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[Gastbeitrag] Resilienz – oder die Kunst des Wiederaufstehens

[Gastbeitrag] Resilienz – Oder Die Kunst Des Wiederaufstehens

Im Interview hat uns Karsten Drath bereits verraten, warum Resilienz für Führungskräfte von großer Bedeutung ist. Doch was macht sie eigentlich aus? Und warum sollte eine Führungskraft Flexibilität unbedingt beherzigen, anstatt allen Widrigkeiten immer starr zu trotzen? In dem folgenden Beitrag widmet sich der erfolgreiche Autor diesen Fragen im Detail.

Karsten Drath arbeitet erfolgreich mit Top Managern und ihren Teams.

Er ist zertifizierter Executive Coach und Psychotherapeut, Autor mehrerer Fachbücher sowie Keynote-Speaker.

Als einer der Managing Partner von Leadership Choices, einer internationalen Unternehmensberatung mit Fokus auf Leadership Development, bringt er seine Kenntnisse und umfangreiche Führungserfahrung ein, um Top Manager dabei zu unterstützen, ihre Effektivität und Resilienz zu verbessern.

Karsten Drath

Karsten Drath

Rückschläge und Misserfolge gehören zwangsläufig zum Leben dazu. Doch erst, wenn wir diese auch verarbeiten können, ebnen wir uns den Weg für einen langfristigen beruflichen Erfolg und damit auch für unsere Zufriedenheit mit dem Leben. Mit dieser Art der inneren Widerstandsfähigkeit beschäftigt sich die Forschungsrichtung der Resilienz.

Was macht Resilienz aus?

Der Begriff der Resilienz kommt vom lateinischen Wort „resilire“, was so viel heißt wie „zurückspringen“ oder „abprallen“. Ursprünglich kommt der Begriff aus dem Bereich der Materialwissenschaft und beschreibt die Elastizität eines Körpers, der auf äußere Einwirkungen reagiert, anschließend aber in seine Ursprungsform zurückkehrt.

Diese Wiederherstellungsfähigkeit lässt sich auch auf uns Menschen übertragen. Wenn wir eine Krisensituation überstehen und gut bewältigen konnten, gehen wir gestärkt daraus hervor. Wir können also an diesen Situationen wachsen und uns selbst wiederherstellen, anstatt an ihnen zu zerbrechen.

Karsten Drath - Schematische Funktionsweise von Resilienz

© Karsten Drath – Schematische Funktionsweise von Resilienz

Wie die Resilienz in Folge einer Krise genau wirkt, kann dabei in vier Phasen unterteilt werden:

Erlebt der Mensch eine Krise, wie zum Beispiel eine schwere Krankheit oder den Verlust der eigenen Position, so führt das üblicherweise erst einmal zu einem Leistungsabfall.

Die verminderte Leistungsfähigkeit kann sich durch verschiedene Faktoren äußern, dazu gehören zum Beispiel eine emotionale Instabilität, Niedergeschlagenheit oder mangelnde Konzentration. Je nachdem, wie stark die betroffene Person die Krise wahrnimmt, kann sogar eine dauerhafte Schädigung entstehen, die sich durch Depressionen zeigt.

Gleichzeitig ist es genauso gut möglich, dass die betroffene Person sich von der Krise erholt und zu ihrer ursprünglichen Leistungsfähigkeit zurückkehrt. Wie viel Zeit die Erholung in Anspruch nimmt, kann ganz unterschiedlich ausfallen und nur ein paar Stunden, aber auch Tage oder Wochen dauern.

Natürlich gibt es auch den bekannten Fall des Phönixes, der aus der Asche wieder zum Leben erwacht. In diesem Fall hat die betroffene Person aus der Situation gelernt, befindet sich nach der Krise im Wachstum und geht nun gestärkt daraus hervor.

In den letzten sechzig Jahren hat sich die Resilienzforschung intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt. Ziel ist es, besser zu verstehen, welche Faktoren überhaupt dafür verantwortlich sind, dass sich der Mensch von Krisenmomenten erholen kann.

Immer starr trotzen oder einfach flexibel reagieren?

Auch an einem völlig gesunden, scheinbar ausgeglichenen Menschen prallen Krisen nicht einfach so ab. Jeder geht im Laufe seines Lebens durch das „Tal der Tränen“. Jeder erlebt Momente, die einen belasten. Wichtig ist deshalb, diese Tatsache zu akzeptieren. Das Tal existiert und es geht nicht darum, es ganz abzuschaffen, sehr wohl aber darum, ihm begegnen und es verkleinern zu können.

Ein schönes Beispiel sind dabei die Bauweisen von Hochhäusern in Japan. Die Industrienation ist von den meisten Erdbeben weltweit geplagt und musste mit der Zeit lernen mit durchschnittlich 73 Erdbeben pro Monat mit einer Stärke von mehr als 4 umzugehen.

Karsten Drath: Resiliente Konstruktionsweisen bei Wolkenkratzern

© Karsten Drath – Resiliente Konstruktionsweisen bei Wolkenkratzern

Gleichzeitig ist bebaubares Land im Inselstaat sehr knapp, sodass Japan verstärkt auf Hochhäuser setzt.

Beim Bau der ersten Wolkenkratzer wurde die Erdbebengefahr zwar mit bedacht, sodass die Gebäude durch eine hohe Steifheit der Naturkatastrophe trotzen sollten.

Doch den starken Erdbeben konnten die starren Hochhäuser trotzdem nicht Stand halten. Verheerende Schäden mit vielen Toten waren die Folge.

So mussten Hochhäuser her, welche die Schwingungen der Erdbeben aufnehmen können, diese in Bewegung umsetzen und gleichzeitig so eindämmen, dass sich das Gebäude nicht zu stark aufschaukelt. Denn seinen Halt darf das Gebäude letztlich natürlich nicht verlieren. Methoden, die diese Flexibilität für Hochhäuser gewährleisten, haben Ingenieure erst in den letzten Jahrzehnten entwickelt. Das Geheimnis dahinter ist meist ein im Inneren schwingender Kern, der heute in jedem Hochhaus in einer erdbebengefährdeten Region verbaut ist.

Ein Beispiel dafür ist der über 500 Meter hohe Wolkenkratzer „Taipei 101“. Im Sitz des Finanzzentrums von Taiwan ist zwischen dem 88. und 92. Stockwerk ein circa 660 Tonnen schweres Pendel aufgehängt. Im Falle eines Erdbebens nimmt das Pendel die entstehenden Schwingungen in sich auf, sodass das restliche Gebäude stabilisiert wird. Mit dieser Methode wurde bewiesen, dass flexibel gebaute Hochhäuser sehr viel stärkere Erdbeben aushalten können als starre Gebäudekonstruktionen.

Ähnlich verhält es sich auch bei der menschlichen Psyche. Menschen, die Krisen nicht starr und trotzig begegnen, sondern stattdessen bewusst wahrnehmen und in sich aufnehmen, sind in der Lage, die Erschütterungen aktiv einzudämmen und ihnen stark zu begegnen.

Wie genau Sie Ihr eigenes inneres Pendel, Ihre Resilienz aktivieren und stärken können, erfahren Sie in unserem Workshop „Resilienztraining für Führungskräfte“.

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Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle Teamleiterin für das Content Marketing und unter anderem für die Themen-Blogs Soft Skills, Projektmanagement und Handel verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über die neusten Entwicklungen und gebe Ihnen Tipps, um die eigenen Kompetenzen verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

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