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Integration junger Flüchtlinge bei Evonik

Integration Junger Flüchtlinge Bei Evonik

Die Sicherung des Fachkräftenachwuchses und die Integration benachteiligter Schülergruppen in den Ausbildungsmarkt ist grundsätzlich eine große gesellschaftliche Aufgabe. Vor diesem Hintergrund haben sich im Jahr 2000 die Chemiesozialpartner Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE), erstmalig auf ein gemeinsames Ausbildungsengagement geeinigt. Seit 2003 mündet dies regelmäßig im Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg“. Ein wesentlicher Baustein dieses Tarifvertrages ist die Maßnahme „Start in den Beruf“.

Volker Kemper ist gelernter Industriekaufmann und seit 26 Jahren in der Ausbildung der Evonik Industries AG tätig. Evonik ist ein weltweit führendes Spezialchemieunternehmen, welches sich mit insgesamt 33000 Mitarbeitern weltweit auf wachstumsstarke Megatrends wie Gesundheit, Ernährung, Ressourceneffizienz und Globalisierung konzentriert. In seiner Funktion als Ausbildungsleiter Leiter bei der Evonik Technology & Infrastructure GmbH am Standort Marl ist er dort zuständig für die kaufmännische Ausbildung und den Bereich Berufsvorbereitung, Innovation und Training. Zusätzlich verantwortet er die Ausbildung am Standort Goldschmidtstrasse in Essen. Themen wie Zertifizierung (ISO 29990) und Ausbildungsmarketing gehören ebenfalls zu seinem Aufgabenbereich. An den Standorten Marl und Goldschmidtstrasse werden ca. 900 Auszubildende in bis zu 20 Berufen ausgebildet.

Maßnahme „Start in den Beruf“: Ausbildung benachteiligter Schülergruppen

Die Sicherung des Fachkräftenachwuchses und die Integration benachteiligter Schülergruppen in den Ausbildungsmarkt ist grundsätzlich eine große gesellschaftliche Aufgabe. Vor diesem Hintergrund haben sich im Jahr 2000 die Chemiesozialpartner Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE), erstmalig auf ein gemeinsames Ausbildungsengagement geeinigt. Seit 2003 mündet dies regelmäßig im Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg“. Ein wesentlicher Baustein dieses Tarifvertrages ist die Maßnahme „Start in den Beruf“.

Ausbildungswillige Jugendliche, die im Anschluss an den Besuch einer allgemeinbildenden Schule der Sekundarstufe I noch nicht die nötige Ausbildungsreife erlangt haben bzw. absehbar noch nicht in der Lage sind, eine berufl iche Erstausbildung aufzunehmen und mit Erfolg zu durchlaufen, sind die originäre Zielgruppe dieser Maßnahme.

Die Sicherung des Fachkräftenachwuchses und die Integration benachteiligter Schülergruppen ist eine große gesellschaftliche Augabe. 

Die Jugendlichen haben auch in Zeiten eines aufnahmebereiten Ausbildungsmarktes schwerwiegende Probleme, einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden bzw. eine Ausbildung zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen. Ursachen für diese große Hürde beim Übergang von der Schule zum Beruf sind neben mangelnden Kenntnissen in Fächern wie Mathematik, Deutsch und Naturwissenschaften sowie fehlenden oder falschen Informationen über die Anforderungen des Ausbildungsmarktes auch die Unkenntnis bzw. Unsicherheit, welche der vorhandenen Kompetenzen am Arbeitsmarkt verwertbar sind.

Um auch jenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, denen es nicht gelungen ist, einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu erhalten, eine Perspektive zu bieten, wurden im Laufe der Zeit vielfältige berufsvorbereitende Bildungsangebote entwickelt. Zielsetzung dieser Maßnahmen ist in der Regel die Integration in Ausbildung oder Beschäftigung.

Neben den schulischen Maßnahmen wie Berufsvorbereitungsjahr, Berufsgrundbildungsjahr und ähnlichem sowie den Angeboten der Jugendberufshilfe zählen hierzu auch die Instrumente der Berufsausbildungsvorbereitung. Sie eignen sich hervorragend, um junge Menschen zur Ausbildungsreife zu führen und sie dann in die Berufsausbildung zu übernehmen. Neben der Vermittlung wichtiger fachlicher und überfachlicher Inhalte ist die Feststellung der individuellen Kompetenzen der jungen Menschen ein wesentliches Ziel solcher Vorbereitungsmaßnahmen.

Integration junger Flüchtlinge bei Evonik

Die Ausbildung am Standort Marl setzt diese Maßnahme seit dem Jahr 2001 erfolgreich um, wofür ein Nachweis die Vermittlungsquote von weit über 80 Prozent der Teilnehmer in eine anschließende duale Ausbildung oder eine Beschäftigung ist. Die Gesamtteilnehmerzahl liegt bisher bei knapp 500.

Die Integration der Flüchtlinge stellt uns nun vor eine neue große Herausforderung. Ein entscheidender Baustein für das Gelingen ist die berufliche Qualifizierung.

Die Ausgestaltung der Maßnahmen orientiert sich an den betrieblichen Gegebenheiten. In der achtmonatigen Fördermaßnahme kooperieren wir mit dem örtlichen Berufskolleg, einer externen pädagogischen Betreuung und den Betrieben im Chemiepark. So gelingt es, den Teilnehmern die Berufsfelder Chemie, Metall und Elektro näher zu bringen, schulische Verbesserungspotentiale zu erkennen und zu fördern und auf dem breiten Feld der sozialen Kompetenzen zu wirken. Die Integration der Flüchtlinge stellt uns nun vor eine neue große Herausforderung. Ein entscheidender Baustein für das Gelingen ist die berufliche Qualifizierung.

Evonik hat sehr schnell mit verschiedenen Maßnahmen reagiert. Unter anderem nehmen nun 15 junge Flüchtlinge Evonik-weit an „Start in den Beruf“ teil. Diese Plätze wurden zusätzlich geschaffen und werden von der Evonik Stiftung finanziert. Sieben dieser Plätze sind seit dem 01.11.2015 am Standort Marl vergeben worden. Weitere 15 konnten hier in Kooperation mit den Unternehmen Steag GmbH und Vivawest GmbH geschaffen werden.

Wir mussten Abläufe verändern, auf sprachliche Defizite reagieren und dabei unsere gewohnte Art des „Lehrens“ überdenken.

Wir mussten Abläufe verändern, auf sprachliche Defizite reagieren und dabei unsere gewohnte Art des „Lehrens“ überdenken (z.B. Fragetechnik, Feedback…). Und diese Herausforderung war noch verhältnismäßig einfach zu meistern, im Vergleich zu dem, was die jungen Flüchtlinge lernen müssen, bezüglich Sprache, unserer Fachlichkeit und der Kultur unserer Berufswelt mit all ihren Regeln und Vorgaben.

Eine duale Ausbildung ist für die meisten jungen Flüchtlinge die Eintrittskarte in unsere Berufswelt.

Unsere ersten Erfahrungen zeigen, dass das geschützte Umfeld einer berufsausbildungsvorbereitenden Maßnahme den richtigen Rahmen bieten kann, um den Einstieg zu finden. Es ist aber eine unglaublich vielfältige Aufgabe, die von allen Beteiligten Mut, Engagement, Geduld und auch Innovationsfähigkeit verlangt.

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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