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Travel Risk Management – Haftungsrisiken des Arbeitgebers bei Dienstreisen ins Ausland minimieren

Travel Risk Management  – Haftungsrisiken Des Arbeitgebers Bei Dienstreisen Ins Ausland Minimieren

Die Sicherheit von Mitarbeitern auf Geschäftsreisen ist gerade in Zeiten erhöhter Gefahrenlagen (Terrorismus, Kriegs- und Krisenregionen, steigende Kriminalitätsraten in vielen Ländern, Naturkatastrophen) sehr wichtig für  international tätige Unternehmen.  Denn Schadensereignisse, die zu Verlust von Eigentum oder schlimmer noch Verletzungen oder gar zum Tod des Mitarbeiters führen, können auch eine Schadensersatzpflicht zur Folge haben. In den letzten Jahren stieg das Bewusstsein, jedoch sind sich viele Firmen in Deutschland ihrer Fürsorgepflicht gegenüber ihren Mitarbeitern noch nicht ausreichend bewusst. Sie halten kein entsprechendes Sicherheitskonzept für ein Travel Risk Management vor.

Nadja Roß-Kirsch ist Rechtsanwältin, Fachanwältin für Arbeitsrecht und Associate Partner bei Rödl & Partner in Eschborn, wo sie seit 2007 tätig ist. Sie berät in allen Fragen des internationalen Arbeitsrechts sowie bei Gesellschaftsgründungen im Ausland. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sind die Beratung bei weltweiten Mitarbeitereinsätzen, Managementverträgen, Gesellschaftsgründungen sowie Restrukturierungen. Nadja Roß-Kirsch referiert und veröffentlicht regelmäßig zu Themen des internationalen Arbeitsrechts und ist Lehrbeauftragte für Arbeitsrecht an der Hochschule Darmstadt. Zuvor war sie an einem Lehrstuhl für Öffentliches Recht und für einen großen Arbeitgeberverband tätig.

Nadja Rosskirsch

Nadja Roß-Kirsch

Schadensereignisse, die zu Verlust von Eigentum oder schlimmer noch Verletzungen oder gar zum Tod des Mitarbeiters führen, können auch eine Schadensersatzpflicht zur Folge haben.

Fürsorgepflichten des Arbeitgebers

Arbeitgeber trifft allgemein und auch im Fall der Anordnung von Dienstreisen eine Fürsorgepflicht als Nebenpflicht aus dem Arbeitsverhältnis, was ausdrücklich im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt ist. Zusätzlich ergeben sich Pflichten aus dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) sowie weiteren Vorschriften. Es dürfen insbesondere keine Risiken für Gesundheit und Leben des Arbeitnehmers im Rahmen der Erbringung der Arbeitsleistung entstehen, was auch im Rahmen einer Dienstreise ins Ausland gilt. Bei fahrlässiger oder vorsätzlicher Verletzung der Fürsorgepflichten droht eine Schadensersatzpflicht, die auch Schmerzensgeldansprüche beinhalten kann. Seinen Fürsorgepflichten kann der Arbeitgeber bei Dienstreisen ins Ausland insbesondere dadurch nachkommen, dass er ein Sicherheitskonzept im Unternehmen einrichtet, das präventive Maßnahmen zur Minimierung von Risiken bei Dienstreisen vorsieht.

Es dürfen insbesondere keine Risiken für Gesundheit und Leben des Arbeitnehmers im Rahmen der Erbringung der Arbeitsleistung entstehen, was auch im Rahmen einer Dienstreise ins Ausland gilt.

Bild: Stacheldrahtzaun vor ungemütlichem Hintergrund

 Standards für ein Travel Risk Management

Ein Mindeststandard sollte dabei sein, dass aktuelle Warnungen des Auswärtigen Amtes vor Dienstreisen beachtet werden und im Fall einer unvertretbaren Gefährdungslage von der Anordnung einer Dienstreise abgesehen wird. Weitere Vorkehrungen (weitere Informationen zu ggf. Gefährdungslagen, Impfinformationen etc.) hängen wesentlich von den Ländern ab, die Ziel der Dienstreise sind. In jedem Fall können Schulungen und Trainings zur Sensibilisierung der Mitarbeiter für Gefahrensituationen und einem möglichst umsichtigen Verhalten (z.B. Meidung „gefährlicher“ Gegenden am Zielort, ggf. Meidung öffentlicher Verkehrsmittel, sichere Verwahrung von Ausweisdokumenten, Geld und Kreditkarten) beitragen. Darüber hinaus sollten Notfallpläne bestehen, die Vorkehrungen für den Ernstfall treffen und sicherstellen, dass dem Mitarbeiter vor Ort schnell geholfen werden kann (z.B. Ausflug aus Krisengebiet, Krankenrücktransport). In dieser Hinsicht gibt es auch eine Reihe hilfreicher Dienstleister.

Vor einer Dienstreise sollte zunächst die Fortgeltung der deutschen Sozialversicherungspflicht geprüft sowie idealerweise auch nachgewiesen und ergänzender privater Versicherungsschutz sichergestellt werden, um Haftungsrisiken des Arbeitgebers zu minimieren. Da weder die gesetzliche bzw. private Krankenversicherung, noch die gesetzliche Unfallversicherung in Deutschland bei Dienstreisen ins Ausland eine umfassende Absicherung gewährleisten, empfehlen sich private Zusatzversicherungen. Es besteht die Möglichkeit, Geschäftsreisen einzeln zu versichern oder Gruppenversicherungen für das gesamte Unternehmen abzuschließen. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass eine Verletzung von Fürsorgepflichten oder Arbeitsschutzvorschriften durch den Arbeitgeber wiederum zu einem Regressanspruch der jeweiligen gesetzlichen oder privaten Versicherung gegenüber dem Arbeitgeber führen kann.

Sicherheit auf Geschäftsreisen und bei Auslandseinsätzen

Ihr Unternehmen entsendet häufig Mitarbeiter ins Ausland? Ein maßgeschneidertes Sicherheitskonzept schützt dabei Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen. Unsere Rechts- und Sicherheitsexperten gestalten mit Ihnen eine umsetzungsfähige Strategie für Ihr Travel Risk Management.

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Hallo und danke für diesen Beitrag! Das Problem kenne ich auch, man kann gerade den ersten Tag im Urlaub genießen und danach sieht man nur noch das Hotelzimmer für die restliche Zeit… Ich habe nun aber gehört, dass man die Tage, die man im Urlaub krank war nachholen, stimmt das? Oder gibt es noch andere arbeitsrechtliche Regelungen zum Thema?
    Viele Grüße, Sophie

    1. Hallo Frau Gerber,
      sofern Sie in ihrem Urlaub krank geschrieben sind, werden Ihnen die Urlaubstage gutgeschrieben. Bei Dienstreisen, wie im o.g. Artikel müssen Sie ja keinen Urlaub nehmen.

      Viele Grüße
      Claudia Blum

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