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Die Wissensstafette: Erfahrungen der Mitarbeiter beim Personalwechsel nutzen (Teil 1)

Die Wissensstafette: Erfahrungen Der Mitarbeiter Beim Personalwechsel Nutzen (Teil 1)

Bei Personalwechseln, die Fach- oder Führungskräfte betreffen, geht viel wertvolles Wissen verloren. Dr. Anne-Rose Haarmann zeigt Ihnen in ihrem zweiteiligen Gastbeitrag, mit welchen Methoden Sie solche Situationen strukturiert entschärfen können.

In Teil 1 erfahren wir mehr darüber, warum Wissenstransfer ein wichtiges Thema für jedes Unternehmen ist und welche Probleme sich beim Wissensaustausch ergeben können.

>> Zu Teil 2 des Gastbeitrags

Dr. Anne-Rose Haarmann implementiert Prozesse für einen kontinuierlichen Wissenstransfer in Unternehmen, die durch Trends wie den demographischen Wandel, die Globalisierung oder Fluktuationen kein wertvolles Fach-, Führungs- und Erfahrungswissen verlieren wollen. Sie setzt gezielt Methoden zur Management-Diagnostik bei der Auswahl und Entwicklung der Führungskräfte ein und begleitet deren weitere Entwicklung. Zuvor war sie als Projektleiterin Management-Diagnostik und zertifizierter Coach bei einer HR-Consulting tätig sowie über Jahre in einem internationalen Automobilkonzern beschäftigt. Ihre Verantwortung lag dort in der Konzeption und Durchführung unterschiedlicher Projekte im Bereich Management-Diagnostik und Change-Management. In den letzten fünf Jahren ihrer Konzerntätigkeit entwickelte und implementierte sie mit ihrem Team eine Methode für den nationalen und internationalen Wissenstransfer im Unternehmen.

Anne-Rose Haarmann Portrait

Dr. Anne-Rose Haarmann

„Eine Abteilung bekommt einen neuen Vorgesetzten, ein Steuerberatungsbüro eine neue Mitarbeiterin und ein Kleinbetrieb wird an einen Nachfolger übergeben.“ Alles kein Problem, die Übergabe reine Routine? Von wegen! Erfahrungswissen, geballte Kompetenz und wichtige Details gehen verloren. In den kurzen Übergangszeiten passiert die Übertragung von Wissen kaum, denn dem Nachfolger sind die relevanten Fragen unbekannt und der Vorgänger vermeidet es, Selbstverständliches zu erwähnen – er will kein Besserwisser sein. Das muss nicht sein.  Diese Situation kann sehr gut entschärft werden, wenn man mit strukturierten Methoden des Wissensmanagements Fach- und Führungswechsel effizient begleitet.

Ein erfolgreiches Wissensmanagement hat wenig mit Datenbänken oder umfangreichen Archiven zu tun, sondern vielmehr mit offensiv gepflegter Wissensaustauschkultur.

Übergänge können gut vorbereitet werden und professionell ablaufen. Jede Wechselsituation bedeutet einen Wissensverlust für die Firma. Wechselsituationen sind ein zentraler Punkt im Prozess des Wissensaufbaus. Gerade in angespannten Situationen ist aus Kostengründen darauf zu achten, dass Zweigleisigkeiten und redundante Besetzungen nicht vorkommen. Die Zeit von monatelangen Einarbeitungsperioden und die ersten 100 Tage für Führungskräfte gibt es nicht mehr.

Der Wissenszuwachs im Unternehmen entsteht zwischen den Menschen unmittelbar bei der Arbeit und nicht auf einer Festplatte oder in gesammelten Werken im Ordnerschrank

Ideen werden von Menschen gemacht, nicht von Maschinen. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn man erwartet, dass nur aufgrund installierter Plattformen oder Datenbänke der Wissenstransfer funktioniert bzw. die Mitarbeiter selbstlos ihr Wissen einstellen oder ihr Wissen abgeben.  Ein erfolgreiches Wissensmanagement hat wenig mit Datenbänken oder umfangreichen Archiven zu tun, sondern vielmehr mit offensiv gepflegter Wissensaustauschkultur. Kultur ist unmittelbar die gelebte und erlebte Alltagswelt im Unternehmen. Wertschätzender Umgang, gute Führungs- und Teamarbeit, eine positive Informationskultur und ehrlicher offener Austausch sind Voraussetzungen dazu. Der Gradient des Wissenszuwachses ist abhängig von der positiven Kultur und dem aktiven, strukturierten Wissenstransfer.  Um diese Herausforderungen zu bedienen, werden strukturierte Werkzeuge benötigt.

Wissen ist Macht

Wem kann ich mein Wissen anvertrauen? Dies macht schon deutlich, dass es bei unserem Handlungs- und Erfahrungswissen nicht einfach darum geht, „theoretisch und akademisch“ Wissen abzugeben und Wissen aufzunehmen. Wissen ist lebendig, mächtig, dynamisch: Mit dem relevanten (impliziten, Handlungs-  und Erfahrungswissen) Wissen kann man viel „ausrichten und anrichten“.  Wissen setzt sich aus der individuellen Erfahrung und den Fachkenntnissen zusammen und wird oftmals als Eigentum des Wissenden empfunden. Der Wissenstransfer gelingt nur in einem Umfeld der Wertschätzung.

Wissenstransfer ist mehr als ein Gespräch. Nur wer Wissen teilt, bekommt auch neues Wissen

Wir vertrauen unser Wissen jemanden an. Denn Wissen ist eng verknüpft mit unseren Gefühlen: Erkenntnisse der Hirnforschung belegen, dass immer zuerst die Bereiche des Hirns angesprochen werden, die für die Emotionen zuständig sind. Beispielsweise sind bei einem Wissenstransfer sogenannte „Aha“-Erkenntnisse, die Informationen, die man selbst als Wissensnehmer in sein bestehendes Wissen integriert, bedeutsam.  Da im Gehirn die Verarbeitung des impliziten Wissens (also des Erfahrungs- und Handlungswissens) immer im Wechselspiel von Arealen der rationalen Wissensverarbeitung (Cortex) mit dem Areal für Gefühle und Emotionen (Limbische System) geschieht, ist es wichtig, den Einfluss der Emotionen auf die Argumente und Entscheidungen bewusst zu reflektieren und zu kommunizieren. Dabei vergleichen wir neue Informationen mit unseren bisherigen Erfahrungen aus ähnlichen Situationen und bewertet sie in Bezug auf Konsequenzen für unser Handeln.

 

Teil 2 erscheint nächsten Donnerstag! Darin beleuchtet Dr. Haarmann eine effektive Methode für den strukturierten Wissenstransfer.

>> Zu Teil 2 des Gastbeitrags

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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