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Generation Z: Wünsche, Widersprüche, Risiken

Generation Z: Wünsche, Widersprüche, Risiken

Während viele Unternehmen noch mit der Integration der Generation Y hadern, macht sich die Immobilienwirtschaft bereits fit für die Generation Z. Prof. Dr. Marion Peyinghaus stellt in diesem Beitrag die Studie „Was die Wirtschaft denkt – und die Jugend will!“ vor, die im September erscheinen wird. Diese zeigt, dass die neue Generation gar nicht so viel anders denkt als die vor ihr.

Prof. Dr. Marion Peyinghaus studierte Architektur an der TU Berlin, der EAPB Paris und an der ETH Zürich. Im Anschluss wechselte sie 2001 an die Universität St. Gallen, um ihre Dissertation zu verfassen, die sie im Rahmen eines SNF-Stipendiums 2004 am INSEAD, Fontainebleau, abschloss. Im Herbst 2004 trat sie bei der pom+Consulting AG ein und ist seit 2007 Geschäftsführerin der pom+International GmbH. Zu ihren Beratungsschwerpunkten zählen die Prozessoptimierung und die Einführung von IT-Systemen. 2009 gründete sie in Kooperation mit der HTW Berlin das Competence Center Process Management Real Estate.

Generation Z und die Immobilienwirtschaft im Dialog

Einer sehr verbreiteten Auffassung zufolge ist die Generation Z1 dynamisch, digital und mobil, geprägt von einer internationalen, multikulturellen Shared Economy und arbeitet flexibel in unterschiedlichen Arbeitsmodellen für variierende Arbeitgeber. Auf Basis dieser Annahmen werden zukünftige Organisationsstrukturen und Arbeitsplätze entwickelt. Doch was, wenn diese Strategien auf falschen Vermutungen beruhen, Erwartungen über- oder unterschätzt werden? Hier sind insbesondere zwei Gefahren zu erkennen: Bei einer Überschätzung der Bedürfnisse des Nachwuchses drohen den Unternehmen Fehlinvestitionen, bei einer Unterschätzung hingegen Frustration der Jungen.

Um die Erwartungen der Wirtschaft und die Bedürfnisse der Jugend hinsichtlich ihrer künftigen Arbeitswelt transparent auszuweisen und um mögliche Gegensätze in ihren jeweiligen Positionen zu identifizieren, hat das Competence Center Process Management Real Estate (CC PMRE) in seiner zwölften Marktstudie eine kombinierte quantitative Analyse durchgeführt und beide Parteien zu Wort kommen lassen. Ziel der Studie ist die Offenlegung noch unbekannter Bedürfnisse der Generation Z und die Schaffung einer gemeinsamen Kommunikationsbasis.

Personalarbeit 4.0

Die Wünsche und Erwartungen der Generation Z wurden anhand von 17 Themenfeldern möglicher zukünftiger Arbeitswelten und insgesamt 132 Einzelkriterien in einem Online-Fragebogen im Zeitraum Dezember 2017 bis Januar 2018 erhoben. An der Spitze der Bewertungen aller 132 Einzelkriterien steht der Wunsch nach einer offenen Unternehmenskultur, in der auch Fehler toleriert werden
(+1,52, Skala -2,00 bis +2,00). Dieses Kriterium gehört der Kategorie Unternehmenskultur und Werte an, der Kategorie mit der höchsten durchschnittlichen Bewertung (+0,85) unter allen Themenfeldern zum Arbeitsumfeld.

Familie immer noch das Wichtigste

Aber die Generation Z stellt auch klare Erwartungen an ihren Arbeitgeber. Am meisten Entgegenkommen fordert die Jugend im Bereich Familienplanung (+1,49).

„Freundschaften, Partnerschaft und Familie sind für fast alle jungen Menschen in Deutschland nach wie vor die wichtigsten, im Zeitvergleich relativ stabilen Werte.“²

Dieser Befund, den die Forscher im Auftrag des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) beschreiben, wird auch durch die vorliegende Studie belegt.

Um die Erwartungen der Wirtschaft und die Bedürfnisse der Jugend hinsichtlich ihrer künftigen Arbeitswelt transparent auszuweisen und um mögliche Gegensätze in ihren jeweiligen Positionen zu identifizieren, hat das Competence Center Process Management Real Estate (CC PMRE) in seiner zwölften Marktstudie eine kombinierte quantitative Analyse durchgeführt und beide Parteien zu Wort kommen lassen. Ziel der Studie ist die Offenlegung noch unbekannter Bedürfnisse der Generation Z und die Schaffung einer gemeinsamen Kommunikationsbasis.

Generation ZDie Wünsche und Erwartungen der Generation Z wurden anhand von 17 Themenfeldern möglicher zukünftiger Arbeitswelten und insgesamt 132 Einzelkriterien in einem Online-Fragebogen im Zeitraum Dezember 2017 bis Januar 2018 erhoben. An der Spitze der Bewertungen aller 132 Einzelkriterien steht der Wunsch nach einer offenen Unternehmenskultur, in der auch Fehler toleriert werden (+1,52, Skala -2,00 bis +2,00). Dieses Kriterium gehört der Kategorie Unternehmenskultur und Werte an, der Kategorie mit der höchsten durchschnittlichen Bewertung (+0,85) unter allen Themenfeldern zum Arbeitsumfeld.

Das Ende des Shareholder Values

Die Einbindung und die inhaltliche Ausrichtung der Unternehmensstrategie liegt der Generation Z am Herzen. Nach Jahrzehnten des uneingeschränkten Vertrauens, kündigen Vertreter der Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaftler das Ende des Shareholder Values an.³ Die Fokussierung auf den finanziellen Gewinn und dessen Ausschüttung an die Anteilseigner sieht auch die Jugend nicht als alleinigen Inhalt der Unternehmensstrategie an. Der Nachwuchs erwartet mehr! Im Fokus stehen die Themen Gesundheit (+1,39), Digitalisierung (+1,28) und Gleichberechtigung (+1,20).

Neben den Erwartungen, welche die Jugend mit Blick auf künftige Arbeitgeber artikuliert, gibt es auch Themen, die sie explizit ablehnt und bei denen sich Widerspruch formuliert.

Die Jugend schaut der Digitalisierung kritisch entgegen

Während der Megatrend Digitalisierung aktuell nahezu jede Branche in Euphorie versetzt, ist die Jugend einer zunehmenden Digitalisierung des Arbeitsumfeldes gegenüber kritischer eingestellt. Dies zeigt sich anhand mehrerer Kriterien. Die Jugend will einen persönlichen Ansprechpartner und lehnt einen digitalen Vorgesetzten/Computer, der ihre Fragen beantwortet und Handlungsempfehlungen gibt, ab (-1,32). Auch wird die persönliche Teilnahme an Sitzungen für wichtig erachtet, ausschließlich Onlinemeetings durchzuführen, ist für sie keine Option (-0,83). Als letztes Beispiel wird das Thema Social Media angeführt.
Die Jugend möchte mehrheitlich keine Informationen vom Unternehmen über die sozialen Medien (beispielsweise Facebook) erhalten (-0,73). Dieser Wunsch nach einer Begrenzung digitaler Kommunikation korrespondiert mit einem weiteren Kriterium: Die Mehrheit der jugendlichen Teilnehmer (0,54) erwartet von ihrem Arbeitgeber Maßnahmen für digitale Auszeiten, beispielsweise das Abschalten des Mailservers nach 18.00 Uhr.

Flexibilisierung des Arbeitsmarktes ist nicht gewünscht?

JugendDie Arbeitswelt in Deutschland wird zunehmend flexibilisiert und neue Arbeitsmodelle wie Multijobber oder Crowdworking treten auf den Plan. Beide Arbeitskonzepte und damit auch die ansteigende Flexibilisierung des Arbeitsmarktes sind nicht von der Jugend gewünscht (Multijobber -1,21, Crowdworking -0,55). Auch bei einem Startup als Arbeitgeber regt sich Widerspruch. Das unbefristete Anstellungsverhältnis ist der bevorzugte Arbeitsrahmen der Jugend (+1,21).

Aus den oben dargestellten Wünschen, Erwartungen und auch Ablehnungen können Frustrationen und Fehlinvestitionen erwachsen. Desillusionen der Jugend lauern bei strengen Unternehmenskulturen, bei einer mangelnden Unterstützung der Familienplanung oder bei einer rein monetären Zielorientierung des Arbeitgebers. Fehlinvestitionen für die Vertreter der Wirtschaft drohen hingegen im Bereich einer überhand nehmenden Digitalisierung und bei der Entwicklung von volatilen Arbeitskonzepten. Um diesen Risiken entgegenzuwirken, ist es selbstverständlich nicht ratsam, allen Wünschen der Generation Z ausnahmslos entgegenzukommen. Jedoch hilft ein Wissen um deren Bedürfnisse für ein aktives Erwartungsmanagement und eine offene Kommunikation.

Die Studie „Was die Wirtschaft denkt – und die Jugend will!“ erscheint als PMRE Monitor im September 2018 und wird unter ccpmre.de kostenlos zum Download zur Verfügung gestellt.


1 Aktuell Studierende, Auszubildende, Schüler und Schülerinnen
2 Gossen/Scholl, Was junge Menschen bewegt, Umwelt- und stadtpolitische Themen der Zukunft,     06/2017
3 Foroohar, Makers and Takers: The Rise of Finance and the Fall of American Business, 2016; Molitor, Alle für einen Zweck, in: brand eins, 1/2018, S. 20ff.

IMMOTIONZ

Auf der Fachkonferenz IMMOTIONZ zeigen wir Ihnen Konzepte, damit Sie als innovativer Anbieter bedarfsgerechter Lösungen für die Generation Z wahrgenommen werden. Diskutieren  Sie mit Branchenmitgliedern, welche Chancen sich in den Metropolen trotz Flächenknappheit ergeben und wie Sie mit Hilfe digitaler Services die Attraktivität Ihres Angebots steigern.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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