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Handelsimmobilien – die neuen Freizeitparks?

Handelsimmobilien – Die Neuen Freizeitparks?

Die Revitalisierung von Handelsimmobilien wird für die Immobilienwirtschaft immer wichtiger. Der Baugrund für neue Handelsimmobilien ist gerade in Metropolen knapp und die bestehenden Immobilien werden den heutigen Kundenerwartungen nicht mehr gerecht. Um den Kampf gegen den Online-Handel nicht zu verlieren, müssen Shopping Center und Co. jetzt handeln!

Meinen Handelsimmobilien lediglich Shopping Center?

Mit Handelsimmobilien verbinden die meisten die großen Einkaufszentren, in denen man auch bei Regen beruhigend einkaufen kann. Doch zu Handelsimmobilien zählen auch Kauf- und Warenhäuser, Möbelmärkte sowie auch kleine und große Fachmärkte. Dennoch möchten wir uns in diesem Artikel auf die Revitalisierung von Einkaufszentren konzentrieren. Zum einen weil Warenhäuser und andere Handelsimmobilien immer mehr ihre Daseinsberechtigung in Klein- und Mittelstädten verlieren. Zum anderen weil vor allem Shopping Center einen großen Revitalisierungsbedarf aufweisen.

Jedes zweite Einkaufszentrum ist revitalisierungsbedürftig

In Deutschland gibt es zurzeit fast 500 Einkaufszentren. Beinahe jedes zweite davon hat einen mehr oder weniger hohen Revitalisierungsbedarf. Erschreckend ist jedoch die Tatsache, dass sich momentan nur sechs Prozent in einer Revitalisierung befinden. Dabei ist eine Revitalisierung entscheidend für das weitere Bestehen, denn die Shopping Center aus den 80er und 90er Jahren genügen nicht mehr den Kundenvorstellungen. Der Online-Handel ist der größte Feind der Einkaufszentren. Das muss jedoch nicht sein! Das Einkaufen spielt eine immer wichtiger werdende Rolle in unserem Leben. Shopping ist mittlerweile zu einer beliebten Freizeitaktivität geworden. Aus Nutzen ist ein Event entstanden. Durch diesen Eventcharakter sind die Erwartungen an Aufenthaltsqualität sowie Atmosphäre gestiegen. Und gerade in diesem Bereich können ältere Shopping Center nicht punkten.

Facility Management

Revitalisierung statt Umstrukturierung

Eigentlich ist es logisch, dass Handelsimmobilien nach einiger Zeit einer Revitalisierung bedürfen. Wie jede andere Immobilienart unterliegen auch diese einem Lebenszyklus. Spätestens alle sieben bis acht Jahre sollten Handelsimmobilien generalüberholt werden. Doch meistens merken die Betreiber von Shopping Centern zu spät, dass eine Veränderung notwendig ist. Daher ist es wichtig, sich frühzeitig mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Dabei sollte zunächst überlegt werden, ob das Center lediglich umstrukturiert oder revitalisiert werden muss. Bei einer Umstrukturierung handelt es sich um eine Art Facelifting, bei dem Besatzstrukturen optimiert werden. Die Mietflächenzuschnitte sowie der Branchenmix werden dabei an die aktuelle Nachfrage angepasst.

Eine Revitalisierung ist hingegen eine Neugeburt. Oft wird tief in die bauliche Substanz eingegriffen, sodass Laufwege und Bauflächen neu strukturiert werden. Dabei sollte nicht nur eine vollständige innere Modernisierung stattfinden, auch die Fassade muss revitalisiert werden. Die Neugestaltung der Fassade ist deshalb wichtig, weil ein Shopping Center das Stadtbild prägt und dabei auch wichtige Impulse für die Umgebung liefert. Auch ein Abriss und eine Neubebauung ist eine mögliche Revitalisierungsmöglichkeit.

Kunden und Einwohner an Bord holen

Der langfristige Werterhalt einer Handelsimmobilie wird nur über die Kunden gesichert. Daher sollte der Blick bei der Revitalisierung vor allem auf die Kunden und deren Bedürfnisse ausgerichtet werden. Doch auch die Einwohner sollten bei einer Revitalisierung bedacht werden. Immer wieder scheitern Revitalisierungspläne am Widerstand der Bevölkerung. Sie sollten deshalb darauf achten, dass während des gesamten Verfahrens eine hohe Transparenz und ein guter Informationsfluss herrschen, denn diese schaffen das notwendige Vertrauen, um das Revitalisierungsprojekt nicht zu gefährden.

Revitalisierung von Handelsimmobilien: Erfolgreiche Beispiele

Nach dieser theoretischen Einführung zum Thema Revitalisierung dürfen natürlich praktische und anschauliche Beispiele nicht fehlen. Die Hamburger Meile ist ein Revitalisierungsprojekt, was sich sehen lässt. Fast zwei Jahre haben die Umbauarbeiten gedauert. 200 Millionen Euro wurden in die Revitalisierung investiert. Doch das hat sich gelohnt: Nach der Modernisierung hat sich die Kundenfrequenz vervierfacht auf über 30.000 tägliche Besucher.

Hier können Sie das Einkaufszentrum digital und in 360° besuchen.

Ein neueres Beispiel ist der Bochumer Ruhr Park. Das 50 Jahre alte Einkaufszentrum wurde von 2011 bis 2015 für 150 Millionen Euro revitalisiert. Dabei wurde die sogenannte Südmall angebaut, sodass das Shopping Center jetzt eine Verkaufsfläche von 115.000 Quadratmetern aufweist. Doch nicht nur an der Größe hat sich etwas verändert, auch der Service und das Kundenerlebnis haben sich modernisiert. Die Bochumer haben erkannt, dass Erlebniswerte und Wohlfühlqualitäten über den Erfolg eines Einkaufszentrums entscheiden und das Erfolgsrezept der Zukunft darstellen. So wirbt der Betreiber des Ruhr Parks mit einem 4-Sterne-Label, das unter anderem Ruhezonen, Aufladestationen für Elektro-Autos und E-Bikes, Kinderspielplätze und freies WLAN umfasst.

Shopping Center – die neuen Freizeitparks?!

Ein weiterer Trend bei der Planung von revitalisierten oder neuen Handelsimmobilien ist die Entwicklung von Stadtquartieren. Nicht nur das Einkaufen sollen neue Handelsimmobilien ermöglichen. Immer öfter beinhalten Shopping Center Konzepte auch weitere Angebote wie Wohnungen, Büros, Hotels, Arztpraxen und Freizeitaktivitäten wie Kino oder Restaurants. Diese beleben auch nach Ladenschluss die Umgebung rund um das Einkaufszentrum und garantieren den Kunden kurze Wege zu allen wichtigen Stationen ihres Lebens.

Man könnte sogar sagen, dass moderne Einkaufszentren immer mehr zu vergnüglichen Freizeitparks werden.

Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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