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Auf die Weiterentwicklung der Filiale gibt es keine Standardantwort

Auf Die Weiterentwicklung Der Filiale Gibt Es Keine Standardantwort

Lange haben Banken und Sparkassen mit der Frage nach der Weiterentwicklung der Filiale gerungen. Nun steht die Antwort fest, und sie lautet meist: Schließungen im großen Stil. Das Dauerzinstief lässt die Margen schmelzen. Daneben drücken das veränderte Kundenverhalten und neue Wettbewerber die Erträge, die verstärkte Regulierung erhöht zeitgleich die Kosten. Damit bleibt den Instituten keine Wahl mehr. Gab es 2005 laut der Privatkundenstudie 2016 von Investors Marketing (IM) noch über 44.000 Zweigstellen in Deutschland, waren es 2015 rund 34.000, also 10.000 Niederlassungen weniger. Für 2025 gehen die Berater von nur noch 20.000 Bankfilialen hierzulande aus. Das entspricht einer Halbierung binnen 20 Jahren. Experten, ob von Investors Marketing, McKinsey oder Diebold Nixdorf, sprechen einhellig von einem Filial-Überangebot zwischen 20 bis 30 Prozent.

Stefanie Hüthig arbeitet seit März 2005 bei Springer Fachmedien Wiesbaden. Seit April 2015 ist sie Chefredakteurin des BANKMAGAZINs und der BANKFACHKLASSE. Zuvor war sie als stellvertretende Chefredakteurin für die beiden Fachzeitschriften tätig und hat als Redakteurin Finanzdienstleistungen neben den Banking-Publikationen auch für das Versicherungsmagazin gearbeitet. Am liebsten schreibt sie über die Themen Bankstrategie und Digitalisierung. Frau Hüthig hat Betriebswirtschaftslehre mit der Fachrichtung Bank an der Berufsakademie Mannheim (heute Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim) studiert. Praxiserfahrung sammelte sie bei einer Sparkasse.

Entscheidung nicht leichtfertig treffen

Wer nun moniert, Banken hätten sich zu lange Zeit mit ihrer Entscheidung über ihr Filialnetz gelassen, übersieht mehrere Punkte. Erstens ist die Zahl der Geschäftsstellen bei Kreditgenossenschaften und Sparkassen, auf die das Gros der Filialen entfallen, bereits seit Anfang bis Mitte der 90er Jahre rückläufig, wie Daten der Deutschen Bundesbank zeigen. Zweitens adaptieren die Deutschen Veränderungen spürbar langsamer, als das im Ausland der Fall ist. „Es nützt nichts, wenn ein Geldinstitut tolle digitales Services bietet, aber niemand sie nutzt“, zeigt Jesper Nielsen, Head of Business Development der Danske Bank, Verständnis für die abwartende Haltung der Häuser hierzulande bei Innovationen (siehe BANKMAGAZIN 6/2016). Zwar erledigen mittlerweile die Bundesbürger laut der jüngsten IM-Privatkundenstudie Bankgeschäfte bevorzugt digital, aber 88 Prozent aller Kunden präferieren die Zweigstelle für ausführliche Beratungsgespräche. Und drittens stellt sich die Frage, was mit den Mitarbeitern passiert, deren Standort geschlossen wird. Wo es um Existenzen geht, sind leichtfertige Entscheidungen fatal.

Personal

Bildnachweis: vege | de.fotolia.com

Dazu kommt, dass eine Ausdünnung des Filialnetzes, die meist noch mit einem Umbau der verbleibenden Niederlassungen einhergeht, geplant sein will. Wo lohnt es sich vom Kundenaufkommen, künftig noch eine Geschäftsstelle zu betreiben? Welche Produkte und Leistungen sollen wo angeboten werden? Welche Mitarbeiter müssen dafür vor Ort sein? Wie sollen die Standorte technisch ausgerüstet sein? Und wie lässt sich die Vernetzung mit Kanälen wie der Internetfiliale, dem Mobile Banking, dem Call-Center, dem Text-Chat und der Videoberatung sicherstellen?

Letztlich muss jedes Institut für sich entscheiden, wie es den aktuellen Herausforderungen begegnet. Und die sind so komplex, dass es keine einfache Antwort darauf gibt.

Filialen, die bestehen bleiben, werden aufgewertet

Vielen Banken und Sparkassen haben ihre Überlegungen noch nicht abgeschlossen. Mit weniger Standorten und mehr Technik kristallisiert sich dennoch schon ein Trend heraus. Mut machen die Projekte, die bereits abgeschlossen sind, wie das der Stadtsparkasse München. Ihr Vorstandsvorsitzender Ralf Fleischer erklärt im Interview mit BANKMAGAZIN, dass sein Haus in allen Filialen nun wieder alle Leistungen anbietet. Das freut die Kunden, bietet den Mitarbeitern vor Ort mehr Entwicklungsmöglichkeiten und wertet die Geschäftsstelle auf. Sicher kann dieses Konzept nicht überall als Blaupause dienen. Praxisbeispiele helfen bei den Überlegungen, aber letztlich muss jedes Institut für sich entscheiden, wie es den aktuellen Herausforderungen begegnet. Und die sind so komplex, dass es keine einfache Antwort darauf gibt.

Rückblick Bankfiliale 2020

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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