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Healthcare 4.0 – Sind Algorithmen die besseren Ärzte?

Healthcare 4.0 – Sind Algorithmen Die Besseren Ärzte?

Auf unserer letzten Trendkonferenz zum Thema Disruption wurde auch der menschliche Arzt hinterfragt. Sind Roboter, Algorithmen und Apps die bessere Medizin? Und was ist schon alles möglich bei der sogenannten Healthcare 4.0?

Mein Arzt, der Roboter?

So erzählte Tagungsleiter Stefan Jenzowsky auf der Disrupt 2016 von einem Krankheitsfall seines Sohnes. Nachdem er einige Zeit im Wartezimmer eines Hausarztes verbracht hatte, entschied er sich stattdessen für eine medizinische App: Meedoc. Und das mit vollem Erfolg. Nach 7 Minuten Gespräch mit einem Arzt, bei dem Herr Jenzowsky mit der Handykamera in den Rachen seines Sohnes leuchten, den Blutdruck und den Puls messen musste, war das Antibiotikum verschrieben. Und das Ganze war auch noch von der Krankenversicherung abrechenbar!

Watson als neuer Sherlock Holmes?

Vor allem durch IBM Watson als Diagnostiker wandelt sich zunehmend der Beruf des Arztes. Denn die künstliche Intelligenz  von IBM kennt jeden Fachartikel und jeden noch so komplizierten medizinischen Fall in der Geschichte. So stellt Watson manchmal zwar komische Fragen, auf die ein normaler Arzt gar nicht kommen würde, durch die vielen und schnellen Verknüpfungen können jedoch Symptome und Krankheiten effizienter erkannt und geheilt werden.

Dass Watson als Diagnostiker bereits gut funktioniert, bewies kürzlich ein Fall in Japan. Dort wurde eine Studienteilnehmerin mit zwei Krebsmedikamenten behandelt, die jedoch keine Besserung brachten. In lediglich zehn Minuten verglich Watson die Daten und Gene der Patientin mit den Daten von 20 Millionen anderen Krebspatienten und diagnostizierte eine seltene Form der Leukämie. Nachdem die Medikamente aufgrund dieser Diagnose angepasst wurden, verbesserte sich der Zustand der Erkrankten, sodass die Ärzte in Tokio davon ausgehen, dass Watson ihr Leben gerettet hatte.

Medizin als App

Sie denken, dass Watson ein Einzelfall ist und Medizin als App noch Zukunftsmusik ist? Ganz im Gegenteil! Jörg Land von Sonormed berichtete auf der Disrupt 2016 von Tinnitracks – der Wunderheilung per App.

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https://www.youtube.com/watch?v=SU2wgJQRz1c

Wie funktioniert‘ s?

Kopfhörer auf, Lieblingslieder hören und Tinnitus behandeln. Das ist das einfache Konzept der App Tinnitracks, entwickelt von der Hamburger Firma Sonormed.

Das Prinzip ist ganz einfach: Sie lassen den speziellen Frequenzton Ihres Tinitus‘ mithilfe des Tinnimatch ermitteln, schicken Ihre Lieblingslieder an das Startup und dieses überarbeitet die Musik so, dass Ihre individuelle Tinnitus-Frequenz herausgefiltert wird.  Wenn Sie jetzt auch noch täglich 90 Minuten Musik hören, dann steht der Linderung der Volkskrankheit Tinnitus nichts mehr im Weg!

Disrupt 2016

Rückblick Disrupt 2016

Disruption ist beängstigend, niemand ist vor ihr sicher. Unternehmen wie Siemens, AXA und BMW berichten in diesem Rückblick, wie sie im digitalen Zeitalter überleben wollen. Und auch Startups kommen zu Wort!
Jetzt kostenlos herunterladen!

Sie finden diese Idee klasse?

Da sind Sie nicht allein: Tinnitracks gewann als erstes deutsches Unternehmen den Startup-Preis der führenden amerikanischen Technologiekonferenz. Auch viele Krankenkassen sind von der Idee überzeugt. Diese übernehmen die Kosten für die Therapie per App. Studien beweisen schon jetzt, dass es funktioniert: Bereits nach vier Monaten lasse sich die Lautstärke des Tinnitus-Tons spürbar verringern.

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist mehr als schwierig

Nicht so begeistert war Jörg Land von seinen Erfahrungen mit dem Gesundheitswesen, denn der Aufwand Tinnitracks endgültig auf den Markt zu bringen, war sehr hoch. Es gab Probleme mit Versicherungen, mit dem Datenschutz und noch vielem mehr. Das liegt vor allem daran, dass es keine einheitlichen Standards gäbe beim Datenschutz oder bei der IT-Sicherheit. Die jetzigen Zulassungszeiten könnten außerdem dazu führen, dass die Gesundheits-App bereits veraltet sein könnte, wenn sie endlich als medizinisches Produkt zugelassen wird.

Werden Sie disruptiv!

Seien Sie 2017 mit dabei und diskutieren Sie disruptive Energien in 11 Branchen, darunter auch im Gesundheitswesen!

Mit dabei sind u.a.

  • Kevin Blick, Head of Insights R&D der British American Tobacco p.l.c.
  • Moritz Schuster, Leiter Digital Corporate Solutions von Axel Springer SE
  • Holger Ewald CIO der Kuka AG

Weitere Informationen zu den weiteren 10 Branchen sowie weiteren Referenten können Sie unserer Veranstaltungswebseite entnehmen.

Bildnachweis: Clockready | Lizenz

Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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