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Führen wie die Wölfe? Auf die Erfahrung kommt es an!

Führen Wie Die Wölfe? Auf Die Erfahrung Kommt Es An!

Viele Wissenschaften nehmen sich die Natur als Vorbild, um Neues zu lernen. Warum nicht auch die Tierwelt? Wölfe, um die sich noch immer viele Legenden, Halbwahrheiten und falsche Zuschreibungen ranken, sind die vielleicht besten Vorbilder auf Fragen, die wir an das Thema  „Führung” stellen:  Wie man sein Rudel erfolgreich führt, was ein gutes Team ausmacht, und was effektive Teamarbeit bedeutet, sind für Wölfe Fragen des Überlebens.

Irina Schefer interessierte sich seit frühester Kindheit für Wölfe. Den Anstoß dazu gaben Erzählungen ihrer Großmutter über Begegnungen mit wilden Wolfsrudeln. Später widmete sie sich den Wölfen auch beruflich; jahrelang beobachtete diese in Gehegen und Wildparks im Inland und Ausland und recherchierte u. a. in Kanada für ihr Buch. Sie teilt Ihre Erfahrungen mit uns im Interview.

Irina Schefer ist Managementtrainerin, Beraterin und Coach – ist seit 20 Jahren „Impulsgeberin aus Leidenschaft” in den Bereichen Führung, Teamwork und Kommunikation. Zu ihren Auftraggebern gehören u. a. AEG, Bayer-Schering, die Bayerische Landesbank, BMW, Daimler, Lufthansa, TNT und Volkswagen. Ihre Workshops in Wildgehegen und Tierparks sind regelmäßig ausgebucht. Die Diplom-Politologin ist auch als Rundfunk- und Zeitungsjournalistin tätig und veröffentlicht Beiträge in Fachzeitschriften. Sie ist Autorin des Buches „Wie Wölfe mit Vertrauen führen und was menschliche Chefs davon lernen können”.

Irina Schefer

Irina Schefer

Frau Schefer, in Ihrem Seminar dienen Wölfe als Impuls- und Ideengeber für die Mitarbeiterführung. Welche Dinge können wir uns genau von den Tieren abgucken?

In der Art, wie Wölfe zusammen arbeiten, wenn sie eine (lohnende) Beute im Visier haben, der Art, wie sie im Rudel miteinander umgehen und kommunizieren, in ihrer Ausdauer und Geduld und in der Art, wie die Leitwölfe ihr Rudel führen, liegen viele Antworten auf Fragen, die wir uns oft stellen, wenn wir über gutes Teamwork oder Führung nachdenken. Außerdem zeigen uns die Wölfe, wie wichtig Werte für gute Zusammenarbeit und für erfolgreiche Unternehmungen sind. Bei Wölfen genauso wie bei uns Menschen. Werte wie Vertrauen, Integrität, Zusammenhalt. Vertrauen vor Rang – ein Erfolgsmodell nicht nur für Wölfe. Auch wenn Wölfe wohl kaum in moralischen Kategorien „denken“, so handeln sie dennoch danach. Und darum geht es.

Wie schafft es der Leitwolf, sein Rudel zu motivieren und sein Team zu stärken?

Zunächst: Es gibt bei frei lebenden Wölfen nicht den Leitwolf, sondern grundsätzlich zwei Leitwölfe: Die weibliche Leitwölfin und den männlichen Leitwolf.  Immer agieren die Leitwölfe als Duo, als Führungstandem. Sie nutzen dabei die unterschiedlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Erfahrungen ihres jeweiligen Partners zum Wohl des gesamten Rudels. Darin liegt eine ihrer Führungsstärken. Die beiden Leitwölfe sind in der Regel die Elternwölfe. Als weiteres wichtiges Führungsprinzip gilt bei Wölfen: Es führt derjenige Wolf, der in einer konkreten Situation die größte Erfahrung, das beste Know-how  hat (Erfahrung statt Pöstchen führt). Und das kann (und soll) auch durchaus mal ein anderer (Jung-)Wolf aus dem Rudel sein; er muss Führen schließlich frühzeitig lernen. Das Stärken des Teams/Rudels gelingt den Leitwölfen vor allem durch das Vorleben (Vorbildcharakter) der genannten Werte, den Werten oder zentralen Eigenschaften ihrer Gattung. Sie zeigen in ihrem konkreten Tun, wie wichtig Zusammenhalt und Kooperation ist und wie daraus Vertrauen und der Wille zum (gemeinsamen) Erfolg entsteht.

 

Welche Rolle spielt die Körpersprache dafür?

Die Körpersprache spielt naturgemäß bei Tieren/Wölfen eine enorme Rolle. Sie kommunizieren über Blicke, Mimik, Körpersprache, also meist vollkommen lautlos. Besonders wichtig sind die Augen, Blickkontakte sind das zentrale Verständigungsmittel des Rudels. Subtil, differenziert und überaus klar und effektiv. Was ein Blick oder eine Bewegung zu bedeuten hat, ist allen sofort klar. Darüber gibt es keine Missverständnisse. Fehldeutungen kommen so gut wie nie vor. Wölfe kommunizieren so effektiv, so erfolgreich, weil sie aufmerksam sind und ein echtes Interesse aneinander und ihrer Umgebung haben. Sie sind es gewohnt und darauf angewiesen, genau zu beobachten, auf alle Signale achtzugeben, allerkleinste Veränderungen im Verhalten und in der Körpersprache der Beutetiere wie auch untereinander zu registrieren. Diese Aufmerksamkeit, das Registrieren kleiner, nonverbaler Signale hilft auch uns Menschen enorm bei der Verständigung, den Anderen wirklich zu verstehen.

Man hört oft, dass Wölfe zum Alphatier geboren werden. Ist das in der Geschäftswelt auch der Fall, oder lässt sich das „Anführen“ lernen?

Zunächst: Den Alphawolf gibt es bei frei lebenden Wölfen wie bereits beschrieben nicht; die Leitwölfe sind die Elternwölfe des Rudels. Sie führen qua Erfahrung – und keineswegs despotisch oder machtversessen (das wäre
in der rauen Wildnis auch kontraproduktiv). Bei gefangenen Wölfen gibt es eine andere  Rudelstruktur, eine stärker hierarchische. Hier gibt es auch den Alpha-Wolf und die Alpha-Wölfin. Doch auch sie sind nicht die Leittiere, weil sie zum Führen geboren oder etwa die stärksten Wölfe sind, sondern vor allem, weil sie „Köpfchen haben“. Tatsächlich zeigen manche Jungwölfe schon in frühester Jugend Eigenschaften (wie Durchsetzungsfähigkeit), die sie zum Alphawolf zu prädestinieren scheinen. Und manchmal werden sie es dann auch, aber dies ist nicht zwingend. Auch bei Gehegewölfen hängt die Führerschaft von vielen Bedingungen ab, unter anderem von persönlichen Beziehungen im Rudel. Die Parallelität zu unserer Berufswelt ist schon manchmal verblüffend.
Innerhalb unserer Geschäftswelt gibt es zwar nach wie die Theorie, zum Führen müsse man(n) geboren sein und etwa Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen, Überzeugungskraft oder Mut aufweisen. Auch wenn diese Eigenschaften im Zweifelsfall dem Erringen einer Führungsrolle durchaus förderlich sein können, so ist mittlerweile die Erkenntnis angekommen, dass persönliche Eigenschaften zum Führen nicht ausreichen, Führung in einem (systemischen) Bedingungsgeflecht stattfindet und Führen im Sinne eines Handwerks gelernt werden kann und muss.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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