis: Gemeinfreies Bild

2. Entschärfung durch Transmutation

Mit der Transmutation soll der Zerfall von hochradioaktiven Abfällen beschleunigt werden, indem diese mit Neutronen beschossen werden. Dadurch sollen Transurane in Elemente umgewandelt werden, die statt einiger Millionen Jahre nur wenige hundert Jahre lang strahlen. An dem Konzept wird allerdings noch geforscht und es kann ein echtes Endlager nicht ersetzen.

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https://www.youtube.com/watch?v=vIrHZtnqGAs

3. Endlagerung im Meer

Dies „Lagerung“ von Atommüll in Gewässern ist seit 1993 vollständig verboten. Das Verbot gilt vorerst bis 2018. Jedoch wird weiterhin ab und zu diskutiert, die Abfälle in stabilen Tonformationen unter dem Meeresboden einzulagern. Atommüll wurde zuvor in Gewässern wie dem Ärmelkanal und dem Atlantik versenkt – mit unabsehbaren Folgen.

Bildnachweis: Gemeinfreies Bild

4. Mit der Rakete ins All schießen

Bildnachweis: Gemeinfreies Bild

Eine weitere Idee sieht vor, den Müll einfach mit der Rakete ins Weltall zu schießen. Favorisiert wird eine Lagerung auf der Rückseite des Mondes, in der Umlaufbahn vom Mars oder gar dessen Verbrennung in der Sonne. Das würde den Abfall zwar definitiv von der Biosphäre abschirmen, aber ein solches Vorhaben ist wohl utopisch; denn es ist teuer und gefährlich. Schließlich könnte der Müll der Menschheit beim Start einfach wieder auf den Kopf fallen.

5. Mit einem Weltraumlift vom Planeten entfernen

Die Gefahren und Kosten eines Raketenstarts könnte man mildern, indem man den Müll mit einem Weltraumlift ins All befördert, um dann von dort mit einem Shuttle zu starten. Das klingt zwar ebenfalls utopisch, aber eine kanadische Firma plant wirklich einen solchen zu bauen. Der Turm soll 20 Kilometer hoch sein und Raketenstarts deutlich verbilligen. Die Japaner setzen sogar noch einen drauf: Sie wollen einen bis 2050 eine Konstruktion errichten, die 96.000 Kilometer (!) in die Höhe reicht.

Bildnachweis: Gemeinfreies Bild

Diesen mehr oder weniger realistischen Konzepte für die Endlagerung sind keinesfalls alleine. In der Vergangenheit wurden noch weitere zweifelhafte Ideen diskutiert. Zum Beispiel die Einschmelzung in der Antarktis, die Lagerung unter freiem Himmel oder auch der Einsatz bei der Waffenproduktion. Am realistischsten bleibt die Endlagerung in der Tiefe, die auch in Deutschland angestrebt wird. Die Suche nach einem geeigneten Standort dafür werden wir im nächsten Beitrag der Reihe betrachten.

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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