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Frugal Innovation – weniger ist mehr, gut platziert ist halb gewonnen

Frugal Innovation – Weniger Ist Mehr, Gut Platziert Ist Halb Gewonnen

Wie kann Frugal Innovation treffend übersetzt werden? Sagen wir „Rückläufige Innovation“ dazu, könnte man meinen, wir wollen in die Zeit vor der Revolution zurück. Wir streben ein hohes Maß an Gesundheit und Wohlstand an. Wollen aber dennoch nicht auf Innovation und neue Entwicklungen verzichten. Gehen wir in einen Supermarkt oder ein Elektrofachhandel, erwarten wir Produkte von höchster Qualität, die den versprochenen Nutzen bringen. Der Weg, den die Produkte zurückgelegt haben, interessiert uns als Kunden meistens nicht.

Frugal Innovation und iPhone? – Das passt nicht.

Nehmen wir uns das Beispiel des iPhones vor. Steve Jobs hat ein Produkt entwickelt, welches die Hauptfunktion dieses technischen Gerätes schon fast in den Schatten gestellt hat. Wofür wird ein Telefon gebraucht? Eigentlich sollte hier der erste Gedanke sein: zum Telefonieren.

Nun Hand aufs Herz, haben Sie Ihr Handy hauptsächlich zum Telefonieren in der Hand? Oder eher häufiger zum Nachrichten schreiben, um im Internet zu surfen und zu shoppen, um Spiele zu spielen oder Musik zu hören? Was vor Jahren noch eine revolutionäre technische Innovation war, hat sich heute etabliert und ist praktisch nicht mehr wegzudenken.

Sehen wir das iPhone aus der Sicht der Produktion:

Der Definition nach soll die Frugal Innovation Produkte oder auch Dienstleistungen während ihres Produktzyklus finanziell und auch materiell kostentechnisch gering halten, bei dennoch hohem Nutzen und hoher Qualität.

Stellen Sie sich vor, Sie sind nicht im Internet unterwegs, schreiben keine Nachrichten und spielen keine Spiele auf dem Telefon. Wie ist nun der Kosten-Nutzen-Faktor des iPhone zu betrachten? Über 800€ ausgeben, nur um telefonieren zu können? Ein „einfaches“ Telefon wird Ihnen genügen. Somit werden Telefone angeboten, die auf ihren Nutzen „Telefonieren“ spezialisiert sind.
Zum Beispiel Telefone für Senioren. Sie sind kostengünstiger als ein iPhone und bieten nur die Funktionen, die Sie benötigen. Das Produkt ist somit auf die Zielgruppe abgestimmt worden und bietet Herstellern zugleich den Vorteil, kostengünstiger produzieren zu können. Frugal Innovation stellt hier die Nutzung sowie den Preis in den Vordergrund.

“Must-asset” von “need-asset” unterscheiden

Aus dem Beispiel des iPhone erkennen wir, dass Frugal Innovation sich auf das „Must-need“ konzentriert, also auf das, was die Zielgruppe (essentiell) haben muss, und nicht darauf, was diese (nice-to-have) brauchen könnte.

Frugal Innovation ist nicht mit „billig“ zu verwechseln

Der Kundennutzen sollte im Vordergrund einer Produktion oder angebotenen Dienstleistung eines Unternehmens stehen. Kunden achten besonders auf Qualität, Service und Nutzungsversprechen. Ein sensibler Kunde, der auf den Preis eines Produktes bedacht ist, erwartet dennoch eine gute Qualität (Prahalad/Mashelkar 2010; Tiwari/Herstatt 2012b). Bieten Sie ihm nun ein offensichtlich billiges Produkt an, werden Sie wenig Erfolg haben. Das Anbieten eines solchen Produkts schmälert beim Kunden den eigenen Ruf, welcher trotz günstigem Preis auf Prestige bedacht sein wird. Frugal Innovation bezweckt somit, ein kostengünstiges Produkt in der Produktion sowie in der Vermarktung für preislich sensiblere Kunden anbieten zu können.

Wo kommt Frugal Innovation zum Einsatz?

Hauptsächlich kommt Frugal Innovation in Schwellenländern zum Einsatz, um den Markt zielgenauer ansteuern zu können. Da die Infrastruktur sowie die Lebenshaltungskosten in diesen Ländern kaum Spielraum für High-Tech und Innovation bieten, aber die Grundbedürfnisse dennoch abgedeckt werden müssen, werden Produkte maßgeschneidert abgestimmt. Dabei wird darauf Wert gelegt, dass die Qualität und das Wohlbefinden der Konsumenten nicht beeinträchtigt werden. Aufgrund der niedrigen Investitionsbereitschaft der Zielgruppe (z.B. Auto, Elektrogeräte) verspricht die Lebensdauer der Produkte eine lange Haltbarkeit und die Sicherheit der Produkte ist weiterhin gewährleistet.

Fidor Bank DisruptionDie Anschaffungskosten von Standard-Produkten reduzieren sich durch Frugal Innovation um zwischen 58 und 97 Prozent. Frugal Innovation-Produkte können einen Kostensenkungseffekt von 80 Prozent erzielen. Verschiedene Quellen lassen allerdings vermuten, dass diese Einsparung im Widerspruch zu dem regelmäßig geplanten Konsum führt, den Hersteller sich von Kunden wünschen. So herrscht das Gerücht, dass in einige Produkte Fehler eingebaut würden, damit ein Nachkauf oder Neukauf sichergestellt wird. Bei Frugal Innovation sei es jedoch nicht der Fall (Slade 2007).

Lässt Frugal Innovation die „normale“ Innovation aus?

Frugal Innovation spezialisiert sich nicht auf „Nice-to-Have“ oder „Want-needs“ sondern auf „need-assessment“. Entsprechend kann hier nicht von Low- oder High-Tech gesprochen werden, sondern eher von einem Umdenken. Die benötigten Produkte haben exakt den Mehrwert, der erwartet wird, und führen somit zu einer Art „rückläufigen Innovation“. Produkte, die bereits bestehen, werden angepasst, neu designet, neu vermarktet. Die F&E-Kosten werden gering gehalten, die Produktionskosten werden aufgrund von Reduzierung gesenkt und die Gewinnspanne für produzierende Unternehmen bleibt dennoch bestehen.

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Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle Teamleiterin für das Content Marketing und unter anderem für die Themen-Blogs Soft Skills, Projektmanagement und Handel verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über die neusten Entwicklungen und gebe Ihnen Tipps, um die eigenen Kompetenzen verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

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