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Gamification in der Personalentwicklung: Warum motivieren uns Spiele? (Teil 1)

Gamification In Der Personalentwicklung: Warum Motivieren Uns Spiele? (Teil 1)

Lernen macht keinen Spaß und Arbeiten auch nicht. Das wissen wir schon seit der Schule. Da macht man doch lieber etwas anderes, wie mit Freunden weggehen, ein Buch lesen, etwas fürs Ehrenamt tun oder ein Videospiel zocken. Schließlich ist Spielen das Gegenteil von Arbeiten – oder? Natürlich sind wir mittlerweile viel weiter und wissen, dass das nicht stimmt. Denn mal ehrlich, Sie kennen das wahrscheinlich selbst, dass Arbeit sehr wohl Spaß machen kann. Umgekehrt ist Spielen alles andere als keine Arbeit. Im Gegenteil: In Spielen stellt man sich ganz bewusst Problemen, die man lösen muss. Manche Spiele (oder Gegner) stellen uns sogar vor Herausforderungen, die so schwer zu knacken sind, dass wir richtig trainieren müssen – für Stunden oder gar Jahre! – um sie zu meistern. Oder um schließlich frustriert aufzugeben, denn wir stellen uns diesen Herausforderungen ja freiwillig.

Spielen motiviert! Aber warum?

Genau da ist der springende Punkt: Freiwillig. Spiele unterscheiden sich eigentlich nur von Arbeit, da wir uns freiwillig mit ihnen beschäftigen. Spaß daran haben. Das muss daran liegen, dass Spiele uns auf eine ganz besondere Art und Weise motivieren. Und dazu gibt es mittlerweile unheimlich viele Forschungsansätze. Hier nur ein Überblick über einige davon.

Schlagfertigkeit

Motivationale Faktoren von Spielen. (Eine garantiert unvollständige Liste.)

Bild: Figur von Super Mario vor unscharfem Hintergrund

Erfolg. Spiele sind so gestaltet, dass wir sie erfolgreich meistern können. Sie unterliegen fairen Regeln, so dass wir das von vornherein wissen. Sie sind aber in der Regel nicht einfach. Damit stellen sie eine Herausforderung dar. Und sich einer Herausforderung zu stellen und diese schließlich zu überwinden – das macht Spaß. Für viele ist es Motivation genug, einfach nur graduell besser zu werden in einer Fähigkeit, bis zum Erreichen der Meisterschaft. Ein gutes Beispiel dafür sind Musiker, aber auch viele Spiele treiben Menschen dazu an, unheimlich viel und lange zu üben.

Fernglas, Weitblick, Ferne, Aufstieg

Neugier ist sehr mächtig und kann Menschen enorm motivieren. Besonders mysteriöse präsentierte Rätsel oder Geheimnisse können uns antreiben zu forschen, bis wir ihnen auf den Grund gegangen sind und unsere Neugier befriedigt haben. Deshalb ist es wichtig, für Spiele einen inspirierenden Rahmen, eine Geschichte oder einen Kontext zu schaffen. Bei vielen Spielen (Bekanntes Beispiel: Siedler von Catan) ist es erst dieser Rahmen, der ihnen ihre besondere Würze verleiht. Auch das Erkunden einer mysteriösen oder interessanten Welt weckt in vielen den Drang zu forschen, zu erkunden und auszuprobieren. Den Spieltrieb. (Denken Sie nur an den Erfolg von Minecraft. Falls Sie das nicht kennen, fragen Sie mal Ihre Kinder danach.)

Führungstraining mit Wölfen

Jagen und Sammeln. Das kennen Sie aus der Evolution, aber auch von Ihrer Münz-, Briefmarken, Spielkarten- oder Büchersammlung. Sammlungen zu ergänzen und zu vervollständigen macht Spaß, ist für viele in „ihrem“ besonderen Bereich sogar eine Leidenschaft. Case in Point? Letztes Jahr ging die halbe Welt auf die Straße, um Pokémon zu sammeln.

Holsten Areal

Gemeinschaft. Wir genießen es, Teil einer Community zu sein, zu etwas dazuzugehören. Und an etwas Großem teilzuhaben, das wir alleine nicht erreichen können. Menschen tauschen sich gerne über ihre Leidenschaften aus, fachsimplen, teilen Anekdoten. Und sie arbeiten gerne zusammen. So entstehen große Projekte wie die Wikipedia, Social Media Networks wie Facebook und große Online-Spiele wie World of Warcraft werden bevölkert. Gerade letzteres ist ein verblüffendes Beispiel für die Macht der Spiele: Der durchschnittliche WoW-Nutzer spielt über 20 Stunden die Woche, ein Teilzeitjob, und insgesamt dürften Menschen mittlerweile weit über 10 Millionen Jahre Zeit in das Spiel gesteckt haben. (2012 waren es bereits  6 Millionen Stunden.) Stellen Sie sich mal vor, wir könnten diese Motivation etwas „Sinnvollem“ zuführen!

Delegieren Im Auftrag des Chefs

Selbstdarstellung. Da wären wir wieder bei Facebook, aber auch bei unserem Verhalten in Spielen. Wir wollen von anderen wertgeschätzt werden und anderen auch demonstrieren, dass wir wertvoll, lustig oder kompetent sind. Wir sind dabei auch gerne kreativ und leben diese Kreativität aus, wenn wir unsere Profilbilder und Avatare gestalten oder einen besonders überraschenden Spielzug machen.

Gehör verschaffen

Wettbewerb. Ein starkes Vehikel für viele Spiele ist seit Jahrtausenden der Wettbewerb. Das Kräftemessen auf dem Fußballplatz, die Jagd nach dem Rekord, auch der Erfolg im Team – das sind wahrscheinlich die spielerischen Elemente, die heute am wenigsten erklärungsbedürftig sind.

Sprache

Feedback. Das kommt auf der Arbeit häufig viel zu kurz. Vor allem positives Feedback ist wichtig – was auch gerne Menschen mit Führungsverantwortung beherzigen sollten. Aber auch konstruktive Kritik ist besser, als überhaupt keine Rückmeldung zu bekommen. Spiele sind gut darin, uns zu sagen, wenn wir etwas richtig gemacht haben, zum Beispiel durch Punkte, durch das Erreichen des nächsten Levels, durch den Sieg gegen das gegnerische Team. Sie sind aber auch oft gut darin, unser S0cheitern in einer amüsanten Art zu kommunizieren, so dass es bis zu einem gewissen Grad nicht mal frustrierend ist.

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Intrinsische Motivation ist der Schlüssel

Das haben viele Arbeitgeber noch nicht verstanden: Geld und Strafen sind überhaupt kein gutes Mittel, um Mitarbeiter zu motivieren. Denn diese Maßnahmen stellen eine Konsequenz dar, die darauf folgt, dass man etwas (nicht) tut, das man überhaupt nicht tun will. Sie sind in dem Sinne Feedback, allerdings kein konstruktives.

Wahre Motivation kommt stattdessen von Innen. Wenn wir etwas tun, das uns Freude macht, schüttet unser Gehirn Dopamin aus und wir fühlen uns belohnt. Wenn wir merklich besser werden in etwas, wenn wir ein Ziel erreichen oder uns Kollegen sagen, wir haben etwas gut gemacht. Dann fühlen wir uns auch gut. Spiele sind sehr gut darin, uns regelmäßig Feedback auf Aktivitäten zu geben, die darauf zugeschnitten sind, Spaß zu machen. Sie können so gestaltet werden, dass die Herausforderungen, die wir meistern müssen, graduell schwieriger – aber nicht zu schwierig – werden. Dadurch versinken wir in einer Tätigkeit, für die wir gerade gut genug sind, und die uns durch neue Herausforderungen graduell neue Skills beibringen kann. Wenn man so versunken ist in eine Tätigkeit, dass man darin komplett aufgeht und die Außenwelt ausblendet, sprechen Psychologen vom sogenannten Flow-Zustand. „Normales“ Lernen oder Arbeiten ist meistens zu frustrieren, um diesen zu erreichen.

Omnichannel, Kommunikation, Erfolg, Schlüsselfaktoren

Was motiviert mich?

Diese einfache Frage darf auf keinen Fall vergessen werden, denn wenn hier von „uns“ gesprochen wird, ist das mehr eine Metapher.  Verschiedene Menschen ziehen ihre persönliche Motivation aus völlig unterschiedlichen Aspekten. Ein 55-jähriger Abteilungsleiter und eine 18-jährige Auszubildende unterscheiden sich wahrscheinlich nicht unwesentlich voneinander. Zudem stellen sich beiden im Arbeitsalltag auch ganz unterschiedliche Aufgaben. Deshalb müssen wir im Auge behalten, dass es hier kein One-Size-Fits-All gibt. Es reicht nicht einfach, Trainingsprogramme wie ein Spiel „aussehen“ zu lassen. Sie müssen auch auf ihre Zielgruppen zugeschnitten sein und dafür sorgen, dass sie genau deren Ehrgeiz, Neugier usw. ansprechen.

Gamification in der Personalentwicklung?

Die Frage ist nun, wie man diese motivationalen Faktoren auf die Personalentwicklung übertragen kann. Kann man für Trainingsprogramme und andere Werkzeuge einen Rahmen schaffen, der die Lernenden durch einige der genannten Faktoren motiviert? Oder vielmehr dazu führt, dass sich diese selbst motivieren? Und wie kann das in der Praxis aussehen? Diesen Fragen wollen wir im nächsten Teil dieses Artikels auf den Grund gehen.

Corporate Learning Forum

Ansonsten möchten wir Ihnen noch unser Corporate Learning Forum empfehlen, das wir am 7. und 8. März in Frankfurt am Main veranstalten. Dort werden wir uns ausführlich modernen Konzepten des betrieblichen Lernens widmen. VR, Augmented Reality, Big Data, Mobile Learning… Schauen Sie am besten noch heute auf unserer Website vorbei, um sich über alle Themen der Veranstaltung zu informieren.

Bilder: alphaspirit | de.fotolia.com, Derek R. Audette | de.fotolia.com, olly | de.fotolia.com, lassedesignen | de.fotolia.com, ALDECAstudio | de.fotolia.com, ra2 studio | de.fotolia.com

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Hallo,
    vielen Dank für den interessanten, gut geschriebenen und ausführlichen Beitrag!

    Besonders interessant finde ich das Thema Motivation und die Rolle, die ein Spiel dabei einnehmen kann.
    In diesem Zusammenhang geben auch die vier Arten von Spaß, die Nicole Lazzaro formuliert hat tolle Denkanstöße.

    Ein Hinweis noch: Es ist mir relativ schwer gefallen, den Link zu Teil 2 des Artikels zu finden. Ich habe die ganze Zeit am Ende des Artikels gesucht.

    Besten dank nochmal für den Beitrag!

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