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Genossenschaft als Innovationsstrategie: Die Sparda-Bank Nürnberg

Genossenschaft Als Innovationsstrategie: Die Sparda-Bank Nürnberg

Nachdem wir kürzlich bereits die Filialstrategie der Sparda-Bank Berlin vorgestellt haben, reisen wir nun etwas weiter in den Süden. Genauer gesagt nach Franken, wo wir uns die Strategie der Sparda-Bank Nürnberg anschauen wollen. Die wurde uns auf der Bankfiliale 2020 von deren Vorstandsvorsitzenden Stefan Schindler vorgestellt. Besonders im Mittelpunkt steht bei der Bank ihre Rechtsform als Genossenschaft, die gezielt zum Branding und als Innovationstreiber genutzt wird.

Digitale Transformation des Genossenschaftsgedankens

Die Sparda-Bank Nürnberg wurde 1930 gegründet und ist mit über 210.000 Mitgliedern die größte Genossenschaftsbank in Nordbayern. Kundenorientierung ist da bereits historisch bedingt, denn sie war ursprünglich eine „Selbsthilfeorganisation für Eisenbahner“, wie Herr Schindler das nannte. Nach und nach wurden die Zielgruppen ausgeweitet, zunächst auf den Öffentlichen Dienst, später auch auf weitere Kundengruppen. Eine Besonderheit der Sparda-Bank Nürnberg: alle Kunden sind gleichzeitig auch Mitglieder und damit Miteigentümer der Bank. Das Thema Kundenintegration durch Mitbestimmung im Sinne einer „demokratischen“ Bank stehe seit je her im Fokus, erzählte uns Herr Schindler. Im Sinne dieses Gedankens  möchte man sich nun für die Zukunft aufstellen und bringt das Genossenschaftsmodell ins digitale Zeitalter.

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Das Mitgliedschaftskonzept der Sparda-Bank Nürnberg.

Eine Bank als moderne Community

Die Digitalisierung fängt natürlich beim Thema Multikanal an, an das sich die Kunden bereits gewöhnt haben. Daran arbeite man auch, versicherte Herr Schindler. Aber das Alleinstellungsmerkmal der Sparda-Bank Nürnberg ist auf jeden Fall die Marke, die dort aufgebaut und mit echten emotionalen und handfesten Vorteilen für die Kunden verbunden wird. Im Sinne einer modernen Community bekommen die Mitglieder der Bank einzigartige Vorteile, Möglichkeiten der Mitbestimmung sowie die Gewissheit, bei einer Bank zu sein, die in ihrer Region engagiert ist.

Nur drei Beispiele dafür:

 

Bonus-Programme für Mitglieder. Als Mitglied der Sparda-Bank Nürnberg erhalten Kunden diverse Vorteilsangebote bei der Kontoführung, Krediten, Baufinanzierung und Co. Zudem bekommen sie aber auch ein umfangreiches Programm an Vergünstigungen, die die Bank mit regionalen Partnern vereinbart hat. Darunter sind Restaurants, Weinhändler, Blumenläden, Reisebüros und mehr. Über einen Online-Gutschein oder beim Bezahlen mit der Bankkarte bekommt man dort Rabatte direkt vom Rechnungsbetrag abgezogen.

 

Engagement in der Region. Die Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft ist kein Zufall, denn Teil des genossenschaftlichen Gedankens ist es auch, sich in der Region zu engagieren. In den Bereichen Kultur, Umwelt, Bildung und Soziales fördert die Bank beispielsweise diverse Open Air Konzerte (zu denen ihre Mitglieder ebenfalls kostenfreien Eintritt haben.) Sie engagiert sich in Nachhaltigkeits- und Bildungsprojekten. Beispielsweise spendet die Bank im Rahmen des Förderwettbewerbs „Sparda macht’s möglich jährlich über 150.000 Euro für Ideen und Projekte im Bildungsbereich ihrer Region. Das Besondere: Jedes Projekt aus dem Geschäftsgebiet kann sich für die Förderung bewerben – und an wen Geld ausgeschüttet wird entscheiden dann Internetnutzer in einer Online-Abstimmung.

Eine solche Verwurzelung vor Ort können überregionale Banken nicht leisten.

 

Umfassende Mitbestimmungsrechte der Mitglieder. Die Mitbestimmungsrechte gehen ebenfalls weiter als nur bis zu Online-Abstimmungen. So wird bei der Sparda-Bank Nürnberg beispielsweise die Vertreterversammlung, das wichtigste Organ der Bank, von den Mitgliedern gewählt. Diese haben auch ein Stimmrecht bei der Vertreterversammlung. Ganz neu hat die Bank zudem einen neue Online-Anwendung ins Leben gerufen: Das Mitgliedernetzwerk. Darin können Kunden per PC, Smartphone und Tablet Verbesserungsvorschläge für die Bank diskutieren und darüber abstimmen. Dort können zum Beispiel neue Serviceangebote oder Apps bewertet werden.

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Das neue Mitgliedsnetzwerk der Sparda-Bank Nürnberg.

Die Filiale als Ort der Begegnung

Auch das Filialkonzept spiegelt den Genossenschaftsgedanken wieder. Es fußt unter anderem auf der Eröffnung einer neuen Filiale in Fürth, bei der von Anfang an die Kunden bei den Planungen mit im Boot waren. Ihre Wünsche wurden integriert, „damit unsere Filiale auch ihre Filiale wird.“ Bei Befragungen zeigte sich, dass den Kunden weiter der persönliche Kontakt und „das Menschliche“ wichtig sei, die fortlaufende Anonymisierung in der Finanzberatung hingegen werde eher abgelehnt. Deshalb möchte man die Filialen zu einem Ort der Begegnung machen, an dem Menschen sich begegnen und mehr vorfinden, als einen „Automatenpark“.

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Aus diesem Grunde wird Kommunikation in den Standorten auch aktiv gepflegt. Das fängt damit an, dass Neukunden nach drei Monaten zu Feedback-Gesprächen eingeladen werden, in denen sie frei erzählen können, was ihnen gefällt und was sie nicht so gut finden. Oft bringen diese auch Leute mit, was eine gute Möglichkeit der Akquise darstelle. In den Filialen gibt es regelmäßige Events, in denen der Vorstand mit den Mitgliedern diskutiert, aber auch Eventformate zu allen möglichen Themen rund um Bank und Region, in Form von Talks, Ausstellungen, einer Kundenwerkstatt und Presseterminen. Falls mal nichts los ist, können Kunden dennoch gemütlich bei einem Kaffee verweilen, um auf bereitliegenden „Bewertungs-Tablets Feedback an die Bank abzugeben. Und wenn genug Kunden da sind, werden Events teilweise auch spontan gestartet. Dann komme ein Bankberater und zeige ihnen beispielsweise die neuen Apps der Bank; oft bilde sich dann eine Traube interessierter Leute. Mit dieser Herangehensweise positioniert man nicht zuletzt alle Mitarbeiter bis hinauf zum Vorstand als Teil der Community.

Der Erfolg gibt dem Konzept Recht. So haben sich die Kundenzahlen äußerst positiv entwickelt. Und die Filiale in Fürth sei sogar so beliebt und gut besucht, dass mittlerweile der Oberbürgermeister in deren Forum seine Pressekonferenzen macht. „Weil er sieht: Da kommen Menschen hin.“ schloss Herr Schindler seinen spannenden Vortrag.

Bild: nicolasjoseschirado | de.fotolia.com

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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